Kaninchen halten – 8 Tipps

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Kaninchen sollten immer zu zweit sein

Kaninchen sollten immer zu zweit sein

Süße Zwergkaninchen und putzige Zwergmischlinge sind bei Jung und Alt als Hausgenossen ausgesprochen beliebt. Damit sich der flauschige Mitbewohner in seinem neuen Zuhause aber auch richtig wohlfühlt, gilt es bei der Einrichtung und Ausstattung des Käfigs einige Dinge zu beachten. Wie Sie ein Kaninchen halten, erfahren Sie hier.

Tipp 1: Gesellschaft
Kaninchen sollten niemals allein gehalten werden. Sie sind gesellige Tiere, die am glücklichsten sind, wenn sie sich in Gesellschaft ihrer Artgenossen befinden. Auch ein Mensch, der viel Zeit für sein Kaninchen hat, ist kein adäquater Ersatz. Gleiches gilt für andere Kleintiere. Zwar verstehen sich Zwergkaninchen gut mit Meerschweinchen, doch sprechen die beiden Tierarten grundverschiedene Sprachen. Am besten schafft man gleich zwei Jungtiere zusammen an, die sich bereits kennen und verstehen. Aber Vorsicht: Der Ausdruck sich vermehren wie die Karnickel kommt nicht von ungefähr. Achten Sie darauf, dass es sich um zwei gleichgeschlechtliche Tiere handelt bzw. darauf, dass Sie den richtigen Zeitpunkt für eine Kastration nicht versäumen.

Tipp 2: Der passende Käfig
Jedes Kaninchen sollte täglich die Gelegenheit bekommen, außerhalb des Käfigs herumzuhoppeln und seine Umgebung zu erkunden, denn Kaninchen sind zwar vorsichtig, aber auch sehr neugierig. Beim Freilauf im Zimmer können Sie nach Herzenslust Haken schlagen und Luftsprünge machen. Trotzdem muss auch der Käfig geräumig genug sein. Die Mindestmaße für einen Kaninchenkäfig (siehe hier) betragen etwa 100 x 50 x 45 cm, doch gerade für zwei der Langohren gilt der Grundsatz: Je größer, desto besser. Wichtig ist, dass der Käfig sowohl über eine Seitenklappe als auch über ein aufklappbares Käfigdach verfügt. Die Seitentür dient als Ein- und Ausgang für das Kaninchen selbst, die Dachklappe erleichtert Ihnen das Reinigen des Käfigs sowie die Fütterung des Tieres. Wenn nötig, können Sie das Kaninchen über das geöffnete Dach auch leicht greifen, was besonders bei zappeligen Jungtieren praktisch ist.

Tipp 3: Der richtige Standort
Auch der Standort des Käfigs ist entscheidend dafür, dass sich das Kaninchen wohlfühlt. Der Raum, in dem der Käfig platziert wird, sollte weder zu warm noch zu kalt sein. Die Temperaturen sollten möglichst nicht über 20°C steigen und Temperaturen über 25°C werden für das Tier zur Qual. Auch sollte die Luftfeuchtigkeit ausgeglichen sein. Feuchte Räume sind auf Dauer ebenso schädlich wie trockene Heizungsluft. Ideal sind gut belüftete Räume, allerdings vertragen Kaninchen keine Zugluft. Kaninchen sind außerdem dämmerungsaktiv, deshalb ist ständiges grelles Sonnenlicht ebenfalls zu vermeiden.

Tipp 4: Die richtige Einstreu
Als Einstreu für den Kaninchenkäfig hat sich die im Handel erhältliche Kleintierstreu bewährt. Streuen Sie eine großzügige Schicht in die Unterschale des Käfigs, so dass das Kaninchen eine weiche Unterlage hat und auch ein wenig buddeln kann. Häufig wird empfohlen, Zeitungspapier unter der Einstreu zu platzieren, damit die verbrauchte Einstreu einfach zu einer Wurst zusammengerollt und entsorgt werden kann. Ob diese Methode in der Praxis funktioniert, können Sie selbst ausprobieren. Viele Kaninchen haben allerdings Spaß daran, das Zeitungspapier hervorzuzerren, um es zu zernagen. Die meisten Kaninchen benutzen übrigens vorwiegend eine bestimmte Ecke ihres Heims als Toilette. Die Streu an dieser Stelle sollte je nach Bedarf nach wenigen Tagen ausgewechselt werden, bei der restlichen Einstreu genügt eine wöchentliche Erneuerung.

Tipp 5: Futterangebot
Kaninchen benötigen sowohl frisches Obst und Gemüse als auch spezielles Trockenfutter, deshalb sollten zwei Steingut- oder Tonnäpfe im Käfig stehen. Sie sollte groß genug und ausreichend schwer sein, denn Kaninchen haben erstaunlich viel Kraft und neigen dazu, im Übermut ihre Näpfe umzuwerfen. Aus eben diesem Grund sind leichte Plastiknäpfe völlig ungeeignet. Außerdem könnte das Kaninchen beginnen, am Plastik zu nagen, was seiner Gesundheit schaden könnte.

Tipp 6: Wasserangebot
Für die Wasserversorgung des Kaninchens haben sich spezielle Trinkflaschen für Nager bewährt. Sie werden von außen an den Käfig gehängt und das Kaninchen kann sich je nach bedarf am Wasser bedienen. Die Flaschen sind mit einer auslaufsicheren Trinköffnung versehen. Wasser tritt erst dann aus, wenn das Tier mit seiner Zunge die Trinköffnung berührt. Die meisten Kaninchen sind beim Einzug in ihr neues Heim bereits mit diesem System vertraut und auch sonst lernen sie es schnell. Einen Wassernapf sollten Sie nur im Notfall aufstellen, denn das Wasser wird schnell durch Streu, Futter und auch Kot verschmutzt und bleibt nicht lange frisch.

Tipp 7: Rückzugsort
Damit sich Kaninchen wirklich wohl fühlen, brauchen sie dringend einen Rückzugsort. Ein Häuschen (z. Bsp. das hier) oder eine Schlafhöhle gehört in jeden Kaninchenkäfig, denn Kaninchen verbringen in freier Wildbahn einen Großteil ihres Lebens in Höhlen. Am besten ist ein Haus aus unlackiertem Holz, welches das Kaninchen auch ruhig mal annagen darf. Plastikhäuser sind zwar praktisch und lassen sich gut reinigen, aber beim Nagen könnten sie dem Tier schaden.

Tipp 8: Heuraufe
Ein weiteres absolutes Muss im Kaninchenkäfig ist die Heuraufe, denn Heu stellt das Grundnahrungsmittel des Kaninchens dar. In einer Heuraufe untergebracht ist das schmackhafte Heu stets für das Tier erreichbar, ist aber geschützt vor Durchnässung oder Verschmutzung.

Foto1: © Andrea Arnold - Fotolia.com, Foto2: © NMaverick - Fotolia.com, Foto3: © focus finder - Fotolia.com, Foto4: © petar Ishmeriev - Fotolia.com

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