3 Augenkrankheiten beim Hund – Symptome und Behandlung

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Nicht nur die Haut und das Herz, sondern auch die Augen sind nicht selten von genetischen Defekten betroffen. Welche Augenkrankheiten beim Hund häufig sind, lesen Sie hier.

Bei den meisten Augenkrankheiten ist eine Operation notwendig

Bei den meisten Augenkrankheiten ist eine Operation notwendig

1. PLL – Primäre Linsenluxation (Loslösung der Linse vom Auge)

» Vorrangig betroffen:
Insgesamt 17 Rassen, darunter Miniatur Bull Terrier, Australien Cattledog, Jack Russel Terrier, Parson Jack Russel Terrier, Yorkshire Terrier.

» Symptome:
Im Anfangsstadium leicht tränende Augen, Hund blinzelt und kneift das zuerst betroffene Auge häufig zusammen, später kann es zu Trübungen der Hornhaut kommen.

Die Symptome können zu Beginn der Erkrankung immer wieder verschwinden, deshalb schätzen Besitzer die Augenveränderung zunächst als harmloser ein als sie tatsächlich ist. Außerdem kommt die PLL häufig erst im Alter zwischen 3 und 6 Jahren zum Ausbruch.

» Folgen:
Die Erkrankung führt bei Späterkennung oder ohne Behandlung zur vollständigen Erblindung, da immer beide Augen betroffen sind.

» Behandlung:
Auf jeden Fall ist ein operativer Eingriff notwendig, der je nach Fortschritt der Erkrankung auch nur mäßigen bis keinen Erfolg versprechen kann.

2. Hereditärer Katarakt – erblich bedingter Grauer Star

Der hereditäre Katarakt, also der vererbte Graue Star, gilt als häufigste Ursache für das Auftreten dieser Augenerkrankung überhaupt.

» Vorrangig betroffen:
Französische Bulldogge, Australien Shepherd, Miniatur Australien Shepherd, Staffordshire Bull Terrier, Smooth Fox Terrier, Retriever, Zwergpudel, Toypudel, West Highland White Terrier, Cocker, Schnauzer

» Symptome:
Es kommt zur bläulichen Verfärbung der Linse, weitere Aufhellung bis zu Weiß im Endstadium und zum Nachlassen der Sehkraft.

Die Erkrankung betrifft immer beide Augen, wenn auch in unterschiedlicher zeitlicher Abfolge. Der Fortschritt kann innerhalb weniger Wochen erfolgen, sich aber auch über Jahre hinziehen. Besitzer erkennen die Erkrankung häufig erst, wenn die nachlassende Sehkraft des Hundes auffällig wird.

» Folgen:
Erblindung, schmerzhafte Erhöhung des Augeninnendrucks, Irisentzündung mit Linsenluxation, Grüner Star

» Behandlung:
Eine Behandlung ist nur mittels einem chirurgischen Eingriff möglich. Je nach Gegebenheiten ist ein operativer Eingriff bis zu 80 Prozent erfolgreich.

3. Erbliches Entropium – Rolllid

Häufig ist es das Unterlid des Auges, welches sich in seiner Gesamtheit nach innen, also zum Auge hin, einrollt. Obwohl diese Erkrankung erblich bedingt ist, muss die Erkrankung nicht schon bei Junghunden erkennbar sein, sondern kann sich auch im Laufe der Zeit entwickeln.

» Vorrangig betroffen:
Chow Chow, Labrador, Retriever, Shar Pei, Englische Bulldogge, Vorstehhunde, Rottweiler, Sheltie, Bouvier de Flandres, Collie, Berner Sennenhunde, Neufundländer sowie viele Kurznasen wie Pekinese, Mops, Französische Bulldogge, Shi Tsu, Boston Terrier, Lhasa Apso.

» Symptome:
Der haarlose Lidrand ist nach einer gewissen Zeit nicht sichtbar, da sich dieser einrollt. Der Hund blinzelt häufig und es kommt zum Tränenfluss am Auge.

» Folgen:
Entzündungen, Hornhautgeschwüre, Einsprossung von Blutgefäßen, pigmentierte Keratitis (Hornhautentzündung mit Pigmenteinlagerungen), Erblindung, chronische Schmerzen

» Behandlung:
Bei Junghunden im Anfangsstadium der Entropie kann das Lid mittels zeitlicher Fixierung ohne chirurgischen Eingriff häufig gerichtet werden. Ist diese Behandlung nicht oder nicht mehr möglich, bleibt nur die entsprechende Operation.

Foto1: © Christoph Hähnel - Fotolia.com

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