Hochbegabte Kinder erkennen – So geht’s

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Hochbegabte Kinder langweilen sich oft in der Schule

Hochbegabte Kinder langweilen sich oft in der Schule

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihr Kind im Gegensatz zu Gleichaltrigen Kindern, besonders schlau, wissbegierig und intelligent ist? Hier lesen Sie wie Sie hochbegabte Kinder erkennen und wie Sie sie dann im entsprechenden Fall fördern können.

Erste Anzeichen
Kann Ihre vierjährige Tochter bereits lesen oder setzt sich Ihr Sohn mit fünf Jahren ein riesiges Puzzle zusammen? Das könnten erste Anzeichen einer Hochbegabung sein, die oftmals bereits im Kleinkindalter zu erkennen ist. Nicht immer ist ein bestimmtes Talent auch gleichzeitig eine Hochbegabung, denn es sind viele Eigenschaften und Verhaltensweisen Ihres Kindes zu berücksichtigen, dennoch lassen gewisse Fähigkeiten darauf schließen, dass der Nachwuchs übermäßig begabt ist. Eine eindeutige Diagnose ist nicht immer leicht.

Was ist eine Hochbegabung?
Die menschliche Intelligenz wird mittels des Intelligenzquotienten (kurz IQ) gemessen. Dieser ist eine Kenngröße zur Bewertung der Intelligenz, welcher durchschnittlich bei 100 liegt. Natürlich kann er auch minimal abweichen, was nicht bedeutet, dass ein Mensch mit einem IQ von 98 weniger intelligent ist, als ein Mensch mit einem IQ von 102. Intelligenz und Begabung ist eh sehr selektiv und abhängig vom Themenfeld. Es gibt Menschen, die in technischen Dingen unheimlich bewandert sind, während andere eher vor Kreativität sprühen. Ab einem Wert von 130 wird der Mensch als besonders begabt, also als hochbegabt, bezeichnet. Oftmals wird dies bereits im Kindergartenalter festgestellt, denn das Kind zeigt dafür typische Verhaltensweisen, die bei Gleichaltrigen nicht unbedingt zu beobachten sind.

Hochbegabte Kinder erkennen

Wie bereits erwähnt, sind kleine Auffälligkeiten im Verhalten des Nachwuchses nicht immer gleich mit einer Hochbegabung zu assoziieren.

  • Beobachten Sie Ihr Kind in sämtlichen Situationen. Sprechen Sie gegebenenfalls auch mit deren Lehrern, wenn mehrere Aspekte auf ein übermäßiges Talent schließen lassen.
  • Hochbegabte Kinder haben im Allgemeinen ein sehr hohes Detailwissen und möchten auch immer wieder gerne viel über ihnen unbekannte Dinge erfahren und lernen.
  • Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kinder mit besonderer Intelligenz eher mit älteren Kindern spielen und sich austauschen, weil sie von ihnen mehr lernen und spannenderes erfahren.
  • Schon im Kleinkindalter können sich erste Anzeichen einer Hochbegabung zeigen. Es wird bereits früh gesprochen und der Wortschatz ist mit nur drei Jahren sehr umfangreich.
  • Auch wenn sich Ihr Kind sehr viel merken kann und eine enorme Beobachtungsgabe hat, lässt es darauf schließen, dass Ihr Kind hochbegabt ist.
  • Auch an Erwachsenenthemen haben hochbegabte Kleinkinder meist großes Interesse und sie verfolgen mit großen Augen zum Beispiel politische Nachrichten im Fernsehen.

Hochbegabt zu sein heißt aber nicht perfekt zu sein, denn auch negative Auffälligkeiten, wie eine enorme Selbstkritik, Langeweile und übertriebener Perfektionismus sind Kennzeichen eines IQ von über 130 bei Kindern. Wenn Sie Ihr Kind als hochtalentiert einschätzen, sollten Sie mit Ihrem Kind eine Beratungsstelle aufsuchen. Die Fachleute können die eventuelle Hochbegabtheit besser erkennen und einschätzen. Dort wird auf Wunsch dann auch ein Intelligenztest gemacht. Dieser Test wäre noch vor dem Schuleintritt ratsam, um dann gegebenenfalls weitere fördernde Schritte für das Kind einzuleiten.

Förderung von hochbegabten Kindern

Wird eine Hochbegabung nicht erkannt oder ernst genommen, kann dies zu sozialen, schulischen und emotionalen Problemen beim Nachwuchs führen. Die Fähigkeiten des Kindes müssen entsprechend entfaltet werden und Eltern, sowie Erzieher und Lehrer, müssen ihnen dazu etliche Möglichkeiten bieten. Auch nach der Schule haben hochbegabte Kinder die Lust am Lesen, Lernen und Experimentieren nicht verloren.

  • Haben Sie immer genügend adäquate Bücher, Lernmaterial und Spielzeuge vorhanden, die das Interesse und den Spaß Ihres Kindes wecken.
  • Heutzutage werden auch Förderprojekte, Workshops und Hochbegabten-Kurse für viele Altersgruppen angeboten, wo Kinder auf Gleichgesinnte treffen und sich ihrem Interesse vollends hingeben können.
  • Trotz Hochbegabung brauchen die Kinder auch großen Freiraum, denn sie wollen spielen, toben und albern sein. Zwar beschäftigen sich die Kleinen viel mit Erwachsenenthemen und wirken sehr reif, aber sie sind dennoch Kinder, die gerne auf den Spielplatz gehen und auch mal Streiche spielen.
  • Zuwendung, Liebe und Vertrauen von Seiten der Eltern sind immer wichtig, egal, wie hoch der IQ ist. Das Abschirmen von anderen Kindern, um seine hochbegabten Kinder permanent zu fördern, ist nicht ratsam, denn sie brauchen Spielkameraden und Freunde, mit denen sie ihre Sorgen und Interessen teilen können.

Probleme hochbegabter Kinder

» Hochbegabung ist nicht immer ein Segen, sondern kann auch zu einer echten Last werden. Emotional sind solche Kinder oftmals sehr sensibel und selten mit sich zufrieden. Sie stellen sehr hohe Ansprüche an sich selbst und haben große Versagensängste. Sie wirken oft nachdenklich und grübeln über viele Kleinigkeiten. Mit Gleichaltrigen spielen sie eher selten, was ihnen in der Schule oftmals eine Außenseiterrolle einbringt.

» Es fällt besonders begabten Kindern oft schwer, sich etwas sagen zu lassen, denn sie möchten alles selbst entdecken und herausfinden. In der Schule wirken sie oft gelangweilt und verträumt, was ihnen nicht unbedingt die besten Noten einbringt. Häufig sind Hochbegabte in der Schule nur Durchschnittsschüler, weil sie ihre Leistungen einfach nicht abrufen und ihr Können unter Beweis stellen wollen. Daher wird eine Hochbegabung häufig gar nicht erst in Betracht gezogen.

Foto1: © Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

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