Schwanger! – Diese Checkliste hilft bei der Organisation

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Ein Baby stellt das bisherige Leben auf den Kopf. So schön das auch ist, vor der Geburt muss einiges organisiert werden – meine Checkliste hilft dabei.

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Den Glücksmoment, wenn der Arzt einem die schon vermutete Schwangerschaft bestätigt, kann man kaum in Worte fassen. Ich glaube, da spreche ich vielen jungen Eltern aus dem Herzen. Klar ist aber auch, dass sich das komplette Leben mit Baby verändern wird. Dieser Prozess beginnt allerdings nicht erst mit der Geburt, schon in der Schwangerschaft muss das Organisationstalent werdender Eltern unter Beweis gestellt werden. Welche Anträge muss ich stellen, wer muss informiert werden und was brauche ich alles für mein Baby – die Antworten gibt es hier.

❶ Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Die Gesundheit von Mutter und Kind hat oberste Priorität, Ihr Frauenarzt unterstützt Sie dabei. Untersucht werden in regelmäßigen Abständen Blutdruck, Gewicht und Urin. Weitere Vorsorgeuntersuchungen beziehen sich auf die Herztöne des Kindes, das Fruchtwasser und mögliche Antikörper. Ebenso muss der Blutzuckerspiegel beobachtet werden, genauso wie Wassereinlagerungen in den Beinen. Die regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen werden von Schwangeren schon herbei gefiebert, weil sich die Entwicklung des Kindes so hautnah mitverfolgen lässt. Zur Krönung gibt es dann ein aktuelles Foto des Babys, heutzutage sogar in 3D.

❷ Arbeitgeber informieren

Vom Gesetzgeber besteht zwar keine explizite Meldepflicht für Schwangere, im eigenen Interesse sollten Sie aber Ihren Arbeitgeber informieren. Laut Mutterschutzgesetz sind Schwangere (und junge Mütter) im Beruf geschützt. Sie dürfen nicht mehr schwer arbeiten und auch nicht gekündigt werden. Das kann der Arbeitgeber aber nur realisieren, wenn er von der Schwangerschaft weiß. Außerdem ist es eine faire Geste ihrerseits, denn nur so kann der Chef den kommenden Arbeitsausfall betrieblich planen.

❸ Vaterschaftsanerkennung beantragen

Diese Formalität wird von jung verliebten Paaren gern einmal vergessen. Sind Sie aber nicht verheiratet, empfehle ich, die Vaterschaft bereits vor der Geburt anerkennen zu lassen. Dieser Schritt kostet nichts, außer ein bisschen Zeit. Sollte während der Geburt etwas schief gehen, hat der Vater ab der Geburt das gleiche Sorgerecht wie die Mutter. Ebenso ist es möglich, dem Kind bei Geburt den Nachnamen des Vaters zu geben, wenn eine spätere Heirat sowieso geplant ist. Auch das muss beantragt werden und ist kostenpflichtig. Die Gebühr ist abhängig von Ihrem jeweiligen Wohnort.

❹ Hebamme und Klinik aussuchen

Kreißsaal Entbindung Geburt

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Hebammen sind rar gesät, je eher Sie sich eine Geburtshelferin suchen, desto besser. Bei der Wahl hilft es, sich im Bekanntenkreis umzuhören. Nicht nur fachliche Kompetenz zeichnet eine gute Hebamme aus, sie muss auch einfühlsam mit den werdenden Müttern umgehen können. Besonders Erstgebärende sind auf die Hilfe einer Hebamme angewiesen, denn viele Fragen tun sich erst nach der Geburt auf. Bei der Wahl der Geburtsklinik haben Sie die freie Hand. In vielen Kliniken müssen Sie sich vorab anmelden. Am besten nutzen Sie den Service, wenn angeboten, und schauen sich schon während der Schwangerschaft die Räumlichkeiten an. So fällt die Entscheidung leichter, wie entbunden werden soll (Geburtswanne, Geburtsstuhl, Gebärseil, Entbindungsbett).

❺ Erstausstattung besorgen und Babyzimmer einrichten

Babyzimmer einrichten

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Diesen Part möchten werdende Mütter am liebsten als Erstes erledigen. Es macht aber wenig Sinn, blindlings Babykleidung und Möbel zu kaufen. Zum einen bekommen Sie zur Geburt noch jede Menge geschenkt, denn Verwandte wollen gern an Ihrem Glück teilhaben. Zum anderen macht es aus finanziellen Gründen Sinn, genau zu planen was gebraucht wird und worauf erst einmal verzichtet werden kann. Die Erstausstattung muss sein, keine Frage. Vielleicht können Sie es ähnlich handhaben wie bei einer Hochzeit. Erstellen Sie eine Baby-Utensilien-Liste mit allen notwendigen Dingen und lassen Sie Oma, Opa, Tanten usw. je ein Teil aussuchen und schenken. So bekommen Sie nichts doppelt und nur das, was Sie brauchen und Ihnen gefällt. Neben Schnuller, Kleidung und Kinderwagen wird zur Mitte der Schwangerschaft auch die Einrichtung des ersten Babyzimmers Thema. Komplettsysteme mit Bettchen, Wickelkommode und Schrank sind dabei nicht die schlechteste Wahl. So passt optisch alles zusammen und vor allem fehlt später nichts.

❻ Kliniktasche packen

Etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche sollte Ihre Kliniktasche gepackt bereit stehen. Babys richten sich nicht nach vorgegeben Geburtsterminen, deshalb kann es mitunter schnell gehen. In solch einem Moment lässt sich die Zahnbürste noch fix in die Tasche stecken, alles andere sollte aber bereits verstaut sein.

Inhalt Kliniktasche für die Mutter

  • Mutterpass
  • Krankenversicherungskarte
  • Impfausweis, Allergeipass
  • Nachthemden (vorne zu öffnen)
  • Slips aus Baumwolle (kochfest)
  • Bademantel
  • Hausschuhe
  • Still-BH und Stilleinlagen
  • Damenbinden
  • Handtücher und Seiflappen
  • Handy + Ladegerät, Bücher, Zeitschriften (zum Zeitvertreib)
  • Jogginganzug oder Freizeitkleidung
  • komplette Kosmetik- / Waschtasche

Inhalt Kliniktasche für das Baby

  • mindestens 2 Bodys kleine Größe (50/56)
  • Windeln für die Entlassung
  • Strampler, Mütze, Jacke
  • Babysocken- oder schuhe
  • Baumwollwindeln, die Sie als Spucktuch benutzen können

Eine Babyschale für’s Auto müssen Sie nicht zur Entbindung mitnehmen, es reicht, wenn die abholende Person diese mitbringt.

❼ Elterngeld und Kita Platz beantragen

Kitalatz beantragen

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Elterngeld können Sie in den ersten 14 Lebensmonaten Ihres Babys beantragen. Da Behördenmühlen oft sehr langsam mahlen, stellen Sie den Antrag am besten so früh wie möglich. Unterschrieben werden muss der Antrag von beiden Elternteilen, es sei denn Sie sind alleinstehend. Die Zuständigkeit Ihrer Elterngeldstelle hängt vom jeweiligen Wohnort ab. Im Verzeichnis der Elterngeldstellen nach Bundesland sortiert, finden Sie Ihren Ansprechpartner und die dazugehörige Anschrift.

Direkt nach der Geburt ist ein Kita-Platz gedanklich noch sehr weit weg. Aber auch hier gilt, wer zuerst kommt, malt zuerst. Die Anträge auf einen Platz in einer Kindertagesstätte werden üblicherweise in der Reihenfolge abgearbeitet, in der sie eingehen. Die meisten Kinder verlassen die Kita erst zum Schuljahresbeginn, folglich sind die Wartelisten in Großstädten lang. Je eher Sie einen Antrag stellen, desto höher die Chancen, dass Ihr kleiner Liebling zu Wiederarbeitsbeginn betreut werden kann.

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