Frühkastration beim Hund – Pro und Kontra

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Frühkastration beim Hund

Frühkastration beim Hund

Ebenso leidenschaftlich wie die Kastration als solche, wird auch über das beste Kastrationsalter des Hundes diskutiert. Wie sinnvoll ist eine Frühkastration beim Hund?

Hund bereits vor der Geschlechtsreife kastrieren?
Sollte man den Hund bereits vor oder erst nach Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren lassen, also zur Frühkastration greifen? Von verschiedenen Fachleuten wird pro Frühkastration mit dem Verhalten des Hundes plädiert. Hunde, männlich wie weiblich, welche bereits vor der Geschlechtsreife, also in der Regel im 6./7. Lebensmonat oder Hündinnen vor der ersten Hitze, kastriert werden, behalten ihr Junghundeverhalten bei und gehen auch auf andere Hunde völlig neutral zu. Fachleute, die kontra Frühkastration diskutieren, führen ins Feld, dass diese Hunde aufgrund der Frühkastration ihre Geschlechtsidentität gegenüber anderen Hunden verlieren und in der Lernfähigkeit eingeschränkt sind.

» Übrigens: Hundehalter von Rüden und Hündinnen begründen ihre Entscheidung für die Frühkastration gern mit dem Satz: Ach, so habe ich keinen Stress bei der Läufigkeit. Während die Fachleute ihre Meinungen sinnvoll vertreten können, baut die Entscheidung der Hundehalter auf deren Bequemlichkeit auf. Denken Sie über diesen Unterschied mal nach. Schließlich möchten Sie doch, dass es Ihrem Hund so gut wie möglich geht. Dafür müssen Sie schon mal ein bisschen was in Kauf nehmen. Lassen Sie Ihren Hund nicht aus reiner Bequemlichkeit kastrieren.

Pro Frühkastration

  • Die Hunde zeigen auch nach dem Erwachsenwerden, also je nach Rasse im Alter ab 1,5 bis 3 Jahre, Junghundeverhalten. Dies zeigt sich weniger im Wunsch zu spielen, der auch bei Frühkastraten mit zunehmendem Alter aufgrund körperlichen Abbaus abnimmt, als mehr im verspielt anmutenden Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und auch dem Hundehalter.
  • Sexualaggressionen treten nicht auf.
  • 80 Prozent der Hündinnen, welche vor der ersten Hitze kastriert werden, leiden später nicht unter geschlechtsspezifische Tumore.

Kontra Frühkastration

  • Die Geschlechtsidentität des Hundes wird nicht aufgebaut. Da Rüde und Hündin nicht sicher sind, was sie da vor sich haben, werden Frühkastraten oft gemobbt, überdurchschnittlich oft aufgeritten, manchmal auch, für die Halter scheinbar ohne erkennbaren Grund, gebissen. Mehrere schlechte Erfahrungen machen dann auch aus dem freundlichsten Frühkastraten einen verbitterten Hund, der selbst lieber zuerst zubeißt, bevor er wieder zum Opfer wird.
  • Die Lernfähigkeit von Frühkastraten ist etwas weniger ausgeprägt als jene von Hunden, die erst nach der Geschlechtsreife kastriert werden. Dass diese Behauptung nicht aus der Luft gegriffen ist, liegt nahe, da Arbeitshunde, also jene, die eine spezielle Ausbildung erhalten, grundsätzlich nicht früh kastriert werden.
  • Der Hund reift nicht zu einer erwachsenen Persönlichkeit heran.
  • Frühkastration verhindert zwar Sexualaggression, jedoch weder Besitzaggressionen oder Revieraggression, noch ausgeprägtes Jagdverhalten.

Fazit:
Im Endeffekt müssen jedoch Sie als Halter entscheiden, welches Leben Sie für Ihren Hund wünschen. Frühkastration wie auch Spätkastration haben Vorteile und Nachteile, die gut gegeneinander abgewogen werden müssen. Eines werden Sie jedoch mit keiner Form von Kastration ändern können: Das Resultat Ihrer Sozialisierung, Haltung und Erziehung.


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