Mit Kindern lesen – 8 Tipps für gemütliche Lesestunden

Mit Kindern lesen ist eine wichtige Sache, denn es fördert ungemein die Lernentwicklung der Kleinen. Damit diese nicht die Lust daran verlieren, hier 8 Tipps für gemütliche Lesestunden.

Kinder vorlesen lesen abends
Unvergessliche Momente, wenn die Eltern vorlesen. © detailblick-foto/ stock.adobe.com

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an die Leseabende aus seiner Kindheit. Wie er im kuschligen Pyjama eng an die Mama geschmiegt ihren Worten lauschte, bis er ins Land der Träume entglitten ist. Oder mit dem Papa großen Spaß erlebte, wenn dieser wild gestikulierend Piraten- und Räubergeschichten vorlas.

Als Eltern nun kommen wir selber oft in die Rolle des Vorlesenden und merken plötzlich, dass es gar nicht so einfach ist, lebendig und spannend vorzulesen. Vielleicht mit dem Ergebnis, dass die Kinder nicht zuhören möchten oder sich nebenbei gar mit anderen Dingen beschäftigen.

Lesen ist wichtig für die Entwicklung der Kleinen

Den eigenen Kindern vorlesen hat gleich mehrere Vorteile. So schaffen Sie sich und Ihrem Kind ganz bewusst Raum für Ihre Zweisamkeit. Der Alltag bleibt so gekonnt außen vor. Gleichzeitig regen Sie die Fantasie Ihres Kindes an und gehen mit gutem Beispiel voran. Wenn Kinder ihre Eltern beim Lesen erleben, finden sie später selber leichter Zugang zu Büchern.

Mit Kindern lesen – 8 Tipps für gemütliche Lesestunden

Kommen Ihre Kinder ständig zu Ihnen mit Büchern in der Hand, die Sie vorlesen sollen? Mit den folgenden Tipps verraten wir Ihnen, wie Ihnen gemütliche Leserunden für Groß und Klein gelingen und Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Spaß am Vorlesen haben. Es ist leichter, als Sie zunächst vielleicht denken.

Tipp 1: Das richtige Timing

Eine ruhige Stimmung ist beim Vorlesen sehr wichtig. Ist Ihr Kind gerade sehr aufgedreht und hat es seine Augen und Ohren überall, aber nicht bei der Geschichte, hat das Vorlesen wenig Sinn. Perfekt geeignet ist deshalb die Zeitspanne vor dem Schlafengehen. Ihr Kind kann zur Ruhe kommen, indem es Ihren Worten lauscht und seine Fantasie auf Reisen gehen lässt.


Ähnliche Themen:
» Kopfläuse bekämpfen – So gehen Sie vor
» Kind spielt nicht alleine – Was Sie dagegen tun können
» Ihr Kind schläft nicht? – 5 wirksame Tipps


Schön ist es auch, wenn das Vorlesen am Abend ein festes Ritual wird. Besonders dann, wenn Kinder nicht schlafen wollen, können Sie so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Doch auch zu anderen Tageszeiten kann eine Vorlesestunde sehr angenehm sein. Ein guter Zeitpunkt ist auch nach dem Mittagessen, vor oder anstelle des Mittagsschlafs. Nutzen Sie aber auf jeden Fall die Gelegenheit, wenn Ihr Kind ganz spontan Lust auf ein Buch bekommt, auch wenn es zu einer untypischen Tageszeit geschieht.

Tipp 2: Atmosphäre ist alles

Beim Vorlesen sollte die Stimmung gemütlich und entspannt sein. Kuscheln Sie sich zu Ihrem Sprössling ins Bett, dimmen Sie das Licht ein wenig und lassen Sie Ruhe einkehren. Auch auf dem Sofa unter der Decke oder gemeinsam im Sessel lässt es sich hervorragend in spannende Geschichten eintauchen.

Wichtig ist es, Hintergrundgeräusche und Ablenkungen zu vermeiden. Trubel im gleichen Zimmer oder Radio und Fernseher haben beim Vorlesen keinen Platz. Lassen auch Sie sich beim Vorlesen nicht ablenken. Die Vorlesezeit gehört ganz Ihnen und Ihrem Kind.

Tipp 3: Die Qual der Wahl

Wenn Sie Ihrem Kind regelmäßig vorlesen wollen, empfiehlt es sich, etwas Auswahl an Lesestoff vorrätig zu haben. Auf diese Weise können Sie Ihrem Kind auch die Entscheidung treffen lassen, was als Nächstes auf dem Vorleseplan steht. Sie werden sehen, dass Ihr Kind schnell gewisse Vorlieben entwickelt und auch seiner Stimmung entsprechend den Lesestoff auswählt.

Tipp 4: Eigene Vorlieben

Nicht nur Ihr Kind wird beim Vorlesen einen gewissen Geschmack und eigene Vorlieben entwickeln. Auch Sie werden Ihre Favoriten finden, die Sie besonders gern mögen und die Ihnen in Sachen Vorlesen besonders liegen. Vermutlich gibt es schon bald Bücher, die Ihr Kind nur von Mama oder nur von Papa hören will – und auf keinen Fall umgekehrt.

Tipp 5: Raum geben

Das Vorlesen soll Spaß machen und ist keine bitterernste Angelegenheit. Verbieten Sie also Ihrem Kind nicht das Wort, wenn es Zwischenfragen hat oder ihm eine Anekdote einfällt. Lassen Sie sich ruhig auf die kleinen Gespräche ein und geben Sie Ihrem Kind den Zuspruch, den es benötigt.

Vater vorlesen Kinder
Vorlesen muss nicht immer im Bett stattfinden. © Robert Kneschke/ stock.adobe.com

Wenn Ihr Kind noch ein wenig die Bilder betrachten oder ein paar Seiten zurückblättern möchte, lassen Sie es ruhig. Es geht schließlich nicht darum, den Text der Geschichte herunterzurattern, sondern darum, Zeit mit Ihrem Kind zu verbringen und ihm Spaß an Büchern zu vermitteln.

Keinen Spaß wird Ihr Kind hingegen haben, wenn Sie es zur Eile drängen, weil Sie endlich vorankommen wollen. Ihr Kind wird außerdem sofort merken, wenn Sie nicht ganz bei der Sache sind.

Tipp 6: Keine Zurückhaltung

Bemühen Sie sich, das Vorlesen möglichst lebendig zu gestalten. Für manche Eltern ist dies ausgesprochen leicht, anderen fällt es gerade zu Beginn deutlich schwerer, aus sich herauszugehen. Probieren Sie es einfach aus! Auch wenn es Ihnen anfangs peinlich ist, zu gestikulieren oder Ihre Stimme zu verstellen – Ihr Kind wird es ganz anders empfinden.

Wenn Sie den unterschiedlichen Charakteren verschiedene Stimmen oder Akzente zuordnen, mit Gefühl lesen und die Geschichte auf diese Weise lebendig werden lassen, wird Ihr Nachwuchs sich umso mehr mitreißen lassen und förmlich an Ihren Lippen hängen. Durch diese lebendige Erzählweise werden Sie es zudem auch schaffen, selbst schüchterne Kinder aus sich herauszuholen.

Kleiner Zusatztipp: Sie können auch ein Hörbuch für Kinder zur Hand nehmen und sich beim Sprecher einfach ein paar Tricks für Ihre nächste Lesestunde ablauschen.

Tipp 7: Immer in der Nähe

Wenn Sie Ihrem Kind schon früh die Lust am Lesen vermitteln wollen, sollten Bücher stets präsent sein. Neben einem eigenen Bücherregal im Kinderzimmer schadet es auch nicht, im Wohnzimmer ein paar Kinderbücher zu deponieren. So sind sie für spontane Leseabenteuer griffbereit.

Es hilft auch ungemein, wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn Ihr Kind Sie häufig mit einem Buch in der Hand sieht und mitbekommt, dass Sie sich für das Lesen interessieren, bekommen Lesestunden einen neuen Reiz.

Tipp 8: Die große Welt der Bücher

Bücher vorlesen Kinder
Da kommt Vorfreude auf: Eine schier unendliche Auswahl an Büchern. © Pav-Pro Photography/ stock.adobe.com

Besuchen Sie mit Ihrem Kind doch mal die Stadtbücherei oder einen großen Bücherflohmarkt. Für kindliche Verhältnisse finden sich dort scheinbar unendlich viele Bücher zusammen. Wenn es sich dort ein Buch aussuchen kann und dieses am Abend vorgelesen bekommt, ist das ein tolles Erlebnis für jedes Kind. So schön es ist, Bücher geschenkt zu bekommen, ist es für Ihren Nachwuchs noch spannender, selbst die Wahl getroffen zu haben.

Über Steffi 186 Artikel
Steffi gehört zum Team von Tipps.net. Als berufstätige Mutter ist sie vor allem Expertin für Kindererziehung und Familienmanagement. Aber auch aus Ihrem Garten bringt sie viele gute Tipps mit.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.