Auto-Tuning: Was ist wirklich erlaubt?

Ein paar PS mehr unter der Haube und dickere Reifen? Viele Autofanatiker pimpen ihr Auto ordentlich auf. Auto-Tuning macht’s möglich. Die Regeln sollten dabei aber nicht außer Acht gelassen werden, denn das kann schnell die Betriebserlaubnis kosten und hohe Strafen mit sich ziehen.

Auto-Tuning: Was ist wirklich erlaubt?
Viele Tuningmaßnahmen müssen genehmigt werden. © DedMityay / stock.adobe.com

Auto-Tuning: Was ist erlaubt?

Schöner – schneller – aufgemotzt! Autobastler wollen ein Schätzchen mit einem individuellen Touch, das sich aus der Masse abhebt und zudem mit einem leistungsstärkeren Motor fährt, ohne dabei allzu tief in die Tasche greifen zu müssen. Auto-Tuning macht es möglich. Von den technischen Möglichkeiten her gibt es keine Grenzen, von den rechtlichen Vorgaben allerdings schon.

Mit Tuning können Sie das Lenkrad ändern, den Sound, die Aerodynamik oder den Wagen tieferlegen. Für manche Veränderungen am Auto brauchen Sie einen Experten, andere können Sie leicht selbst umsetzen. Doch wie ist die Rechtslage? Schließlich wollen Sie keine Strafe zahlen oder im schlimmsten Fall die Betriebserlaubnis verlieren.

Welche Genehmigungen sind notwendig?

Grob gesagt müssen alle Umbaumaßnahmen, die die Sicherheit beeinträchtigen, genehmigt werden (§ 19 Abs. 2 StVZO). Das fängt bei Klebefolien für Scheiben an. Und obwohl dieses Tuning nur die Optik verändert, gibt es hier schon allerhand zu beachten.

Die Genehmigungen unterscheiden sich in der Art der Veränderung. Dabei gibt es vier verschiedene Möglichkeiten.

  • ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis)
  • ABG (Allgemeine Bauartgenehmigung)
  • Teilegutachten (§ 19 Abs. 3 StVZO)
  • Einzelabnahme (§ 21 StVZO)

Sie ahnen es schon: Fast alle Änderungen erfordern eine Änderungsabnahme (§ 19 Abs. 3).





Nicht ohne Bauartgenehmigung

Bei der Bauartgenehmigung müssen unter anderem Scheinwerfer, Sicherheitsgurte oder Reifen das amtliche Prüfzeichen aufweisen, damit Sie diese einbauen dürfen.

Nicht ohne Teilegutachten

Besonders beliebt ist inzwischen das Chiptuning. Damit steigern Sie die Leistung Ihres Autos und können bei entsprechender Fahrweise auch Kraftstoff sparen. Da hier Veränderungen an der Motorsteuerung vorgenommen werden, benötigen Sie hier auf jeden Fall ein Teilegutachten oder die Einzelabnahme.

Bei seriösen Herstellern bekommen Sie diese automatisch mitgeliefert. Hier sollten Sie auch darauf achten, dass Sie eine entsprechende Garantiezusage für den Motor als Ausgleich für die erlöschende Garantie des Autoherstellers erhalten.

Für individuelle Stoßstangen, Spoiler, Kotflügelverbreiterungen oder Lufthutzen benötigen Sie ebenfalls eine amtliche Genehmigung oder ein Teilegutachten.

Wenn Sie Veränderungen am Getriebe vornehmen möchten oder unterschiedliche Teile miteinander kombinieren, ist eine Einzelabnahme durch den TÜV oder DEKRA erforderlich.

Mann tunt Auto mit dunkler Scheibenfolie.
Verdunkelte Scheiben zählen zum Autotuning. © bhakpong / stock.adobe.com

» Wichtig: Die Veränderung an Ihrem Auto muss unverzüglich in den Papieren eingetragen werden. Sie müssen die Genehmigungen und Teilegutachten immer bei sich führen und bei jeder Hauptuntersuchung vorlegen.

Fahren ohne Erlaubnis – Was kann passieren?

Bevor Sie Ihr Schätzchen tunen, klären Sie Ihre Pläne mit Ihrer Versicherung ab. Tuningmaßnahmen können eine Auswirkung auf die Sicherheit oder den Wert Ihres Wagens haben.

Eine Leistungserhöhung ist immer zu melden, denn unter Umständen kommt Ihr Fahrzeug in eine höhere Leistungsklasse. Versäumen Sie das, kann das zum Verlust des Versicherungsschutzes führen (§ 23 Versicherungsvertragsgesetz/VVG).

Bei extremen Veränderungen kann Ihre Versicherung auch eine weitere Versicherung ablehnen. Wenn Sie dann ohne Versicherungsschutz fahren, machen Sie sich sogar strafbar (§ 6 Pflichtversicherungsgesetz/PflVG).

» Mein Tipp: Wenn Sie sich einen aufgemotzten Gebrauchtwagen kaufen wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Papiere alle vollständig sind. Lassen Sie sich vom Verkäufer alle Produktgutachten und die Eintragungen in den Fahrzeugpapieren zeigen.

Video: Auto-Tuning ohne Papiere

Wenn Sie diese Punkte beachten, dann steht dem Fahrspaß nichts mehr im Wege und Sie können schon bald mit Ihrem ganz individuell getunten Auto die nächste Spritztour genießen. Einen sehr interessanten Beitrag zum Thema habe ich noch gefunden. Anschauen lohnt sich!

Tipps von Ringo

Ringo ist der Betreiber von Tipps.net und versucht bereits seit 2001 das Internet mit Tipps und guten Ratgebern ein wenig hilfreicher zu machen. Seine Themen liegen bevorzugt in den Bereichen Finanzen, Auto und Heimwerken.

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