Slacklining – 10 Tipps für Einsteiger

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Beim Slacklining handelt es sich um eine neue Trendsportart, die immer mehr Zuspruch erfährt. Wenn auch Sie mal slacken möchten, dann sollten Sie dabei unsere 10 Tipps für Einsteiger beachten.

Beim Slacklining müssen Sie die Balance halten

Beim Slacklining müssen Sie die Balance halten

Auf einem dünnen Band die Balance halten

Kaum eine andere Sportart birgt so viele flexible Möglichkeiten wie Slacklining. Ob 200 Meter über der spektakulären Schlucht oder 30 Zentimeter über der heimischen Rasenfläche: Das Prinzip ist immer das gleiche, denn es gilt, auf einem dünnen Band die Balance zu halten. Wenn Sie schon immer mal slacken wollten, nur zu, denn Slacklining sieht wirklich schwerer aus als es ist. Slacklining macht Spaß, trainiert den Gleichgewichtssinn und jeder kann es lernen – vom kleinen Kind bis zum rüstigen Rentner. Was Sie als Einsteiger beachten sollten und welches Equipment Sie benötigen, erfahren Sie hier.

Welche Slacklines für wen?

» Slacklines für Anfänger
Slacklines bestehen aus flachen und reißfesten Kunstfaserbändern und sind in unterschiedlichen Längen und Breiten erhältlich. Die kürzesten Lines für Kinder und Anfänger sind 15 Meter lang. Gängige Breiten sind hierbei 25, 30, 35 und 50 Millimeter, wobei sich die breiten Lines mit einer Dehnung mit bis zu 10 Prozent für Einsteiger am besten eignen.

» Slacklines für Profis
Die längsten Lines für Profis sind 250 Meter lang. Diese können überall dort aufgespannt werden, wo Platz dafür ist. Während Anfänger einen weichen Untergrund wählen sollten, spannen Profis ihre Line beispielsweise auch über einen Fluss. Welche Breite die Slackline für Profis haben sollte, dass kann jeder Profi für sich selbst entscheiden. Fortgeschrittene Slackliner, Kletterer (Slacklining ist zum Training des Gleichgewichtes ein zusätzlicher Sport für Alpinisten) und Profis bauen ihre Line auch aus den folgenden Elementen selbst zusammen:

  • zwei Rundschlingen für die Befestigung an den Fixpunkten
  • Karabinerhaken
  • Haken und Spannelemente (je nach Länge Ratsche, Line-Grip, Flaschenzug oder Ketten-Hebelzug)
  • und der Line selbst

» Sets für Anfänger und Profis
Zweiteilige Slacklinesets bestehen aus der eigentlichen Line, die am Ende eine Schlaufe hat, sowie einer kürzeren Line, an der die Ratsche zum Spannen befestigt ist. Die Sets kosten circa 40 Euro und sind einfach in der Handhabung.

Slacklining – 10 Tipps für Einsteiger

» Tipp 1 – Die richtige Länge:
Für Einsteiger reicht eine Länge von 15 Metern vollkommen aus, denn Sie möchten ja schließlich noch keine Schlucht überqueren. Eine kurze Line hat zudem den Vorteil, leichter zu sein und kann somit einfach nebenher im Rucksack mitgenommen werden.

» Tipp 2 – Die richtige Breite:
Um auf einem dünnen Band die Balance zu halten, ist eine 50 Millimeter breite Line die beste Wahl. Die Vorteile zeigen sich sowohl beim Aufsteigen als auch bei den ersten Gehversuchen. Außerdem machen Sie auf einer breiten Line viel schnellere Fortschritte als auf einem 25 Millimeter schmalen Band, was die Motivation für weitere Tricks steigert. Breite Bänder haben zudem eine höhere Bruchlast und können bei geringerer Dehnung niedriger gespannt werden.

» Tipp 3 – Der richtige Ort:
Slacklining ist ein Trendsport, den Sie eigentlich fast überall ausüben können. Wichtig sind dabei zwei stabile und fest verankerte Fixpunkte, weshalb die meisten Slackliner ihre Bänder zwischen zwei Bäume spannen. Wenn Sie Besitzer eines Gartens mit mäßig altem Baumbestand sind, ist das natürlich ideal, denn hier können Sie in aller Ruhe trainieren. Die Bäume sollten gesund sein und mindestens 20 Zentimeter Stammdurchmesser haben. Natürlich können Sie sich auch zwei starke Bäume in Ihrem Stadtwald aussuchen.

» Tipp 4 – Der Baumschutz:
Beim Slacklinen wirken starke Hebelkräfte, die sich ohne ausreichenden Baumschutz in tiefen Einkerbungen zeigen würden. Nicht nur die äußere Rinde, sondern auch die Wasserleitungen des Baumes würden beschädigt. Daher sollten Sie zwischen der Line bzw. der Rundschlinge und dem Baum möglichst dicke und großflächige Matten schieben. Im Handel erhalten Sie breite Matten, die Sie um den Stamm legen können. Alternativ können Sie auch Teppichreste, ein Stück Karton oder Schaumstoff nehmen.

» Tipp 5 – Übriges Zubehör und Kleidung:
Wenn Sie ein zweiteiliges Set kaufen, benötigen Sie als weiteres Zubehör allenfalls noch eine Schutzhülle, um die Ratsche abzudecken. Da die Ratsche aus hartem Metall besteht und stellenweise scharfe Kanten besitzt, dient die Hülle zu Ihrem eigenen Schutz. Ein eng anliegendes Shirt und eine bequeme Trainingshose oder Jogginghose reichen zum Slacken aus. Lange Ketten und Bänder könnten sich eventuell in der Line verfangen, sodass Sie auf solche Accessoires lieber verzichten sollten. Die Schuhe – wenn überhaupt – sollten dünne Sohlen haben, damit Sie den Kontakt zur Line spüren.

» Tipp 6 – Die Spannhöhe:
Die übliche Spannhöhe für Einsteiger beträgt circa 30 Zentimeter. Herunterfallen ist so unmöglich, weil Sie sich mit einem Sprung abfangen können. Spannen Sie mit der Ratsche die Line so straff wie möglich, das gibt Einsteigern mehr Halt.

» Tipp 7 – Barfuß laufen:
Barfuß laufen ist beim Slacken auf breiten Bändern ideal, denn so bekommen Sie das optimale Gefühl für die Line. Die Druckrezeptoren der Fußinnenfläche werden besser sensibilisiert als wenn Ihre Füße in Sportschuhen stecken würden. Auf diese Weise können Sie auch Ihre Zehen einsetzen, was ein wunderbares Training für sämtliche Muskeln und Sehnen des Fußes ist. Probieren Sie es einfach mal aus. Sie werden staunen, wie viele Muskeln beim Slacken angesprochen werden. Es kommt aber immer auf den eigenen Geschmack an. Der eine slackt lieber barfuß, der andere lieber mit Schuhen.

» Tipp 8 – Erste Gehversuche zu Zweit oder zu Dritt:
Wenn Sie sich das erste Mal auf die Slackline wagen, sollten Sie einen oder zwei Freunde zum Abstützen mitnehmen, da Sie ansonsten Schwierigkeiten mit dem Aufstieg haben werden. Hier eine kleine Anleitung, wie Sie auf die Line steigen sollten:

Schritt 1:
Begeben Sie sich in die Mitte der Line, denn dort sind die Schwingungen geringer. Ihre Freunde sollten sich links und rechts von Ihnen hinstellen.

Schritt 2:
Stellen Sie nun einen Fuß auf die Line, das andere Bein unmittelbar daneben, während auf der gleichen Seite ein Freund Ihre Hand hält.

Schritt 3:
Steigen Sie jetzt auf und drücken Sie das Bein durch, damit der Schwerpunkt genau über der Line liegt. Das klappt natürlich nicht beim ersten Mal, doch Übung macht den Meister und Sie werden ja anfangs unterstützt.

» Tipp 9 – Übungen für Einsteiger:
Setzen Sie die Füße immer genau parallel auf die Line und schauen Sie auf einen festen Punkt. Ruhig zu stehen und dabei die Balance zu halten, gehört zu den ersten Übungen für Einsteiger. Das hilft, Kontrolle über die Line zu bekommen. Wenn Sie sich schon etwas sicherer sind, können Sie auch schon kleine Sprünge oder gar eine 180-Grad-Wende wagen.

» Tipp 10 – Übungen für fortgeschrittene Einsteiger:
Sie werden sehen, wie viel Spaß Ihnen das Slacken macht und nach ein paar Tagen der Routine können Sie auch versuchen, mit geschlossenen Augen oder rückwärts zu gehen. Als nächstes können Sie in die Hocke gehen und an die Line fassen (Grabs), mit Anlauf auf die Line springen und darauf rutschen (Sliden) oder sich im Schneidersitz auf die Line setzen und mit der Zeit kommt das virtuose Surfen ganz von allein.

Weitere Informationen und Slacklinesets finden Sie unter:

Foto1: © Daniel Etzold - Fotolia.com, Foto2: © Michael Siegmund - Fotolia.com, Foto3: © Michael Siegmund - Fotolia.com, Foto4: © Ermano Grosz - Fotolia.com

2 Kommentare

  1. Slackaffe Oktober 28, 2013 at 01:12 - Reply

    1. In der Mitte sind die Schwingungen am stärksten, also als Anfänger am Rand beginnen!
    Und 2., ob breite oder schmale Linie ist eigentlich egal, meiner Erfahrung nach neigen die breiten mit Ratsche eher zu kleinen, aber heftigen Schwingungen, während auf den schmalen Linien größere, aber besser kontrollierbare Schwingungen sind. Reine Geschmackssache. Psychologisch könnte eine breite Linie am Anfang natürlich besser sein.
    3. (Wenn überhaupt) nur zum Aufsteigen festhalten, sonst bekommt man kein Gefühl dafür selber die Balance zu halten. Einfach versuchen zu stehen. Wenn das halbwegs klappt erste Schritte gehen.
    Wichtig dabei: Arme im ca. 90°Winkel nach oben! So kann man besser balancieren.

  2. Olli Dezember 29, 2013 at 11:35 - Reply

    Hallo, der Artikel ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Hier noch ein paar kleine Ergänzungen meinerseits:

    Zu 2, die richtige Breite: Wie Slackaffe im Kommentar schon erwähnt hat, sind die Schwingungen schmaler Lines leichter zu kontrollieren. Der richtige Vorteil breiterer Lines ergibt sich dann später, wenn man mit Sprüngen anfängt. Breite Lines können mehr Kraft beim Absprung zurückgeben und schneiden bei fortgeschrittenen Tricks nicht so sehr ein wie schmale Bänder.

    Zu 3, der richtige Ort: Wichtig ist noch ein ebener Untergrund zum Anfangen, da die Abgänge von der Line oft unkontrolliert erfolgen und daher keine Wurzeln, Hügel oder sonstiges eine sichere Landung gefärden sollten.

    Zu 8, erste Gehversuche:
    Weder am Rand noch in der Mitte sind die Schwingungen am geringsten, sondern am sogenannten „Sweet Spot“. Der befindet sich bei ca. einem fünftel der Line vom Ankerpunkt aus. Bei 15 m Länge also ca. bei drei Metern vom Baum entfernt.
    In der Mitte schlägt die Line seitlich am weitesten aus und ganz am Rand schwingt sie extrem schnell, was beides anfangs schwer zu kontrollieren ist.

    Ich bin ähnlicher Meinung wie Slackaffe, dass man es sofort ohne Hilfe versuchen sollte. Wer jedoch sehr unsicher ist, kann versuchen, erstmal mit Stützhilfe auf der Line zu stehen und dann ganz bewusst immer weniger Kraft an die Stütze abzugeben. So kann man sich langsam an das selbstständige Stehen herantasten. Natürlich muss man immer bedenken, dass man sich schnell von der Hilfe „abhängig macht“ und es eventuell immer schwerer wird, komplett ohne Hilfe auf der Line zu stehen.
    Wer genug Kraft in den Beinen hat tut sich auch schnell leichter, nur mit einem Fuß auf der Line zu stehen und mit dem anderen seitlich auszugleichen. Das wirkt am Anfang, wenn alles noch wacklig ist, schwerer, ist aber dann, wenn die Muskulatur sich an die Beanspruchung gewöhnt hat, viel leichter.

    Jep, das wars von meiner Seite. Ich wünsch allen eine Menge Spaß auf den Lines!

    Gruß, Olli

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