Wellensittichkäfig richtig einrichten – 10 Tipps

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Zwei Wellensittiche zusammen fühlen sich wohler

Wellensittiche fühlen sich zu zweit wohler

Der Wellensittich gehört ganz klar zu den beliebtesten Heimtieren in deutschen Haushalten. Und das nicht ohne Grund: Die intelligenten Vögel werden dank menschlicher Zuwendung schnell zahm und bei all dem Unsinn, den sie jeden Tag aushecken, kommt niemals Langeweile auf. Wellensittiche in Aktion zu beobachten ist interessanter als jedes Fernsehprogramm – das weiß wohl jeder Wellensittich-Freund. Wellensittiche gehören außerdem zu den pflegeleichteren Haustieren. Sie riechen nicht und der Schmutz, der von ihnen verursacht wird, lässt sich leicht mit dem Staubsauger entfernen. Bei aller Pflegeleichtigkeit sollte allerdings auch an die richtige Käfigausstattung gedacht werden, damit sich die geselligen Vögel auch wirklich wohl und zu Hause fühlen. Viel zu häufig müssen die pfiffigen Vögel ihr Dasein in einer ungeeigneten Umgebung fristen. Wie Sie einen Wellensittichkäfig richtig einrichten, lesen Sie hier.

Tipp 1: Ausreichend Platz
Die meisten handelsüblichen Vogelbauer sind selbst für einen einzelnen Sittich zu klein. Die Schwarmvögel sollten allerdings niemals einzeln gehalten werden, so dass auf einen Käfig in ausreichender Größe geachtet werden sollte. Die Vögel sollten in der Lage sein, auch innerhalb des Käfigs ein paar kleinere Flugübungen zu machen, also sollten Mindestmaße von ca. 90 x 60 x 50 cm möglichst nicht unterschritten werden. Ein großer Wellensittichkäfig (hier mein Kauftipp) ersetzt natürlich nicht den regelmäßigen Freiflug. Die Sittiche sollten täglich die Möglichkeit erhalten, den Käfig zu verlassen und nach Herzenslust zu fliegen.

Tipp 2: Quer verlaufende Gitterstäbe
Wellensittiche klettern unglaublich gern. Aus diesem Grund sollten die Gitterstäbe an mindestens zwei Seiten des Käfigs quer verlaufen. An längst verlaufenden Stäben rutschen die Vögel zu leicht ab, weil sie sich nicht daran festhalten können. Damit der Vogel nicht ausbrechen oder sich beim Versuch einklemmen kann, sollte der Abstand zwischen den Gitterstäben ungefähr 1,2 bis 1,5 cm betragen.

Tipp 3: Geeignete Sitzstangen
Viele im Handel angebotene Käfige werden inklusive Sitzstangen aus Plastik angeboten. Diese sollten so schnell wie möglich ausgewechselt werden, da sie zum einen meistens zu dünn für die Vogelfüße sind und zum anderen dem Nagebedürfnis des Sittichs nicht entgegenkommen. Es sollten auf jeden Fall Holzstangen gewählt werden, wobei Naturzweige Sitzstangen aus gedrechseltem Holz klar vorzuziehen sind. Am besten sind Zweige in unterschiedlichen Stärken von Bäumen wie Erle, Linde, Pappel, Weide, Kirschbaum, Apfelbaum oder Hasel geeignet. Sie sollten vor der Verwendung mit warmem Wasser abgebürstet werden, um eventuelle Schadstoffe loszuwerden. Zweige von Bäumen an vielbefahrenen Straßen sollten aber trotzdem nicht im Vogelkäfig landen.

Tipp 4: Das richtige Spielzeug
Wellensittiche lieben es, zu spielen. Der Käfig sollte zwar nicht überladen werden, aber jeder Sittich ist dankbar für das eine oder andere Spielgerät in seinem trauten Heim. Es gibt wohl keinen Wellensittich, der eine Schaukel verschmäht, deshalb gehören Schaukeln in jeden Käfig. Bei zwei Sittichen ist es ratsam, auch zwei Schaukeln anzubringen, denn erfahrungsgemäß sind Schaukeln beliebte Schlafplätze, um die sich die Vögel, wenn nötig, auch streiten. Spaß bringen auch Seile, Taue und Leitern zum Klettern sowie Messingglocken und mit Glöckchen versehene Gitterbälle, denn Wellensittiche lieben es, Lärm zu machen.

Tipp 5: Bedingt geeignetes Spielzeug
In vielen Wellensittichkäfigen sind Plastikvögel und Spiegel zu finden. Diese sollen vor allem allein gehaltenen Vögeln das Alleinsein erleichtern, doch dass sie ihnen die Gesellschaft eines Artgenossen niemals ersetzen können, sollte sich von selbst verstehen. Es spricht jedoch nichts dagegen, dass sich ein Paar oder eine Gruppe Wellensittiche mit diesen Spielzeugen amüsiert. Erfahrungsgemäß haben die Vögel trotz Gesellschaft aus Fleisch und Blut großen Spaß daran, sich ab und zu mit ihrem Spiegelbild zu unterhalten oder einem Plastikvogel ein paar Hiebe zu verpassen. Sollte ein Wellensittich aber dazu neigen, sich auf sein Spiegelbild zu fixieren, es konstant zu bebalzen oder es zu füttern, sollten die Spiegel lieber entfernt werden.

Tipp 6: Futterangebot
Für das übliche Körnerfutter sollten je nach Anzahl der Vögel genügend Näpfe vorhanden sein. Manche Vogelkäfige sind sind mit Näpfen ausgestattet, die von außen eingehängt werden, so dass der Vogel seinen Kopf durch eine Öffnung stecken muss. Grundsätzlich sind diese Näpfe sehr praktisch, da das Futter nicht verschmutzt wird und man zudem beim Füttern nicht ständig die Hand in den Käfig stecken muss, doch manche Vögel nehmen diese Näpfe nicht an. In diesem Fall sollten die Näpfe innen eingehängt werden. Gute Dienste tut außerdem ein separater Napf für Frischfutter wie Obst oder Gemüse, welches dem Vogel täglich zur Verfügung stehen sollte.

Tipp 7: Wasserversorgung
Am besten für die Wasserversorgung geeignet sind Wasserspender, welche von außen eingehängt werden, da sie das Wasser stets sauber und frisch halten. Hier gilt jedoch das gleiche wie bei den Futternäpfen: Manche Vögel bevorzugen von innen eingehängte Näpfe.

Tipp 8: Badehaus
Viele Wellensittiche baden gern, deshalb gehört ein Badehäuschen, welches von außen in die Käfigtür gehängt wird, zur Grundausstattung. Sollte sich herausstellen, dass der Wellensittich nicht gern durch Wasser watet, lässt sich er sich vielleicht lieber sanft mit einer Sprühflasche besprühen!

Tipp 9: Sepiaschalen und Kalksteine
Um den Kalkbedarf der Sittiche zu decken und ihnen außerdem eine weitere Möglichkeit zum Wetzen ihrer Schnäbel zu geben, gehört in jeden Vogelkäfig eine Sepiaschale oder ein anderer Kalkstein. Selbst gesammelte und nicht im Handel erstandene Schalen sollten jedoch vor der Anbringung einige Tage gewässert werden, da ihr hoher Salzgehalt dem Vogel schaden kann.

Tipp 10: Vogelsand
Bei dem Sand im Vogelkäfig sollte es sich unbedingt um speziellen Vogelsand handeln und keinesfalls um Bausand oder Blumenerde, da beide Materialien Stoffe enthalten können, die dem Vogel nicht bekommen. Vogelsand hingegen ist in der Regel mit Gritsteinchen versetzt, die der Vogel gern aufpickt, wenn er zum Spaß im Sand herumscharrt.

Foto1: © cristi180884 - Fotolia.com, Foto2: © sathopper - Fotolia.com, Foto3: © Conny Hagen - Fotolia.com, Foto4: © Vitalij Geraskin - Fotolia.com

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