Ihr Hund hat Würmer? – Symptome und Tipps zur Behandlung

Keine Kommentare »

Würmer gehören wohl zu den häufigsten Parasiten, die unsere Hunde befallen. Welche Würmer beim Hund besonders häufig vorkommen und wie diese bekämpft werden, lesen Sie hier.

Würmer gehören zu den häufigsten Parasiten beim Hund


Sprechen wir von Parasiten beim Hund, meinen wir in der Regel Holzböcke, auch als Zecken bekannt, Haarlinge oder Flöhe. Doch sie sind eher so genannte Lästlinge, als tatsächliche Parasiten. Da sie jedoch für viele Parasiten als Zwischenwirt dienen, und als Blutsauger bei sehr starkem Befall das Tier auch permanent schwächen können, wollen wir sie hier nicht ganz unbeachtet lassen.

Würmer gehören zu den lästigsten Parasiten

Würmer gehören hingegen zu den häufigsten Parasiten, die unsere Hunde befallen. Fünf der häufigsten Arten werden durchs Schnuppern oder Fressen aufgenommen, drei Wurmarten werden allerdings per Zwischenwirt in den Hund eingebracht. Weil diese viel schädlicher als Flöhe, Haarlinge und Co. sind, möchten wir Ihnen hier ein paar der wichtigsten Wurmarten, sowie deren Symptome und Bekämpfung einmal etwas genauer vorstellen.

1. Bandwürmer
2. Hakenwürmer
3. Peitschenwürmer
4. Spulwürmer
5. Lungenwürmer
6. Fadenwürmer

6 Würmer beim Hund – Symptome und Behandlung

1. Bandwürmer

Sie gehören zu den Plattwürmern und sind mit etwa 3500 Unterarten eine wirklich starke Klasse. In Mitteleuropa sind vor allem Fuchsbandwurm, Gurkenkernbandwurm und Taena Serialis verbreitet.

Kleiner Fuchsbandwurm

» Übertragung:
Schnuppern, Nahrungsaufnahme von Fleisch, Obst, Beeren und Gemüse, welches unter 60 Grad erhitzt wurde

» Symptome:
Bei massivem Wurmbefall treten Verdauungsstörungen und Mangelversorgung auf, die mit Müdigkeit, erhöhter Krankheitsanfälligkeit und struppigem Fell einhergehen. Verlassen Bandwurmsegmente den Darm, tritt meist Juckreiz am After auf – man sagt dann auch: der Hund fährt Schlitten.

» Behandlung:
Mit herkömmlichen Wurmmitteln, die alle drei Monate verabreicht werden sollten, um weitere Ausreifungen von Eiern zu vermeiden.

» Gefahr für Menschen:
Sehr groß! Da Zwischenwirt für den Fuchsbandwurm auch Rinder und Schafe sind, kann der Verzehr des Fleisches bereits zur Infektion führen, die zur lebensgefährlichen alveolären Echinokokkose führt. Krankheitsfälle sind dem Robert-Koch-Institut zu melden.

Gurkenkernbandwurm

» Übertragung:
über Flöhe und Haarlinge, daher sollte bei starkem Flohbefall oder Haarlingsbefall auch eine Wurmkur mit einhergehen

» Symptome:
wie Fuchsbandwurm

» Behandlung:
wie Fuchsbandwurm, zusätzliche Kontrolle auf Lästlinge

» Gefahr für Menschen:
Die Gefahr ist bei Intensivkontakt mit infiziertem Hund relativ groß, da auch hier die Finnen die inneren Organe und das Zentralnervensystem angreifen.

Taena Serialis (in Deutschland häufigster Bandwurm)

» Übertragung:
über Zwischenwirte wie Schaf, Kaninchen, Kühe, Schweine, Pferde

» Symptome:
wie Fuchsbandwurm

» Behandlung:
wie Fuchsbandwurm

» Gefahr für Menschen:
sehr groß, da auch der Mensch die Zwischenwirte verzehrt

2. Hakenwürmer

Mit etwa 2 Zentimetern Länge gehören Hakenwürmer nicht gerade zu den Riesen ihrer Art, dennoch sind sie mit bloßem Auge gut erkennbar, sobald sie den Hund verlassen. Besiedlungsgebiet der kleinen Blutsauger, die sich in den Darmschleimhäuten einnisten, ist vor allem Südeuropa und Mitteleuropa, also auch Deutschland. Hunde werden vor allem von den Unterarten Uncinaria Stenocephala und Ancylostoma Caninum befallen.

Hakenwurm Uncinaria Stenocephala und Ancylostoma Caninum

» Übertragung:
über die Haut, Würmer bohren sich in den Körper

» Symptome:
nur massiver Befall führt aufgrund hohen Blutverlustes zu Müdigkeit, blutiger Durchfall

» Behandlung:
Wurmmittel

» Gefahr für Menschen:
Groß, da sich diese Würmer auch durch die menschliche Haut, gern an den Füßen, bohren.

3. Peitschenwürmer

Hier ist es vor allem Trichuris Vulpis, der Hunde befällt. In Deutschland zwar eher selten anzutreffen, ist der Trichuris V. allerdings nicht selten ein Urlaubsmitbringsel aus Südeuropa. Der Wurm wird zwischen vier und acht Zentimeter lang und ist für Junghunde mit starkem Befall nicht selten tödlich.

Peitschenwurm Trichuris Vulpis

» Übertragung:
Schnuppern am Kot, da hier die Eier des Wurms (bis zu 200.000) aus dem Körper ausgeschieden werden

» Symptome:
bei starkem Befall Abmagern, Durchfall, Wachstumsrückstand bei befallenen Junghunden, Erbrechen, Fressunlust, Bauchschmerzen

» Behandlung:
Wurmmittel

» Gefahr für Menschen:
eigentlich aufgrund der Übertragung kaum vorhanden

4. Spulwürmer

Zu den bekanntesten Spulwürmern im Hund zählt der Toxocara Canis, der weltweit zu finden ist. Ihre Länge reicht von 8 bis 18 Zentimeter, allerdings sind sie mit 79 Mikromillimeter wirklich nur hauchdünn.

Spulwurm Toxocara Canis

» Übertragung:
mittels oraler Aufnahme

» Symptome:
Nährstoffmangel mit einhergehender Leistungsverminderung, Lethargie und Apathie, erhöhte Krankheitsanfälligkeit

» Behandlung:
Wurmmittel

» Gefahr für Menschen:
als meist verbreitetster Wurm ist die Ansteckungsgefahr groß

5. Lungenwürmer

Während andere Wurmarten es meist auf den Verdauungstrakt des Hundes abgesehen haben, befallen Angiostrongylus Vasorum und Crenosoma Vulpis die Lunge des Hundes. Beide sind mittlerweile auch in Europa, und damit in Deutschland nachgewiesen worden. Mit nur 170 bis 360 Mikromillimetern Durchmesser und maximal 2 Zentimetern Länge gehört auch der Angiostrongylus V. zu den wohl unauffälligsten Würmern. Im Gegensatz dazu wird der Crenosoma V. immerhin bis zu 12 Zentimeter groß.

Lungenwürmer Angiostrongylus Vasorum und Crenosoma Vulpis

» Übertragung:
orale Aufnahme der Larven, Zwischenwirt häufig Schnecken und andere Weichtiere

» Symptome:
Lungenwürmer befallen Lunge und rechte Herzhälfte bzw. die Bronchien und Atemwege, daher auch chronischer Husten – auch mit blutigem Auswurf, Nasenbluten, Herzinsuffizienz, akute schwere Atemwegserkrankungen, neurologische Störungen, Augenentzündungen, Durchfall, Abmagern, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber

» Behandlung:
mit einem so genannten Spot-on-Medikament, Wurmmittel

» Gefahr für Menschen:
gering, so lange keine infizierten Weichtiere verzehrt oder Hunde abgeleckt werden

6. Fadenwürmer

Zu den bekanntesten Vertretern der Fadenwürmer im Hund gehören der Herzwurm Dirofilaria Immitis und Dirofiliaria Repens. In Südeuropa und Osteuropa sowie in Mittelmeerländern (auch Spanien, Südfrankreich, Griechenland) ist der etwa 1 Zentimeter dicke und bis zu 30 Zentimeter lange Wurm, der sich im Herzen einnistet, hauptsächlich zu finden.

Herzwürmer Dirofilaria Immitis und Dirofilaria Repens

» Übertragung:
durch bestimmte Moskitoarten

» Symptome:
Erst der ausgewachsene Wurm nistet sich im Herzen ein, daher zunächst allgemeines Unwohlsein und Unlust, Gewichtsverlust, eventuell Husten und Atemnot, später dann auch Herzversagen, Nierenstörungen und Leberstörungen mit blutigem Urin, Blutarmut.

Da sich Dirofilaria Repens im Larvenstadium häufig direkt unter der Haut einnistet, sind die beweglichen Larven zu fühlen und zu sehen.

» Behandlung:
mit Wurmmittel, allerdings nur im Larvenstadium wirklich erfolgreich, da abgestorbene ausgewachsene Würmer im Blutkreislauf Embolien und Thrombosen verursachen

» Gefahr für Menschen:
bei Aufenthalt in entsprechenden Regionen so groß wie für den Hund

Fazit:

Grundsätzlich sollten Vorsorge und Hygiene den Umgang mit dem Hund bestimmen! Angesichts des häufigen Befalls von Hundekot mit den Eiern von Würmern, erscheint auch die Beseitigung des Hundekots in einem anderen Licht. Liebe Hundebesitzer: Kotbeseitigung dient nicht nur dem öffentlichen Interesse, sondern in erster Linie Ihrer eigenen Gesundheit und der Ihres Hundes!

Foto1: © Morphart - Fotolia.com

Kommentiere diese Tipps