Kredite für Senioren oft abgelehnt – Gründe und Lösungen

Trotz Sicherheiten wird die Generation 60+ bei der Kreditvergabe oft stiefmütterlich behandelt. Kleine Tricks verhelfen aber dennoch zum gewünschten Darlehen.

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Im Grunde ist es schlimm genug, das über dieses Thema überhaupt geschrieben werden muss. Kredite für Senioren sind allerdings nichts, was zum täglichen Bankgeschäft gehört. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat ermittelt, dass die Gruppe der über 60jährigen mit rund 300 Milliarden Euro, ein Drittel des Konsums der privaten Haushalte stellt. Während die jüngeren ihren Beitrag häufig durch finanzierte Anschaffungen leisten, sind die „Silver Ager“ auf ihr Erspartes angewiesen. Die Banken reichen nämlich keine Darlehen an Verbraucher über 70 mehr aus. Mit 65 Jahren gestaltet sich die Fremdmittelaufnahme bereits als Herausforderung. Dabei ist es unerheblich, ob im Elektromarkt eine Waschmaschine auf Raten gekauft oder eine Grundschuld bestellt werden soll.

Finanzierungen vor dem 60. Lebensjahr regeln

Wer nicht ausschließen kann, dass er noch eine Finanzierung benötigt, sollte in diesem Fall vor dem 60. Lebensjahr alles unter Dach und Fach bringen. Ab diesem Stichtag werden die Hürden für eine Darlehensaufnahme bei den Banken hoch und höher. Obwohl die Statistiken belegen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei einem Mann bei 76 Jahren liegt und bei einer Frau aktuell bei 82 Jahren, scheuen sich die Banken, an 60jährige und Ältere einen Kredit auszureichen. Die Befürchtung liegt darin, dass der Kreditnehmer vor der letzten Ratenzahlung verstirbt. Obwohl Rentner über die sicherste Einkunftsquelle, die laufende Rentenzahlung, verfügen, weder von Arbeitslosigkeit noch von Berufsunfähigkeit bedroht sind, ist für sie eine Kreditaufnahme schier unmöglich. Da es keinen verfassungsrechtlichen Anspruch auf ein Darlehen gibt, greift das Anti-Diskriminierungsgesetz bei der willkürlichen Kreditvergabe seitens der Geldhäuser nicht. Ein Hausbesitzer, der mit 67 Jahren auf seine entschuldete Immobilie ein Darlehen aufnehmen möchte, um für 10.000 Euro das Dach zu sanieren, wird in den meisten Fällen auf taube Ohren stoßen.


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Stolperfalle Restschuldversicherung

Es ist im Interesse der Kreditinstitute, Restschuldversicherungen in Kombination mit einem Darlehen zu verkaufen. Die Prämien dafür sind keine Discountpreise, die Provisionen betragen rund vier Prozent und der Beitrag wird nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet. Der Beitrag ist altersabhängig und wird für Senioren richtig teuer. Es gibt allerdings eine Altersgrenze. Diese greift mit dem 70. Lebensjahr, ein Abschluss einer solchen Versicherung entfällt. Damit entfällt auch die Risikominimierung für das Kreditinstitut, die Ablehnung des Darlehens ist wahrscheinlich. Wer als 65jähriger noch ein Darlehen nur gegen Abschluss eines Versicherungsvertrages aufnehmen könnte, sollte sich die Prämie sehr genau vorrechnen lassen und auch einmal vergleichen, wie sich der Effektivzins ändern würde, wenn der Beitrag in die Kreditkosten einfließen würde.

Der Jahreszins ist ein weiteres Thema bei Krediten für Senioren. Bekanntermaßen berechnen die meisten Institute den Zinssatz abhängig von der Bonität des Antragstellers. Ab dem 60. Lebensjahr kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu. Das zunehmende Alter des Darlehennehmers verteuert den Kredit noch einmal. Wie man es dreht und wendet, als konservative Sparer mit hohen Einlagen im schlecht verzinsten Tages- und Festgeldsegment sind „Silver Ager“ gern gesehene Bankkunden. Als Darlehensnehmer sind sie für die Banken uninteressant.

Welche Lösungen bieten sich bei Krediten für Senioren an?

Ähnlich wie bei der Pflegeversicherung gilt der Satz „Kinder haften für ihre Eltern“.

  • Die größte Erfolgsaussicht für ein Darlehen besteht, wenn die berufstätigen Kinder den Antrag mitunterschreiben, oder gleich anstelle der Eltern als Darlehensnehmer auftreten.
  • Eine Grundschuldbestellung kann Erfolg versprechend sein, setzt aber auch in vielen Fällen die Bürgschaft der Kinder voraus.
  • In einigen Fällen hilft die Stellung von Sicherheiten, beispielsweise Wertpapieren, bei der Darlehenszusage. Lebens- oder Rentenversicherungen greifen selten, da diese bei Senioren häufig mit Beginn des Renteneinstiegs bereits zur Auszahlung gekommen sind.
  • Sollte das Darlehensgesuch negativ beschieden worden sein, suchen Sie das Gespräch mit dem Filialleiter oder dessen Vorgesetzten. Die Ablehnung des Darlehens bei Pensionären und Rentnern erfolgt in den meisten Fällen willkürlich, nicht aufgrund der Bonität.

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