Erwachsene Hunde – Vertrauensvolle Partnerschaft aufbauen

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Ihr Hund kann noch viel lernen

Ihr Hund kann noch viel lernen

Erwachsene Hunde möchten genauso wie Welpen die Welt entdecken. Wie sich Ihr Leben mit einem erwachsenen Hund verändert, lesen Sie hier.

Alles bleibt wie es ist und ändert sich doch

Ein Schalter legt sich um
Ob der erwachsene Hund nun schon als solcher bei Ihnen einzog, oder er sich bei Ihnen vom Welpen zum Erwachsenen entwickelte spielt keine Rolle, wenn es um die Bedürfnisse geht. Ist Ihr Hund vollständig ausgereift und damit tatsächlich auch erwachsen, dürfte er sich im Alter zwischen etwa 2 und 6 Jahren befinden. Viele Halter, die ihren Hund bereits als Welpe oder Junghund zu sich nahmen, stellten im Nachhinein fest, dass es eines Tages war, als hätte sich beim Hund ein Schalter umgelegt. Ein temperamentvoller Hund wird nun nicht zur Schlaftablette und der Jäger nicht zum Wildhüter, doch die ständigen Phasen des Austestens und Sich-beweisen-müssen sind vorbei.

Erwachsene Hunde reagieren gelassener
Angespannt wartet man aus Gewohnheit immer noch auf die Rüpelwochen, die sich aber einfach nicht mehr einstellen. Der Hund reagiert gelassener, verliert an manchen Dingen sogar komplett das Interesse, als würde er sie als Kinderkram abtun. Manche Hunde fordern nun nur noch ihre guten Bekannten zum Spielen auf und ignorieren fremde Hunde nach kurzem Check. Dinge, die, für Sie völlig unverständlich, den Junghund noch regelrecht aufregten, werden nun höchstens noch mit einem Seitenblick oder kurzzeitiger, ruhiger Aufmerksamkeit bedacht.

Ihr Leben wird entspannter
Es kann sogar passieren, dass Sie eines Tages die Wohnung in Erwartung des üblichen Chaos aufschließen und nichts ist passiert. Keine massakrierten Kübelpflanzen, kein leer geräumter Mülleimer, keine zerkauten Socken warten auf Ihren Einsatz. Spaziergänge mit Leine gestalten sich nicht mehr als Fitnessersatz und wenn Sie den Hund abrufen, reagiert er sogar mitten im Spiel – und zwar zuverlässig! Kurzum, Ihr Leben wird einfach entspannter. Die Vorraussetzung dazu müssen Sie allerdings in den vorangegangenen zwei bis drei Jahren geschaffen haben. Sollten Sie das versäumt haben, bleibt Ihr Hund der Chaot, der er war.

Vertrauen, Geduld und Fingerspitzengefühl

Einzug eines erwachsenen Hundes
Zieht ein bereits erwachsener Hund bei Ihnen ein, spielt sein bisheriges Leben eine große Rolle, von dem Sie in der Regel nur einen winzigen Bruchteil kennen. Über diesen erwachsenen Hund wissen Sie nur, was die Vorbesitzer preisgaben oder im Tierheim festgestellt werden konnte. Beides ist mit Vorsicht zu genießen. Meist zeigt solch ein Hund seinen wahren Charakter erst, wenn er sich auch wirklich heimisch fühlt und bereit ist, eine engere Bindung mit Ihnen einzugehen. Dann kann sich der vermeintliche Gänseblümchentyp als rigoroser Despot outen, ebenso kann sich die angebliche Bestie als Schoßhündchen entpuppen.

Vertrauen aufbauen
Nun liegt es an Ihnen herauszufinden, was vom gezeigten Verhalten vielleicht nur etwas nervige, dennoch akzeptable und tolerierbare Marotten sind und was unbedingt umgelenkt, abgestellt oder wenigstens abgeschwächt werden muss. Dies erfordert Vertrauen des Hundes in Sie, aber auch Ihr Vertrauen in den Hund, enorm viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Es dauert vielleicht Wochen oder Monate, bis der Hund beginnt Ihnen wirklich zu vertrauen, mit nur einer einzigen Fehlhandlung können Sie das alles wieder zerstören.

Talente und Vorlieben entdecken und fördern
Auch die Talente und Vorlieben des Hundes gilt es zu entdecken und zu fördern. Oft schlummern in einem bisher ungeforderten Hund außergewöhnliche Begabungen, die nur darauf warten endlich entdeckt zu werden. Probieren Sie dazu verschiedene Dinge, wie z.B. Suchspiele und Apportierspiele mit Objekten, Versteckspiele mit Ihnen und der Familie oder sportliche Aktivitäten je nach Körpertyp des Hundes aus.

Was Hänschen nicht lernte, kann Hans sehr wohl noch lernen

Nur weil der Hund kein Welpe oder Junghund mehr ist, bedeutet es noch lange nicht, dass er nichts mehr lernen kann. Im Gegenteil! Manche Hunde aus Zweithand blühen auf der Schulbank regelrecht auf. Dies gilt übrigens auch für jenen Hund, der bereits seit Welpenalter bei Ihnen lebt. Nur weil er jetzt erwachsen ist, heißt es nicht, dass er nichts mehr lernen kann oder möchte. Er will auch weiterhin mit Ihnen die Welt und seine Möglichkeiten entdecken.

Foto1: © Carola Schubbel - Fotolia.com

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