Malaria vorbeugen – So können Sie sich schützen

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Nicht der Stich der Anopheles Mücke ist gefährlich, sondern der Erreger Plasmodium

Nicht der Stich der Anopheles Mücke ist gefährlich, sondern der Erreger Plasmodium

Leider ist bis heute noch kein Impfstoff gegen Malaria entwickelt worden. Aus diesem Grund ist die Krankheit auch so gefährlich. Wenn Sie in den Tropen von dieser weiblichen Mücke namens Anopheles gestochen worden sind, sollten Sie sich schnellstens in ärztliche Behandlung geben. Es ist nicht der Stich, der so gefährlich ist, sondern der Erreger Plasmodium. Um gar nicht erst an Malaria zu erkranken, erfahren Sie hier, wie Sie Malaria vorbeugen.

» Vor Reiseantritt: Chemoprophylaxe

Eine Chemoprophylaxe mithilfe von Antibiotika würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen, wenn Sie vorhaben in Gebiete zu verreisen, wo das Malariarisiko sehr hoch ist. Diese Maßnahme wirkt nämlich bei einer Infektion dem tödlichen Verlauf entgegen. Ein hundertprozentiger Schutz kann Ihnen nie garantiert werden, denn auch mit der Chemoprophylaxe sind Sie von der Vermehrung der Plasmodium-Stämme im Blut nicht befreit. Die Antibiotika, die Sie vor der Reise einnehmen, können eine Infektion sogar verschleppen. Das heißt, dass die Symptome noch ein halbes Jahr später ausbrechen können. Das Problem ist, dass niemand nach der langen Zeit überhaupt noch die Krankheit mit Malaria in Verbindung bringt.

» Medikamente für die Stand-by-Therapie wichtig

Plasmodium hat verschiedene Stämme entwickelt, die drei Arten der Malaria zur Folge haben. Man unterscheidet zwischen der Malaria tropica, der Malaria tertiana und der Malaria quartana.
Malaria tertiana
Die Malaria tertiana ist dabei noch relativ gutartig, weil sie „nur“ mit hohem Fieber verbunden ist, das am zweiten Tag abklingt und am dritten Tag wieder ansteigt. Die über achtstündigen Fieberschübe sind durch starken Schüttelfrost und hohes Fieber bis zu 40°C gekennzeichnet. Die allgemeine Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 12 bis 18 Tage.
Malaria tropica
Wer an der Malaria tropica erkrankt, muss mit einem lebensgefährlichen Verlauf rechnen, denn innere Organe und Nervensystem können so in Mitleidenschaft gezogen werden. Patienten können ins Koma fallen, wenn die Krankheit unbehandelt bleibt. Daher wird empfohlen, im Zuge der so genannten Stand-by-Therapie geeignete Medikamente einzupacken, bevor es in die Tropen geht. Wirkstoffe wie Chinin helfen dabei, die schwersten Symptome zu lindern. Informieren Sie sich auch bei einem Spezialisten für Tropenmedizin, welche Arzneien Sie mitnehmen sollten, denn die Resistenz gegen Medikamente ist von Region zu Region verschieden.
Malaria quartana
Auch diese Art von Malaria ist eine gutartig verlaufende Malariakrankheit. Hohes Fieber und starkes Schwitzen wechseln sich ab mit Schüttelfrist. Der Unterschied zur Malaria tertiana ist, das die Inkubationszeit deutlich länger ist. Sie liegt bei 16-50 Tagen. Die Krankheit kann auch noch nach Jahrzehnten ausbrechen. Des weiteren ist diese Art von Malaria bekannt für Nierenerkrankungen.

» Stiche vermeiden

  • Tipp1: Um sich vor dem Stich der Anopheles Mücke zu schützen, tragen Sie am besten helle Kleidung. Geschlossene Schuhe sind dabei ebenso eine Selbstverständlichkeit wie bedeckte Arme und Beine – auch wenn es noch so schwül ist.
  • Tipp 2: Viele Hotels und Resorts sind bereits mit einem Moskitonetz über dem Bett ausgestattet, dass Sie im Schlaf vor nächtlichen Angriffen der Mücken schützt. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen: Im Handel erhalten Sie Moskitonetze, die mit dem Wirkstoff Permethrin getränkt sind, der die Mücken abtötet, sobald sie das Netz berührt haben.
  • Tipp 3: Insektenspray, dass Sie sowohl auf Ihre Haut als auch auf Ihre Kleidung auftragen, hält die Anopheles Mücken ebenso fern. Insektenschutzmittel enthalten das wirksame DEET, das für werdende und stillende Mütter sowie für Kinder unter einem Jahr jedoch nicht zu empfehlen ist. In diesem Fall sollten Sie auf Sprays mit natürlichen Substanzen zurückgreifen.

Allgemeine Informationen zum Thema Malaria und Tropen finden Sie auf der Seite www.tropeninstitut.de. Wenn Sie sich für aktuelle Entwicklungen und länderbezogene Situationsberichte interessieren, bietet die Seite des Robert-Koch-Institutes www.rki.de ebenso wertvolle Details.

Foto1: © Sergejs Nescereckis - Fotolia.com

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