Dreimonatsrente – So funktioniert der Renten-Vorschuss

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Nach Tod des Ehegatten sieht die finanzielle Situation meist nicht gut aus. Hier kann die Dreimonatsrente Abhilfe schaffen. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

Beantragen Sie die Dreimonatsrente

Beantragen Sie die Dreimonatsrente

Leider wissen viel zu wenig Menschen von der Dreimonatsrente und müssen aus diesem Grund die ersten Monate nach dem Tod des Ehegatten plötzlich mit erheblich viel weniger Geld auskommen. Dass das nicht ganz einfach ist, wissen wir alle. Wie die Dreimonatsrente vorerst helfen kann, erfahren Sie jetzt.

Was verstehe ich unter der Dreimonatsrente?
Die im Volksmund oftmals als Dreimonatsrente bezeichnete einmalig geleistete Hinterbliebenenversorgung versteht sich als eine Art Renten-Vorschuss auf die anschließend zu erwartende Witwen-/Witwerrente.

Woher bekomme ich ein Beantragungsformular?
Ein Beantragungsformular wird von der Rentenversicherung extra dafür bereitgestellt. Sie bekommen es direkt beim Rentenversorger (Deutscher Postrentendienst, Deutsche Post AG), bei einigen Gemeinden, aber auch viele Bestattungsinstitute halten für Hinterbliebene dieses Formular bereit.
» Download Info-Broschüre
» Kontakt zum Deutsche Post Renten Service

Beantragung und Zuspruch der Dreimonatsrente
Nachdem Sie als Hinterbliebene(r) dieses spezielle Formular ausgefüllt haben, müssen Sie den Antrag und eine beglaubigte Kopie der Sterbeurkunde innerhalb von 30 Tagen nach dem tatsächlichen Sterbedatum direkt beim Postrentendienst einreichen.

» Tipp: Beantragen Sie auch zeitgleich die Hinterbliebenenrente bei der Rentenanstalt, damit die Geldversorgung möglichst lückenlos gewährleistet bleibt.

Nach Überprüfung der Antragsstellung (Anspruchsrecht) wird in der Regel durch den Rentenversorger schnellstmöglich ein positiver Bescheid ausgestellt, der zugleich eine Einmalzahlung in Höhe von drei vollständigen Monatsrenten des Verstorbenen gewährleistet.

Beispiel: Die bisherige Monatsrente des Verstorbenen betrug monatlich 1.500,- Euro, so wird eine Dreimonatsrente über 4.500 Euro als Rentenvorschuss an den Hinterbliebenen ausbezahlt.

Auszahlung der Dreimonatsrente
Die Auszahlung der Dreimonatsrente erfolgt per Banküberweisung auf das im Formular angegebene Bankkonto mit dem Zahlungshinweis Arbeitskonto bzw. Verrechnungsstelle.

Berechnung der Witwen-/Witwerrente
Während die Höhe der Dreimonatsrente noch dem vollen Rentenanspruch des Verstorbenen entspricht, so ist die eigentliche Hinterbliebenenrente normalerweise weitaus geringer. Sie müssen durchschnittlich mit einer Kürzung von bis zu 40 Prozent – bei Anrechnung eigener Einkünfte sogar noch höher – rechnen.

Sobald die endgültige Höhe der künftigen Witwen-/Witwerrente feststeht, wird die Leistung der Dreimonatsrente (Rentenvorschuss) bei den ersten Auszahlungen gegengerechnet.

» Dies bedeutet, dass ein durch die Dreimonatsrente zu viel ausbezahlter Rentenvorschuss wiederum dem Anspruchsberechtigten in Rechnung gestellt und dadurch die eigentliche Hinterbliebenenrente erstmal gemindert wird.

Beispiel: Die Hinterbliebenenrente wird auf 900,- Euro festgesetzt. Somit wurden beim Rentenvorschuss insgesamt 1.800,- Euro zu viel ausbezahlt, die nun in Rechnung gestellt werden. Dies bedeutet, dass der Hinterbliebene zwei Monate lang keine Rentenversorgung erhält und erst ab dem dritten Monat mit Auszahlung einer Witwen-/Witwerrente rechnen kann.

Foto1: © Bernd Kröger - Fotolia.com

Ein Kommentar

  1. Renate Goetzinger Juni 29, 2017 at 07:53 - Reply

    Eine sehr unglückliche Lösung, zu der ich Niemandem raten kann. Die Begründung dieser Praktik ist Quatsch. Was zu Beginn an Mehr ist, fehlt hintendran. Dann lieber von vornherein einteilen und nachzahlen lassen. Es ist nicht lustig mehr als 5 Monate überhaupt keine Rentenversorgung zu haben.

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