Parvovirose, Tollwut, Zwingerhusten – Tipps bei kranken Hunden

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Wie auch wir Menschen bleiben auch die Hunde nicht von Viruserkrankungen verschont. Welche Viruserkrankungen beim Hund die häufigsten sind, lesen Sie hier.

Gehen Sie immer zum Tierarzt

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1. Staupe

Übertragung: erfolgt durch infizierte Tiere

Krankheitsbild: Staupe kann in vier Formen auftreten:

  • als Erkrankung des Verdauungstraktes
  • als Erkrankung der Atemwege
  • als Nervöse Staupe
  • als Hartballen-Staupe

» Staupe im Verdauungstrakt:
heftigster Durchfall und Erbrechen, die zu schnellem Austrocknen und zum Tod führen

» Staupe in den Atemwegen:
schwere Atmung, eitriger Nasenausfluss, Verkrustungen an Augen und Nase, Augeninfektionen bis zur Erblindung, trockener Husten, nasser Husten mit eitrig-blutigem Auswurf – Auszehrung des Körpers und Bakterienbefall führen letztendlich zum Tod.

» Nervöse Staupe:
Hat der Hund die beiden vorhergehenden Formen überlebt, dringt das Virus nun ins Gehirn vor. Stirbt das Tier nicht an Hirnentzündung oder Nervenentzündungen, kommt es zu Epilepsie, geistigen Behinderungen, nervösen Ticks oder Lähmungen.

» Hartballen – Staupe:
Sie folgt meist als Folge der Staupe im Verdauungstrakt. Ihr Anzeichen sind extreme Zubildungen an den Fußballen, die meist rau und rissig sind. Kommt zu dieser Form noch die Nervöse Staupe, bleibt kaum eine Überlebenschance.

Behandlung: Es können nur symptomatische Antibiotika und Dauertropf verabreicht werden. Der Rest ist einfach nur hoffen. Es existiert kein Impfstoff gegen Staupeerreger im aktiven Zustand.

Vorbeugung: Ausschließlich durch die lückenlose Impfung, besonders wichtig im Welpenalter und bei alten Hunden, da auch deren Immunsystem wieder schwächelt.

2. Parvovirose

Der Virus befällt vor allem Hunde, deren Immunsystem geschwächt ist, also Welpen, Junghunde und alte oder schwer erkrankte Hunde. Der Parvovirus ist äußerst resistent und überlebt auch ohne Wirt bis zu sechs Monate.

Übertragung: direkt von infiziertem Tier zu gesundem, es muss nicht immer Hund – Hund sein, kann auch andere Haustiere betreffen, indirekt durch Kot, verschmutzte Zwinger, Schmierinfektion

Krankheitsbild: Symptome treten innerhalb von vier bis sieben Tagen auf. Bei der extrem akuten Variante setzt sich der Virus im Herzmuskel fest und verursacht hier Entzündungen. Die Folgen sind Wasseransammlungen in Herz und Lunge mit Todesfolge in 24 Stunden. Die einfach akute Form zeigt sich als Entzündung des Dünndarms mit blutigem Durchfall, der durchaus auch Fetzen der Darmschleimhaut beinhalten kann. Bauchschmerzen, Lethargie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber und typische Merkmale des Austrocknens sind weitere Begleiterscheinungen.

Behandlung: Isolation in der Klinik und Impfstoff mit passiven Viren, Antibiotika gegen Begleitentzündungen, Dauertropf für Wasserversorgung

Vorsorge: nur mittels prophylaktischer Impfung möglich

3. Tollwut:

Sie ist wohl die am längsten bekannte und gefürchtetste Viruserkrankung, da sie direkt das Gehirn angreift. Bei dieser Krankheit gilt: je näher die Verletzung am Gehirn ist, desto schneller und akuter ist der Krankheitsverlauf.

Übertragung: Infizierte Tiere übertragen die Erreger mittels Speichel, der meist durch Kratzverletzungen und Bissverletzungen in die Blutbahn eingebracht wird. Es sind Hunde, wie auch Menschen betroffen. Die Inkubationszeit kann zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten liegen.

Krankheitsbild: Tollwut verläuft in zwei Formen, der bekannten so genannten Rasenden Tollwut und der Paralytischen Tollwut:

» Die rasende Tollwut: die Reizschwelle senkt sich außergewöhnlich stark ab, das Tier wird extrem aggressiv und reagiert bereits auf geringe Umweltreize mit Angriff.

» Die Paralytische Tollwut: das Tier zeigt Lähmungserscheinungen und ist nicht mehr in der Lage, sich fortzubewegen.

Behandlung: Die Behandlung zeigt sich als äußerst schwierig, da eine eindeutige Diagnose auch für den Tierarzt trotz umfangreicher Untersuchung nicht möglich ist. Der Virus ist allein im Gehirn eindeutig nachweisbar. Aus diesem Grund wird in der Regel die Tötung von nicht geimpften Hunden bei Verdacht auf Tollwut angeordnet.

Vorbeugung: in Deutschland jährliche prophylaktische Tollwutimpfung mit passiven Viren

Übrigens: Auch Menschen können sich prophylaktisch gegen Tollwut impfen lassen.

4. Zwingerhusten

Zwingerhusten tritt natürlich nicht nur bei in Zwinger lebenden Hunden auf, sondern kann jeden Hund befallen. Die Erkrankung ist ein Mix aus verschiedenen Viren, Bakterien und dem Zusammentreffen ungünstiger Umweltfaktoren.

Übertragung: Zwingerhusten wird weniger übertragen, als das er entsteht. Natürlich können dennoch infizierte Tiere gesunde anstecken. Günstige Bedingungen für Zwingerhusten sind feuchte Unterbringung des Hundes, hohe Luftfeuchtigkeit, stark schwankende Temperaturen und mangelnde Sauberkeit.

Krankheitsbild: Zu Beginn zeigt sich erst eine Entzündung der Atemwege, die mit Müdigkeit, Leistungsschwäche und Fieber einhergeht. Später gesellt sich dieser typische harte, trockene Husten hinzu. Im Hochstadium der Krankheit geht der Husten in ein ständiges Keuchen über und die Schleimhäute sind entzündet. In diesem Stadium kommt in der Regel jede Hilfe zu spät.

Behandlung: Impfstoff gegen Parainfluenza, evtl. Antibiotika gegen Bakterienbefall

Vorbeugung: prophylaktische Impfung gegen Zwingerhusten, Sauberkeit

Übrigens: Auch wenn Sie Schnupfen haben oder gar an einer Grippe erkrankt sind, können Sie Ihren Hund anstecken!

Fazit

Bevor Sie nun in Panik ausbrechen: In den meisten Fällen ist die Ansteckungsgefahr bei fast allen Krankheiten mit den Grundregeln der Sauberkeit und Hygiene, ohne Übertreibung, gebannt – Sie müssen sich nur dran halten!

Foto1: © .shock - Fotolia.com

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