Erste Hilfe – Diese Maßnahmen sollten Sie kennen

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Jeder kommt mal in die Situation, in der er die Erste Hilfe Maßnahmen kennen und anwenden muss. Welche das sind und wie sie angewendet werden müssen, lesen Sie hier.

Sie sollten die wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen kennen

Sie sollten die wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen kennen

Alle fünf Jahre einen Auffrischungskurs besuchen

Erste Hilfe rettet Leben, das ist klar. Das aber nur dann, wenn man die Erste Hilfe Maßnahmen auch wirklich kennt und richtig anwenden kann. Spätestens, wenn man seinen Führerschein machen möchte, muss man dafür einen Erste-Hilfe-Kurs belegen. Das war es dann aber auch schon. Viele vergessen im Laufe der Jahre einfach, was in einer Notsituation zu tun ist. Es ist daher ratsam, alle fünf Jahre einen Auffrischungskurs zu machen, allein schon deshalb, weil es im Bereich der Wiederbelebungsmaßnahmen neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Für diejenigen, die es einfach nicht schaffen, einen Auffrischungskurs zu besuchen, haben wir hier die wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen noch einmal notiert.

Wichtig:
Damit Sie jederzeit, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, Erste Hilfe leisten können, müssen Sie einen Verbandskasten im Auto mitführen. Das ist Pflicht! Sie müssen zudem auch immer darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum der Verbandsmaterialien nicht abgelaufen ist.

Erste Hilfe Maßnahmen – Diese sollten Sie kennen

Eigensicherung:
Zu den ersten Maßnahmen bei einem Notfall gehört immer die Eigensicherung, denn wenn sie nicht beachtet wird, dann kann es sehr schnell zu Folgeunfällen kommen. Deshalb sollten Sie immer die Warnblinkanlage in Ihrem Auto anschalten, die im Auto mitgeführte Warnweste überziehen und ein Warndreieck aufstellen. Sind Sie zu zweit, dann sollte das die andere Person machen, damit Sie sich schon um den/die Verletzten kümmern können.

Überblick verschaffen/Notruf alarmieren:
Nun müssen Sie sich einen Überblick über die Situation verschaffen und den Notruf (112) alarmieren. Halten Sie bei Ihrem Anruf die folgenden Informationen bereit:

  • Wo hat sich der Unfall ereignet?
  • Was genau ist passiert?
  • Wie viele Personen sind verletzt/erkrankt?
  • Welche Verletzungen/Erkrankungen liegen vor?
  • Wer meldet den Unfall?

Wichtig:
Legen Sie anschließend nicht gleich auf und geben Sie Ihre Telefonnummer für eventuelle Fragen durch.

Sind Sie alleine am Unfallort, dann sollten Sie die verletzte Person zuerst in die stabile Seitenlage bringen und dann den Notarzt rufen.

Stabile Seitenlage:
Bevor Sie den Verletzten in die stabile Seitenlage bringen, müssen Sie erst einmal abklären, ob die Person bei Bewusstsein ist und atmet, oder nicht. Sprechen Sie die Person dazu an und rütteln Sie notfalls ein wenig an den Schultern. Wenn die Person nicht oder unzureichend atmet, dann müssen Sie sofort mit den Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Hat der Verletzte eine ausreichende Atmung, dann müssen Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen.

» Schritt 1:
Knien Sie sich seitlich neben die verletzte Person hin. Winkeln Sie nun einen Arm des Verletzten an und legen Sie diesen nach oben. Die Handinnenfläche zeigt dabei nach oben.

» Schritt 2:
Greifen Sie nun den anderen Arm und kreuzen Sie diesen vor der Brust des Verletzten. Legen Sie den Handrücken des Betroffenen an dessen Wange.

» Schritt 3:
Greifen Sie nun an den entfernten Oberschenkel und winkeln Sie das Bein an.

» Schritt 4:
Greifen Sie anschließend mit der anderen Hand an die Schulter und rollen Sie den Verletzten auf die Seite.

» Schritt 5:
Überstrecken Sie nun den Kopf des Verletzten, um die Atemwege frei zu halten. Öffnen Sie auch den Mund ein wenig.

Wichtig:
Unfallopfer kühlen sehr schnell aus. Halten Sie den Betroffenen also warm, am besten mit einer Rettungsdecke, einer Jacke, usw.

Tipps zur stabilen Seitenlage gibt es auch in diesem Video der IKK:

Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen:
Wenn der Verletzte nicht mehr ansprechbar ist, dann sollten Sie überprüfen, ob dieser atmet. Wenn nicht, dann müssen Sie schnellstmöglich mit den Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Diese Wiederbelebungsmaßnahmen bestehen aus 30 Mal Herzdruckmassage und 2 Mal Atemspende. Hier jeweils eine Anleitung zur Herzdruckmassage und zur Atemspende.

» Herzdruckmassage – Schritt 1:
Knien Sie sich neben der Verletzten hin und platzieren Sie den Ballen einer Hand auf das untere Drittel des Brustbeins. Anschließend die andere Hand auf den Ballen setzen.

» Herzdruckmassage – Schritt 2:
Drücken Sie nun den Oberkörper des Verletzten 30 Mal circa 4 Zentimeter tief ein. Dafür sollten Sie nicht länger als 20 Sekunden benötigen. Anschließend 2 Mal beatmen.

» Atemspende – Schritt 1:
Neigen Sie den Kopf des Verletzten nach hinten, um die Atemwege frei zu machen.

» Atemspende – Schritt 2:
Mit der einen Hand müssen Sie nun die Nase des Verletzten schließen, mit der anderen Hand müssen Sie den Mund öffnen.

» Atemspende – Schritt 3:
Atmen Sie ein und legen Sie Ihre Lippen dicht um den Mund des Verletzten. Anschließend eine Sekunde lang Luft in den Mund des Betroffenen blasen, sodass sich deren Brustkorb hebt.

» Atemspende – Schritt 4:
Wiederholen Sie die Atemspende. Atmet der Verletzte nun wieder selbstständig, dann sollten Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen. Wenn nicht, dann sollten Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte mit den Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen weiter machen. Also 30 Mal Herzmassage und 2 Mal Atemspende im Wechsel durchführen und zwischendurch immer wieder die Atmung kontrollieren.

Schock:
Ein Schock kann lebensgefährlich sein, da die wichtigen Organe nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden. Deshalb müssen Sie schnell und richtig handeln.

Ist der Betroffene bei Bewusstsein, dann sollten Sie ihn flach auf den Boden legen und die Beine hoch lagern. Dadurch wird der Blutrückfluss zum Herzen und zu den anderen wichtigen Organen gesteigert. Anschließend zudecken und den Betroffenen beruhigen.

Ist der Betroffene nicht bei Bewusstsein, dann sollten Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen und zudecken.

Wichtig:
Beobachten Sie immer die Atmung des Betroffenen. Setzt diese aus, dann müssen Sie Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen.

Wunden und Blutungen:
Bevor Sie irgendwelche Wunden/Blutungen versorgen, sollten Sie sich immer erst einmal Schutzhandschuhe anziehen.

» Schritt 1:
Legen Sie zuerst einmal eine sterile Wundauflage/Kompresse auf die Wunde und umwickeln Sie diese dreimal mit einem Verband (bei leichteren Verletzungen mehrmals umwickeln).

» Schritt 2:
Bei einer stark blutenden Wunde sollten Sie die Blutung mit einem Druckgegenstand stillen. Dazu einfach ein Verbandspäckchen auf die Wunde auflegen und mit dem restlichen Verband umwickeln.

» Schritt 3:
Anschließend den Druckgegenstand mit einem Knoten fixieren.

Verbrennungen:
» Schritt 1:
Wenn Kleidungsstücke brennen, dann diese sofort mit Wasser übergießen oder aber die Flammen mit einer Decke ersticken. Wenn Sie nichts zur Hand haben, dann sollten Sie den Betroffenen am besten auf dem Boden wälzen. Brennende Personen lieber nicht mit einem Feuerlöscher löschen, und schon gar nicht das Gesicht, denn die meisten Feuerlöscher sind nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt.

» Schritt 2:
Sofern die Kleidungsstücke nicht an der Haut haften, sollten Sie diese entfernen und die Wunde anschließend etwa 10 Minuten mit Wasser kühlen.

» Schritt 3:
Danach die Brandwunde mit einer sterilen Kompresse locker bedecken.

Vergiftung:
Bei einer Vergiftung sollten Sie erst den Notruf alarmieren und dann die Giftnotrufzentrale anrufen und deren Anweisungen folgen. Diese wird Ihnen genau sagen, was zu tun ist. Die Giftnotrufzentralen sind 24 Stunden erreichbar. Hier eine Auflistung der wichtigsten Maßnahmen, die bei einer Vergiftung durchzuführen sind, und die Telefonnummern der Giftnotrufzentralen in Deutschland:

» Kindergesundheit-Info.de – Infoblatt für Vergiftungsunfälle

Fazit

Ich hoffe wir konnten Ihnen auf diesem Wege die wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen wieder ins Gedächtnis rufen und auffrischen. Grundsätzlich sollten Sie sich jedoch eines merken: Rufen Sie in einer Notsituation immer einen Krankenwagen! In vielen Situationen, wie z.B. bei Verbrennungen, Wunden/Blutungen, Vergiftungen, usw. kann es nämlich zusätzlich zu einem Schock kommen, der, wie oben beschrieben, lebensbedrohlich sein kann.

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