Seekrankheit – 11 Tipps die helfen

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Gehen Sie viel an die frische Luft

Gehen Sie viel an die frische Luft

Schwindel, kalter Schweiß, Kopfschmerzen, quälende Übelkeit: Die Seekrankheit kann jeden heimsuchen. Wie Sie sich vor der nächsten Kreuzfahrt wappnen und was Sie an Bord tun können, um Ihre Reise möglichst beschwerdefrei zu genießen, verraten wir Ihnen hier.

Bei der Seekrankheit rebelliert der Magen

Selbst erfahrene Seeleute sind nicht vor der Seekrankheit gefeit. Nun sind moderne Kreuzfahrtschiffe mit großen Stabilisatoren ausgestattet, sodass Sie die Bewegungen normalerweise erst gar nicht spüren. Eine zweiwöchige Mittelmeerkreuzfahrt im Sommer ist in der Regel ein eher ruhiges Unterfangen. Seekrankheit ist für die meisten Passagiere daher kein Thema, doch können Kreuzfahrten auch mit wesentlich stärkerem Seegang verbunden sein. Denken Sie nur an Touren durch die Antarktis oder auch an so manch lebhafte Nordatlantikpassage der großen Queen Mary 2: Hohe Wellen machen sich auf den obersten Decks durchaus bemerkbar. Doch warum reagiert der Organismus so empfindlich, wenn es mal ein bisschen schaukelt und weshalb muss gleich der Magen rebellieren?

Warum wird man eigentlich seekrank?

Der medizinische Fachbegriff der Seekrankheit oder auch Reisekrankheit und Luftkrankheit heißt Kinetose. Erhält das Gehirn von Augen und Gleichgewichtssinn widersprüchliche Angaben, wird ein Fehlersignal ausgelöst. Die plötzliche Ausschüttung von Stresshormonen und Histamin ist die Folge und dies geht einher mit Symptomen wie Kopfschmerzen und Erbrechen. Da der Gleichgewichtssinn im Innenohr bei Säuglingen und Kindern bis zu zwei Jahren noch nicht hundertprozentig ausgebildet ist und auch mit zunehmendem Alter nachlässt, sind Babys und ältere Menschen kaum betroffen. Beobachtungen zeigen auch einen gewissen Gewöhnungseffekt des Gehirns, denn nach zwei oder drei Tagen auf See nehmen die Beschwerden ab.

Vielen Menschen wird auch bei einer Autofahrt schlecht

Die durch die widersprüchlichen Bewegungsmeldungen im Gehirn verursachte Übelkeit erklärt daher auch, warum sensiblen Menschen bei einer ruhigen Autofahrt (Augen sehen schnelle Bewegungen, Gleichgewichtssinn meldet keine Bewegung) oder beim Ansehen von rasanten Achterbahnfahrten schlecht wird.

11 Tipps gegen Seekrankheit

Tipp 1 – Außenkabine mit Fenster buchen
In einer Innenkabine haben Sie keinen optischen Anhaltspunkt. Ihr Auge meldet zwar gerade und unbewegte Gegenstände, doch Ihr Magen signalisiert Ihnen das Gegenteil. Dieser Effekt sorgt noch für eine Verstärkung der Seekrankheit. Wenn Sie bei Übelkeit aus dem Fenster schauen können, sind die Aufbewegungen und Abbewegungen vorausschaubarer. Wenn Sie sich unwohl fühlen und nicht die Kabine verlassen möchten, dann sollten Sie sich am besten an das Fenster setzen und nach draußen schauen.

Tipp 2 – Bei der Buchung nach einer Kabine mittschiffs fragen
Je mittiger und je höher Sie sich an Bord eines Schiffes befinden, desto weniger spüren Sie die Bewegungen.

Tipp 3 – Kabine mit Betten in Längsrichtung buchen
In größeren Komfortkabinen stehen die Betten in Fahrtrichtung. Diese kosten zwar etwas mehr, doch aus eigener Erfahrung können wir Ihnen versichern, dass die Investition einen wesentlich höheren Erholungsfaktor birgt. Bei starkem Seegang sind es vor allen Dingen die seitlichen vertikalen Bewegungen, die einem nachts zu schaffen machen, wenn man im 90-Grad-Winkel (Kopfende am Fenster, Fußende zur Schiffsmitte) zur Längsachse liegt. Selbst wenn Sie vorbeugende Medikamente gegen die Seekrankheit eingenommen haben, wachen Sie allein von den ruckartigen und schnellen Aufwärtsbewegungen und Abwärtsbewegungen auf, schlafen nicht mehr ein und fühlen sich am nächsten Morgen wie gerädert. Wenn Sie in Längsrichtung liegen, werden Sie weniger durchgeschüttelt.

Tipp 4 – Ausgeruht an Bord gehen
Wer gut ausgeschlafen ist und ohne Hektik an Bord geht, hat weniger Stress und schüttet daher weniger die Seekrankheit begünstigende Stresshormone aus. Packen Sie Ihren Koffer also nicht in letzter Minute und sorgen Sie am besten dafür, dass Sie sämtliche notwendigen Reisedokumente rechtzeitig beantragen.

Tipp 5 – Vor Reiseantritt kleine Mahlzeiten zu sich nehmen
Idealerweise sollte Ihr Magen nicht ganz leer aber auch nicht übermäßig voll sein. Nehmen Sie daher ein kleines Frühstück zu sich. Wenn Sie nicht zu den routinemäßigen Kreuzfahrern gehören, schlägt die Aufregung vor einer Seereise ohnehin ein wenig auf den Magen.

Tipp 6 – Medikamente gegen die Seekrankheit
Das verschreibungspflichtige Scopolamin wird zur Vorbeugung bei starken Beschwerden eingenommen und zeigt zwar eine schnelle Wirkung, ist aber auch mit Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Sehstörungen verbunden. Es können aber auch Halluzinationen auftreten. Bei niedriger Dosierung hemmt dieses Mittel das Brechreizzentrum im Gehirn. Beachten Sie, dass dieses Präparat von Kindern und alten Menschen nicht gut vertragen wird.

Bei mittleren Beschwerden sind rezeptfreie aber apothekenpflichtige Antihistaminika wie Dimenhydrinat die üblichen Wirkstoffe gegen die Seekrankheit. Generell werden Sie von allen Medikamenten müde, weshalb Sie deren Einsatz sorgfältig abwägen sollten.

Tipp 7 – Ingwer
Ingwer ist eine natürliche Alternative und ein uraltes Mittel, das Seeleute schon seit Jahrhunderten gegen die Seekrankheit einsetzen. Der Geschmack ist zwar nicht jedermanns Sache, aber die Wirkung bei leichten Beschwerden erwiesen. Den Ingwer können Sie bereits eine Woche vor Reiseantritt prophylaktisch täglich zu sich nehmen – entweder in Form von frisch von der Wurzel geschnittenen, feinen Scheibchen oder als Pulver.

Tipp 8 – Hinlegen und die Augen schließen
Hoher Seegang macht sich besonders morgens direkt nach dem Aufstehen bemerkbar. Legen Sie sich noch eine Weile hin und schließen Sie die Augen. Auch wenn es ablenken sollte: Unternehmen Sie nichts, worauf Sie sich mit den Augen konzentrieren müssen wie Lesen, Fernsehen oder Kreuzworträtsel lösen.

Tipp 9 – Frische Luft an Deck
Wenn Sie in den ersten Tagen zwischendurch ein flaues Gefühl in der Magengegend verspüren, begeben Sie sich am besten an Deck und atmen Sie die frische Luft in ruhigen und gleichmäßigen Zügen ein. Wie schon erwähnt ist die Mitte des Schiffes ein besserer Aufenthaltsort, denn am Bug und am Heck sind die vertikalen Bewegungen am intensivsten.

Tipp 10 – Den Horizont fixieren
Bei starkem Seegang auf den unbewegten Horizont zu schauen, ist im Zusammenspiel mit frischer Luft das bewährteste Mittel gegen die plötzlich auftretende Übelkeit.

Tipp 11 – Leichtes Frühstück
Menschen, die unter der Seekrankheit leiden, haben morgens einen besonders sensiblen Magen. Deswegen sollte die erste Mahlzeit am Tag auch nicht allzu üppig ausfallen. Fettige Croissants, Rührei und gebratenen Speck versteht Ihr Magen als pure Provokation. Eine bessere Alternative sind frisches Obst, Kräuterquark und magerer Geflügelschinken. Lassen Sie sich viel Zeit und genießen Sie Ihr Frühstück in kleinen Bissen – am besten auch an Deck.

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