Frei reden lernen – 4 Schritte gegen Angst und Lampenfieber

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Frei reden lernen in 4 Schritten

Frei reden lernen in 4 Schritten

Wenn es ginge würden viele, mich eingeschlossen, es vermeiden. Die Rede ist vom freien Reden. Aber wer im Job weiterkommen will oder in gehobener Position arbeitet, kommt selten darum herum und muss irgendwann einmal vor Mitarbeitern, Kollegen oder Kunden stehen und einen Vortrag halten oder ein bestimmtes Produkt anpreisen.

Auch wenn das Fachwissen dafür vorhanden ist, macht Nervosität und Unbehagen sich breit und im schlimmsten Fall die beste Vorbereitung zu Nichte. Nun ist sicher nicht jeder Mensch gleich und jeder geht auch anders damit um, deshalb habe auch ich kein Allheilmittel. Aber ich werde versuchen, Ihnen in vier einfachen Schritten zu zeigen, dass auch Sie frei reden lernen können und Angst und Lampenfieber den Kampf ansagen.

Schritt 1 – Die Rede selbst – Text und Stimme sollen Eins werden

Gute Vorbereitung ist das A und O, deshalb nehmen Sie sich genügend Zeit für die Recherche. Achten Sie auf die richtige Wortwahl! Es nützt nichts, wenn Sie einen Schreibstil anwenden, der zwar erstklassig klingt, den Sie aber mit ihrer Stimme nicht wiedergeben können. Lassen Sie ihre Persönlichkeit mit einfließen, das verleiht der Rede die persönliche Note und lässt Sie glaubwürdiger wirken. Noch ein Aspekt, der ihre Glaubwürdigkeit unterstreicht ist, die Rede mit einem persönlichen Aufhänger zu beginnen. Versuchen Sie, mit einem ihrer Lieblingsthemen zu beginnen und galant die Überleitung auf das eigentliche Thema zu finden. So fallen Sie quasi nicht direkt mit der Tür ins Haus!

Extra-Tipp
Wenn möglich, nutzen Sie für Ihre Rede nur Stichpunkte! Das verhindert zum Einen, dass Sie ständig auf ihre Aufzeichnung schauen und alles Wort für Wort ablesen und zum Anderen, dass ihre Zuhörer gelangweilt abschalten.

Schritt 2 – Üben Sie vor dem Spiegel!

Frei reden lernen - Üben vor demSpiegelSie haben die Rede fertig? Prima! Jetzt geht’s ans Üben. Stellen Sie sich vor den Spiegel (allein!), versuchen Sie so entspannt wie möglich zu sein und beginnen Sie mit dem frei reden. Selbstverständlich dürfen Sie dazu auch auf ihre schriftlichen Aufzeichnungen schauen. Je öfter sie üben, desto mehr werden Sie merken, dass sie immer öfter den Kopf heben und ohne Ablesen zu Recht kommen. Denn eins ist klar – Frei reden kann man nur durch reden lernen!

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Extra-Tipp
Laden Sie Freunde und Verwandte ein und tragen Sie ihre Rede vor. Das nimmt die Hemmungen und Sie bekommen ein Gefühl dafür, wie es ist, vor fremden Leuten zu stehen. Oder nehmen Sie ihre Rede auf Tonband auf und hören Sie wie sich das anhört. Patzer in der Aussprache können so am besten korrigiert werden. Und wieder sind Sie einen Schritt weiter auf dem Weg frei reden zu lernen!

Schritt 3 – Die passende Kleidung bringt den Wohlfühleffekt

Sie müssen sich Wohlfühlen, wenn der große Tag gekommen ist. Sicher können Sie nicht in Freizeitkleidung auftreten, aber Sie können den Anzug, die Krawatte oder das Business-Kostüm so wählen, dass es zu Ihnen passt und Sie sich nicht zusätzlich noch durch unbequeme Kleidung gehemmt fühlen. Eng anliegende und womöglich noch kneifende Kleidung behindert außerdem das freie Atmen.

Schritt 4 – Frei reden lernen – Sie haben es geschafft!

Frei reden lernen - geschafft!Der Tag ist gekommen und Sie stehen vor ihrem Publikum. Suchen Sie sich ihren Platz, aber plappern Sie auf keinen Fall direkt los. Nicht nur Sie müssen sich auf ihre Zuhörer einstellen, sondern auch umgekehrt. Um Angst und Lampenfieber entgegenzuwirken, halten Sie sich ruhig fest (Rednerpult, Mikrofon) oder suchen Sie sich einen optischen Fixpunkt. Augenkontakt ist nie verkehrt!

Während der Rede aber immer mal wieder bewegen, sonst denkt ihr Publikum Sie seien festgewachsen. Gesten mit Armen oder Hand, lassen ihre Rede freier und bildlicher wirken und lockern die gesamte Atmosphäre auf. Aber auch mit ihrer Mimik signalisieren Sie dem Zuhörer wann Sie etwas besonders Wichtiges zu sagen haben, oder wann auch mal geschmunzelt werden darf und soll.

Bedenken Sie immer, das was Sie zu sagen haben, ist Ihnen bekannt, ihrem Publikum aber nicht. Deshalb gilt:

  • Reden Sie so ruhig wie möglich, sprechen Sie deutlich und verschlucken Sie keine Silben.
  • Lassen Sie Ihren Zuhörern Zeit, das Gehörte zu verstehen. Setzen Sie kurze Pausen.

Atmen Sie ruhig durch, bevor Sie mit dem ersten Satz beginnen und bedenken Sie, mit der Angst vor dem freien Reden stehen Sie nicht alleine da. Anderen geht es ebenso!

Extra-Tipp
So gut Sie auch vorbereitet sind, es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Stellen Sie sich darauf ein und lassen Sie sich nicht durch eine heruntergefallene Akte oder ein klingelndes Handy aus dem Konzept bringen. Eine kurze spaßige Bemerkung dazu, kann die Situation auflockern und Sie fahren wie gehabt mit ihrer Rede fort.

Lampenfieber Tipps von Dr. Gudrun Fey
Sehr sehenswert ist auch der Vortrag von Dr. Gudrun Frey, den Sie 2009 an der Uni Augsburg gehalten hat. Wie man seine Redehemmungen erfolgreich überwindet und aus dem negativen Redestress ein positives Erlebnis macht:

Abschließend noch 2 Empfehlungen
» Autogenes Training gegen Lampenfieber – www.amazon.de
» Souverän freie Reden halten – www.weltbild.de

Foto1: © Designer_Andrea - Fotolia.com, Foto2: © THesIMPLIFY - Fotolia.com, Foto3: © Edyta Pawlowska - Fotolia.com

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