Herzerkrankungen beim Hund – 3 Erkrankungen vorgestellt

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Herzerkrankungen beim Hund sind heute mindestens so verbreitet wie beim Menschen. Einige davon werden genetisch weitergegeben. Welche das sind, lesen Sie hier.

Viele Herzerkrankungen beim Hund sind tückisch

Viele Herzerkrankungen beim Hund sind tückisch

1. Ductus arteriosus botalli – PDA

Embryonen haben eine Art Umleitung des Blutkreislaufes, der die Lunge ausschließt. Diese Verbindung zwischen Lungenaorta und Herzaorta schließt sich normalerweise ganz spontan bei der Geburt. Erfolgt dieser Verschluss nicht, sprechen Mediziner von der Ductus arteriosus botalli.

» vorrangig betroffen: Zwergpudel, Toypudel, Pomeranier (Zwergspitz), Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Collie, Sheltie, Cocker Spaniel, Yorkshire Terrier, Malteser, Bobtail und Wolfsspitz (auch als Keeshoond bekannt)

» Symptome: Häufig treten Kurzatmigkeit, Atemnot, Husten, verminderter Bewegungsdrang, Müdigkeit, blaue Schleimhäute auch im Genitalbereich und Afterbereich, Ohnmachtsanfälle und ein Zusammenbruch in den Hinterbeinen beim Spielen auf. Leider zeigen Hunde vor allem zu Beginn nur sehr selten Symptome der Blutüberversorgung der Lunge. Meist wird die PDA zufällig bei Untersuchungen entdeckt.

» Folgen: Bleibt die PDA unentdeckt, führt sie innerhalb des ersten Lebensjahres unweigerlich zum Tod des Hundes.

» Behandlung: Es ist eine Operation notwendig, bei der ein Verschlusskatheter zwischen die Aorten gesetzt wird. Je früher solch ein Katheter gesetzt werden kann, desto höher ist die Chance, dass der Hund eine normale Lebenserwartung hat.

2. Aortenstenose oder Subaortenstenose (kann auch erworben werden)

Sind die Aortenklappen verengt und behindern so den Blutfluss aus der linken Herzkammer, handelt es sich um eine Aortenstenose, welche in den Formen valvuläre Aortenstenose, supravalvuläre Aortenstenose und subvalvuläre Aortenstenose auftreten kann. Dazu ist zu sagen, dass die subvalvuläre Form am häufigsten auftritt.

» vorrangig betroffen: Boxer, Rottweiler, Neufundländer, Retriever, Deutscher Schäferhund

» Symptome: Wird bereits der Welpe schnell müde, leidet er unter Atemnot, wirkt er häufig schlapp und lethargisch, dann sollte auf jeden Fall eine Untersuchung erfolgen. In manchen Fällen neigen die Hunde bei körperlicher Belastung auch zu Taumeln und Ohnmachtsanfälle oder die Zunge verfärbt sich blau. Handelt es sich nur um eine leichte Aortenstenose, sind meist überhaupt keine Symptome feststellbar.

» Folgen: Handelt es sich um eine leichte oder mittelschwere, aber auch erkannte Aortenstenose, bestehen gute Behandlungsmöglichkeiten, die dem Hund ein relativ unbeschwertes und langes Leben bescheren können. Schwere Fälle enden häufig im so genannten Sekundentod, nicht selten vor dem dritten Lebensjahr.

» Behandlung: In der Regel werden entsprechende Medikamente verabreicht, in seltenen, schweren Fällen folgt ein chirurgischer Eingriff, der jedoch als recht risikoreich gilt.

3. Pulmenalstenose

In diesem Fall sind die pulmonalen Herzklappen verengt. Meist aufgrund von Missbildungen verkleben und verdicken sich diese Herzklappen und erschweren den Blutdurchfluss von der rechten Herzseite zur Lunge.

» vorrangig betroffen: West Highland White Terrier, Englische Bulldogge, Zwergschnauzer, Chihuahua, Beagle

» Symptome: Pulmenalstenose gilt als besonders tückisch, da sich selten Symptome zeigen. Allein im Vergleich mit den Wurfgeschwistern können betroffene Welpen kleiner und ruhiger erscheinen. Treten die Symptome auf, ist es häufig schon zu spät für eine erfolgreiche Therapie, oder es handelt sich um eine sehr schwere Form der Erkrankung. In dem Fall kommt es wieder zu Ohnmachtsanfällen, Leistungsabfall, bis hin zur Abmagerung des Hundes im Endstadium der Krankheit.

» Folgen: Eine Pulmenalstenose wächst mit dem Hund mit und verändert so ihren Schwerestatus. Unerkannt und damit unbehandelt, führt die Erkrankung früher oder später zum Tod.

» Behandlung: Es ist ein operativer Eingriff notwendig, bei dem mittels Katheter ein Ballon gesetzt wird. Allerdings wird diese Operation bisher in Europa nur in wenigen Herzzentren ausgeführt, unter anderem in der Münchner Universität, Abteilung Kardiologie.

Foto1: © Christoph Hähnel - Fotolia.com

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