Kostenfallen-Alarm – Zusatzgarantien für Technikprodukte

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Garantieverlängerungen, sprich Zusatzversicherungen für Technikprodukte, sind nicht immer von Vorteil, sondern eher nur teuer. Worauf Sie achten müssen, lesen Sie hier.

Augen auf bei Zusatzgarantien!

Augen auf bei Zusatzgarantien!

Beim Kauf eines neuen Technikprodukts lassen Verkäufer ihre Kunden heute kaum mehr ziehen, ohne ihnen ein zusätzliches Garantiepaket anzupreisen. Mal heißt es Schutzbrief, mal Plus-Garantie – doch die verschiedenen Zusatzangebote haben eines gemeinsam: Sie kosten Geld, und meist nicht gerade wenig. Manch argloser Kunde lässt sich von den verlockend klingenden Policen überzeugen und landet prompt in der Kostenfalle.

Der günstige Preis für den topaktuellen MP3-Player ist dann plötzlich gar nicht mehr so unschlagbar. Je nach Anbieter fallen für die Zusatzgarantie zwischen einem und 27 Prozent des Gerätepreises an – und das für jedes Jahr der Laufzeit. Solche horrenden Sätze sind zwar die Ausnahme, können dem Kunden aber schnell den Spaß am neuen Gerät verderben.

Das Kleingedruckte lesen

Doch die zusätzlichen Kosten sind nicht die einzigen Fallstricke. Im Kleingedruckten tummeln sich oft allerhand Einschränkungen, die stellenweise skurril anmuten. Mehrere Zusatzgarantien schließen Leistungen in einigen Fällen bereits von vornherein aus. So sichert ein Anbieter zwar gegen Diebstahl ab, nicht aber gegen Taschendiebstahl. Andernorts genügt schon die „überwiegende Wahrscheinlichkeit“, dass der Kunde das gekaufte Produkt selbst beschädigt hat, um eine Ablehnung zu rechtfertigen.

Selbstbehalt beachten

Abseits der Ausschlüsse muss der Versicherungsnehmer in vielen Fällen ohnehin eine Eigenbeteiligung in Kauf nehmen. Ein Anbieter brummt dem Kunden bei seinem Schutzbrief bis zu 33 Prozent Selbstbehalt auf, falls dieser den Schaden durch „Ungeschicklichkeit“ verursacht. Andere Garantien sehen bis zu 125 Euro Selbstbehalt pro Schaden vor, oder erstatten lediglich den Restwert des Produkts. Das können im vierten Jahr nur noch 40 Prozent des Kaufpreises sein.

Selbtsbehalt nicht unterschätzen

Selbtsbehalt nicht unterschätzen

Garantieverlängerungen nicht immer von Vorteil

Auch bei einfachen Garantieverlängerungen kann die angegebene Laufzeit missverständlich sein. Wird der hochwertige LCD-Fernseher mit einer Garantieverlängerung versehen, ist der Nutzen für den Kunden meist deutlich geringer, als es den Anschein hat. Fünf Jahre Garantie klingen zunächst gut, werden aber durch das Kleingedruckte relativiert. In den ersten zwei Jahren greift die gesetzliche Gewährleistung bei Mängeln. Erst danach macht sich die Zusatzversicherung überhaupt bemerkbar. Gibt der Hersteller noch eine erweiterte Herstellergarantie, etwa von drei Jahren, dann wirkt sich die Verlängerung sogar erst im vierten und fünften Jahr aus.

Die Beiträge sind allerdings bereits ab dem Kauf fällig – ein gutes Geschäft für den Händler, nicht aber für den Kunden. Jedes Zusatzangebot des Händlers sollten Interessenten deshalb mit Vorsicht genießen und sich vorab über Einschränkungen, Ausschlüsse und Kleingedrucktes informieren.

Foto1: © Torbz - Fotolia.com, Foto2: © Gina Sanders - Fotolia.com

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