Kaninchen artgerecht halten: Anforderungen an den Kaninchenstall

Mit einer Kiste und einem Gitter ist es nicht getan! Kaninchen brauchen ein passendes Zuhause und dazu zählt weit mehr als nur frische Einstreu. Wir erklären Ihnen, wie Kaninchen artgerecht gehalten werden.

Kaninchen Haltung Stall artgerecht
Kaninchen brauchen einen ausreichend großen Stall für eine artgerechte Haltung. © arkadijschell/ stock.adobe.com

Seit Jahren sind Hund und Katze die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Aber schon an dritter Stelle folgen die Nager wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen (Quelle).

Kaninchen müssen zwar nicht Gassi geführt werden, brauchen aber mindestens genauso viel Pflege wie Ihr bellender Liebling oder der Stubentiger. Hunde und auch Katzen können durch ihr Verhalten zeigen, wenn es ihnen nicht gut geht, Kaninchen hingegen haben diese Gabe nicht. Deshalb liegt es in Ihrer Verantwortung, dem Tier eine gute Behausung zu geben.

Deshalb gilt: Wer die Entscheidung getroffen hat, sich eines oder mehrere Kaninchen zu halten, sollte sich vor der Anschaffung genügend Gedanken über den richtigen Stall und die artgerechte Pflege machen.

Wichtig: Kaninchen sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Da bietet es sich an, auf Zwergkaninchen zurückzugreifen.

Den passenden Kaninchenstall finden und einrichten

Kaninchen brauchen Bewegung, optimal ist deshalb ein Gehege im Freien. Da das aber in den seltensten Fällen realisierbar ist, bringen Sie das Tier oder die Tiere in einem Kaninchenstall unter. Wer handwerklich begabt ist, baut das Häuschen selbst. Den Aufwand sollte man aber nicht unterschätzen, denn mit einer Kiste aus vier Wänden ist es nicht getan.

Kaninchen brauchen nicht nur einen Platz zum Fressen, sondern auch einen Rückzugsort. Außerdem ist es wichtig, aus welchem Material der Hasenstall gefertigt ist und dass die Behausung Wind und Regen standhält. Achten Sie also beim Kauf nicht nur auf die Schönheit des Stalles, die Funktionalität ist wichtiger und entscheidend.


Ähnliche Themen:
» Hundekauf – Gute Hundeverkäufer besser erkennen
» Katze an der Leine führen – 6 Tipps damit es klappt
» Stress beim Tierarzt vermeiden – 5 Tipps


❶ Wetterbeständiges Dach für den Kaninchenstall

Damit keine Feuchtigkeit ins Innere dringen kann, muss das Dach aus stabilem Bitumen oder vergleichbaren Materialien bestehen. Außerdem bilden diese Dächer einen effektiven Hitzeschutz. Bei Wind, Sonne oder Regen sitzen Ihre Kaninchen auf diese Weise gut versorgt und wettergeschützt im Innern.

❷ Chemisch unbedenkliches Gehäuse

Der Stall sollte möglichst aus einem robusten Holz bestehen, welches nur mit gesundheitlich unbedenklichen Farben oder Lasuren behandelt ist. Bedenken Sie bei der Materialauswahl immer, dass die Tiere an allen möglichen Teilen ihrer Behausung knabbern und ständig in Berührung damit sind. Häuschen und andere Kletter- und Sitzmöglichkeiten sollten aus ungiftigen Hölzern wie Kiefer, Fichte und Eiche bestehen.

❸ Für Frischluft sorgen

Mal ganz davon abgesehen, dass Ihre Kaninchen ausreichend frische Luft brauchen, kann der Stall durch Fäulnis beschädigt werden. Ein rundherum dichtes Gehäuse ist daher nicht empfehlenswert. Die neue Behausung muss eine Kotschublade und mehrere Zugänge in Form von Türen, Gittern und Fenstern haben. So können sich die Tiere an einen sicheren Ort zurückziehen und Sie haben trotzdem ständigen Zugang zu ihnen.

❹ Der richtige Aufstellort für den Kaninchenstall

Stellen Sie den Stall am besten in der Nähe des Hauses auf. Der beste Platz ist ein zugfreier Ort, der möglichst wettergeschützt und auch nicht ständig der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Kaninchen werden von Zugluft sehr schnell krank (mehr Infos hier). Die Tiere müssen jeder Zeit selbstständig einen Rückzugsort im Schatten erreichen können. Wenn Sie den Kaninchenstall auf einem Rasen aufstellen möchten, sollten die Stallfüße mit einem trockenen Material wie beispielsweise Steinplatten unterbaut werden. So verhindern Sie, dass Wasser in die Konstruktion eindringt und Schäden verursacht.

❺ Hygiene- und Gesundheitsanforderungen

Der Kaninchenstall muss stets (möglichst täglich) von Kot, Essensresten und verbrauchtem Einstreu befreit werden. Dazu ist es sehr nützlich, wenn der Stall über eine Kotschublade verfügt. Es versteht sich wohl von selbst, dass die Tiere immer genügend frische Einstreu, Futter und vor allem Wasser haben. Große Türen, Klappen oder Deckel erleichtern die Reinigung enorm.

Manche Kaninchenställe sind mit einem Bodengitter ausgestattet. Das erleichtert dem Halter zwar die Reinigung, für die Tiere ist es aber eher eine Qual. Eine gute Strohabdeckung nützt in diesem Fall auch nicht viel, denn die Kaninchen scharren den Belag schnell weg.

❻ Schaffen Sie einen Ruhebereich

Wie oben bereits mehrfach erwähnt, brauchen Kaninchen einen Rückzugsort. Die Nager sind sehr geräuschempfindlich. Alles, was sie erschreckt, macht ihnen Angst. Besonders Angreifer, die von oben kommen. Selbst Tiere, die im Freien leben, halten sich nicht lange ungeschützt draußen auf und verkriechen sich in ihrer Höhle.

So eine Art Höhle muss den Stallbewohnern auch eingerichtet werden. Der Eingang des Ruhebereiches darf nur etwas größer sein, wie das Tier selbst, sodass es bequemes rein- und rauskriechen kann. Im Innern der Höhle muss das Kaninchen sich ausreichend bewegen könne. Das heißt, trotz aller Gemütlichkeit muss sich das Tier ohne Probleme drehen und natürlich aufstehen können.

Über Dagmar 122 Artikel
Dagmar gehört zum Team von Tipps.net. Fechten und Fotografieren gehören zu ihren liebsten Hobbys. Wenn es aber darum geht Tipps zum Besten zu geben, ist sie in den Bereichen Geld und Gesundheit nicht mehr zu stoppen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.