Hündin oder Rüde? – Vorteile und Nachteile der Geschlechter

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Hündin oder Rüde?

Hündin oder Rüde?

Hündin oder Rüde? Bei der Anschaffung eines Hundes spielt oft nicht zuletzt auch die Frage nach dem Geschlecht des zukünftigen Mitbewohners eine große Rolle. Welche Vorteile und Nachteile jedes mit sich bringt, erfahren Sie hier.

Eine Frage des Gefühls

Ob Sie sich für einen Rüden oder eine Hündin entscheiden, ist oft Bauchgefühl. Aber auch einige Vernunftgründe sollten bei dieser Entscheidung mitspielen. Jedes Geschlecht hat so seine Eigenarten, mit denen entsprechend umgegangen werden muss. Tatsächlich ist allerdings immer wieder festzustellen, dass in gemischten Halterfamilien sich der Rüde häufig der Dame des Hauses anschließt, während die Hündin sich an Herrchen näher bindet.

Hündinnen – verschmust bis zickig

Lassen Sie sich nicht täuschen
Trotzdem sind es häufiger die Frauen, die sich für eine Hündin entscheiden. Die sind doch viel lieber und einfühlsamer als Rüden., ist oft die Begründung. Doch lassen Sie sich nicht vom Klein-Mädchen-Augenaufschlag der Hündin täuschen, manche haben es faustdick hinter den Ohren! Auch sollte die meist halbjährliche Hitze der Hündin nicht außer Acht gelassen werden, die nicht nur für die Hündin selbst ein Up & Down der Gefühlswelt ist, sondern auch meist für das nähere Umfeld.

Andererseits stellen Hündinnen meist wesentlich seltener Ihre Stellung im Familienverband infrage. Meist passiert dies in der Sturm- und Drangzeit des Erwachsenwerdens. Ist jedoch diese Frage erst einmal eindeutig geklärt, geben sich die meisten der weiblichen Fellnasen damit zufrieden.

Erwarten Sie das Unerwartete
Entscheiden Sie sich bei der Anschaffung eines Hundes für eine Hündin, sollten Sie auf Überraschungen gefasst sein. Erwarten Sie automatisch ein liebevolles, anhängliches, artig hörendes und freundliches Hundewesen, verabschieden Sie sich lieber ganz schnell von dem Gedanken. Natürlich gibt es diese Hündinnen! Aber es gibt auch jene, die beim Anblick einer Geschlechtsgenossin zur Furie werden. Sie können ebenso gut die Hündin erwischen, die ein recht rüdes Benehmen, und das im wahrsten Sinne des Wortes, an den Tag legt. Dazu gehören das Urinieren im Stehen, inklusive Beinheben, deutliche Reviermarkierungen und der Willen, diesen Revieranspruch auch anderen Artgenossen eindeutig klarzumachen.

Ihnen geht es seelisch oder körperlich gerade nicht so gut und Sie erwarten ein wenig Trost von Ihrer Hündin? Kann schon sein, dass sie zu denen gehört, die mit Ihnen leidet, aber ebenso gut kann es sein, dass sie Ihnen sagt: Hey, hab’ Dich nicht so! Steh auf und bespaße mich gefälligst!

Rüden – mucho Macho bis Warmduscher

Ja, es gibt sie auch unter den Hunden, diese so unterschiedlichen Typen. Während der eine hoch erhobenen Hauptes und Rute durch die Gegend stolziert, jederzeit bereit seine Wichtigkeit und Imposanz zu erklären, ist der andere ein regelrechter Sozialarbeiter, der fröhlich und unbedarft durch das Leben schreitet und lieber mal was einsteckt, ohne Gegenantwort auszuteilen. Schwierig auszuhalten ist es mit den vierbeinigen Herren eigentlich nur zur Hitze der Hündinnen. Wie schwierig es allerdings wird, hängt allein vom Rüden selbst ab. Manche sehen es ganz gelassen, andere werden vor Liebessehnsucht schier verrückt.

Anders als Hündinnen fordern Rüden ihre Besitzer während ihres ganzen gemeinsamen Lebens gern immer wieder heraus. Sie müssen einfach nachfragen, ob denn wirklich alles immer noch so gemeint ist, wie vor ein paar Tagen, Wochen oder Monaten festgelegt wurde. Zwar werden die Intervalle mit steigendem Alter größer, doch fragen muss ein Rüde dennoch. Das kann, je nach Charakter des Hundes, recht anstrengend werden, da manche Rüden dabei auch mal handgreiflich werden können.

Es kommt oft anders als man denkt

Während viele Hundehalter in einer Hündin das verständnisvolle Wesen suchen, finden sie es erstaunlich oft gerade im Charakter der Rüden. Es ist tatsächlich oft der Rüde, der still Ihren Kummer teilt und angesichts Ihres Leidens, woraus es auch immer bestehen mag, gern mal die eigenen Bedürfnisse zurückstellt. Es ist der Rüde, der sich an Sie kuschelt und tröstet, der Ihnen die Hand ableckt und hofft, dass die Migräne dadurch besser wird.

Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. So liebevoll Ihr Rüde Sie im Notfall auch umsorgt, so gedankenlos lässt er Sie für ein gutes Spiel, eine gute Spur oder eine läufige Hündin auch mal mitten auf der Wiese stehen. Natürlich lässt sich auch das Wesen der Rüden so wenig über einen Kamm scheren, wie das der Hündinnen, doch es sind schon gewisse Grundtendenzen im Allgemeinen zu erkennen.

Vier verschiedene Konstellationen

» Hündinnen und Frauen
Bei der Konstellation Hündin + Halterin kommt es nicht selten zum Zickenkrieg. Keine Angst, Ihre Hündin fällt nicht über Sie her, doch am Verhalten werden Sie eindeutige Merkmale einer gewissen Verweigerung feststellen, mit denen sie versucht, Sie zu manipulieren und ihre Stellung Ihnen gegenüber wesentlich zu verbessern. Für Halterinnen heißt es hier, besonders konsequent zu bleiben. Der unbestreitbare Vorteil ist: Sie durchschauen sich gegenseitig! Eine Frau lässt sich seltener vom Charme einer Hündin einwickeln, denn sie weiß ja, wie das geht!

» Hündinnen und Männer
Auch wenn Männer es oft nicht wahrhaben wollen, der bessere Hund für den Mann ist die Hündin. Sie himmelt ihn an, er genießt dies und merkt gar nicht, wie das vierpfotige Mädchen ihn ganz galant um die Kralle wickelt. Aber als Dankeschön für so viele erfolgreiche Gelegenheiten zur Manipulation folgt sie ihrem Herrchen meist aufs Wort und in unerschütterlicher Treue, ohne zu fragen, wohin die Reise ­geht.

» Rüden und Frauen
Es ist ein ähnliches Verhältnis, wie es sich zwischen Hündin und Halter erkennen lässt. Als Frau werden Sie für Ihren Rüden die Königin sein, die einfach angebetet werden muss. Machen Sie Ihrem Jungen allerdings nicht beizeiten klar, dass Sie auch gut auf sich selbst aufpassen können, kann er sich als eifersüchtiger Bewacher herausstellen, der meint, Sie schon vor jedem Schmetterling beschützen zu müssen. Rüden lieben Ihr Frauchen oft ohne Wenn und Aber und wo andere laut hinter ihrem Hund hinterher brüllen, genügt hier nicht selten ein leises: Würdest Du bitte … und schon reagiert der befellte Kavalier mit größtem Vergnügen.

» Rüden und Männer
Männer wählen oft einen Rüden. Da ist das romantisch verklärte Bild vom Jungen und seinen Hund, die durch dick und dünn gehen, zwei echte Kerle, die gemeinsam das Leben meistern. Und tatsächlich ist das Verhältnis entweder von einer regelrechten Kumpel-Freundschaft geprägt, oder von ständiger Unterdrückung. Letzteres hängt jedoch vom Charakter und Selbstbewusstsein des Halters ab.

Dennoch: Hier trifft eben Testosteron auf Testosteron und es scheint fast, als würden männliche Zweibeiner und Vierbeiner sich ständig messen müssen. Was den weiblichen Vertretern der Zickenkrieg ist, ist den männlichen Mitspielern das sichtbare und unsichtbare Kräftemessen. Zerrspiele sind unter den Männern besonders beliebt. Während der Rüde bemüht ist, seinem Frauchen jeden Wunsch von den Augen abzulesen, zeigt der Rüde des Mannes seinem Vorstand auch gern erst mal den berühmten Mittelfinger, indem er noch ganz lässig das Bein hebt um zu markieren, oder eine angebliche Duftmarke genauer untersucht: Ja, ja, ich komme ja schon … wenn ich denn so weit bin!

Fazit

Wie auch immer Sie sich entscheiden, Sie können es gerade falsch oder genau richtig machen. Nach dem Sie alle praktischen Für und Wider von Rüde und Hündin abgewogen haben, horchen Sie am besten tief in sich rein, bei welcher Entscheidung Sie persönlich sich einfach am wohlsten fühlen würden. Die Zeit zeigt sowieso immer erst, ob Sie richtig lagen.


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