Pflegeleichten Kiesgarten anlegen – So wird’s gemacht

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Einen Kiesgarten anlegen und sich so den Traum vom pflegeleichten Garten erfüllen, das ist ganz einfach. Wir verraten Ihnen hier, wie das geht.

Kiesgarten anlegen


Wenn man einen eigenen Garten hat, dann ist die Pflege mit viel Arbeit verbunden. Bei der Gartengestaltung können Sie jedoch einiges beachten, so dass Sie vielleicht etwas weniger Aufwand haben. Ein Kiesgarten ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit, denn wenn Sie diesen richtig anlegen, dann ist er besonders pflegeleicht und zudem ist er auch noch ein optischer Blickfang.

Wir möchten Ihnen heute ein paar Anregungen geben, wie Sie einen Kiesgarten anlegen und gestalten können.

Überlegungen vor der Umsetzung

Gärten sind etwas ganz Individuelles, jeder ist irgendwie ein Unikat und spiegelt die Persönlichkeit des Besitzers wider. Auch einen Kiesgarten können Sie ganz nach Ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen gestalten, Ihrer Fantasie sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Bevor Sie sich allerdings an die Umsetzung des Vorhabens machen, sollten Sie sich ein paar wichtige Gedanken machen.

» Kompletten Garten oder nur Teile als Kiesgarten gestalten?

Zuerst sollten Sie sich überlegen, ob Sie den kompletten Garten mit Kies gestalten möchten, oder nur einen einzelnen Bereich. Das hängt vor allem davon ab, wie groß Ihr Garten ist und natürlich auch von seiner Lage. Ein kompletter Kiesgarten wirkt optisch eigentlich nur ansprechend, wenn Sie ihn im asiatischen Stil gestalten.

» Benötigen Sie einen Sichtschutz?

Sie können den Kiesgarten entweder offen gestalten, oder diesen vor den Blicken Ihrer Nachbarn schützen, so dass Sie eine richtige Ruheoase im heimischen Garten haben. Ein weitläufiger Kiesgarten, der sich der Umgebung öffnet, eignet sich besonders, wenn Sie am Waldrand oder Ortsrand wohnen, und nicht gerade von vielen Nachbarn umgeben sind. Dann können Sie den Blick in die freie Landschaft genießen.

Wenn Sie sich sehr gut mit Ihren Nachbarn verstehen, dann steht einer offenen Gestaltung natürlich auch nichts im Weg. Das Gleiche gilt für den Fall, wenn Ihr Nachbar an der entsprechenden Seite bereits einen Sichtschutz errichtet hat. In diesem Fall können Sie trotz offener Gestaltung Ihre Ruhe genießen. (Linktipp: Sichtschutz für den Garten – 10 Ideen vorgestellt)

Falls Sie Ihren Kiesgarten nun abschirmen möchten, dann bieten sich am ehesten Mauern an, denn diese speichern die Wärme und bieten deshalb ein optimales Klima für das Wachstum vieler Pflanzenarten, die etwas empfindlicher gegenüber niedrigen Temperaturen sind.

» Übergang Kiesgarten zu normalem Garten:

Für einen schattigen Standort ist der Kiesgarten gar nicht geeignet, denn er braucht unbedingt Wärme und Licht. Ein sonniger Standort ist deswegen unabdingbar, schattige oder gar halbschattige Flächen scheiden von Anfang an aus. Überlegen Sie sich also, wie Sie hier den Übergang von dem normalen Garten zu dem Kiesgarten optisch am besten gestalten.

Pflanzen für den Kiesgarten

Einen Kiesgarten können Sie vom Charakter her nicht mit einem klassischen Garten vergleichen, denn er hat eine spezielle Ausstrahlung. Üppige Pflanzen mit großen Blättern suchen Sie hier in der Regel vergebens, es sind eher filigrane Gräser und Stauden mit schönem Blattwerk.

Die typischen Pflanzen für den Kiesgarten sind Trockenheit gewohnt und wachsen eher gedrungen. Durch das Wachstum in dieser besonderen Umgebung haben sich die Pflanzen so entwickelt, dass sie auch mit wenig Wasser zurecht kommen. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus der Steppe oder dem Mittelmeerraum und haben ganz besondere Blätter, die den Pflanzen als Schutz vor Verdunstung dienen.

Gräser eignen sich besonders gut für den Kiesgarten. Diese filigranen Ziergräser können im Kiesgarten eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Aufgrund des aufrechten Wuchsbildes sind die Ziergräser im Kiesgarten sehr markant und können der Fläche eine gewisse Struktur verleihen. Sehr geeignet sind zum Beispiel das hochwachsende Garten-Sandrohr oder das Riesen-Federgras. Bei kleineren Flächen könnten Sie auf Atlas-Schwingel, Silberährengras oder Blaustrahlhafer zurückgreifen. Weitere geeignete Pflanzen für den Kiesgarten sind zum Beispiel:

» Netzblatt-Pfingstrose
» Steppen-Iris
» Kandelaber-Königskerze
» Goldwolfsmilch
» Steinquedel
» Duftnessel
» Steppensalbei
» Fetthenne
» Schargarbe
» Fackellilie
» Büschelgras
» Kaiserkrone
» Tulpe
» Zierlauch
» Palmlilie

Wichtig:

Im Kiesgarten sollten Sie einzelne Pflanzenarten am besten in kleine Gruppen anordnen. Die Pflanzen sollten aber niemals zu dicht beieinander stehen, sie sollten eher nur kleine Farbkleckse auf der Kiesfläche darstellen.

Kiesgarten anlegen und gestalten

» Schritt 1:

Zuerst müssen Sie die Grenzen der geplanten Fläche abstecken und anschließend eine Schicht von rund 10 Zentimetern abtragen.

» Schritt 2:

Damit Unkraut keine Chance hat, müssen Sie nun ein Wurzelvlies verlegen. Dieses müssen Sie an den Seiten ein paar Zentimeter überlappen lassen.

» Schritt 3:

Wenn Sie an einigen Stellen größere Gewächse planen, dann schneiden Sie nun an diesen Stellen das Vlies in Form eines Kreuzes ein.

Um das Wachstum der Pflanzen etwas einzudämmen, pflanzt man sie einfach in einen Topf, der unten offen ist. Der Rand des Topfes muss dann genau mit dem Vlies abschließen. Die Pflanze können Sie allerdings nicht gleich in den Topf setzen. Sie müssen nämlich erst den leeren Topf in den Boden einsetzen.

» Schritt 4:

Die Fläche müssen Sie nun mit einer Schicht feinem Kies bedecken, und zwar mit einer Höhe von fünf Zentimetern.

» Schritt 5:

Um ganz sicher zu gehen, dass kein Unkraut durchdringt, kommt darüber noch ein zweites Wurzelvlies. Über den eingelassenen Töpfen müssen Sie das Vlies nun wieder aufschneiden.

» Schritt 6:

Erst jetzt können Sie die Pflanzen in die Töpfe einsetzen. Dort wo sie andere Pflanzen platzieren möchten, sollten Sie nun erst Erde auftragen und im Anschluss daran können Sie dann die Pflanzen setzen.

» Schritt 7:

Zum Schluss müssen Sie nun noch die komplette Fläche mit gröberem Kies oder Granitschotter bedecken.

Tipp:

In einem Kiesgarten können Sie noch andere Dinge außer Pflanzen platzieren. Gerade wenn Sie Ihren Garten im asiatischen Stil gestaltet haben, machen sich ein Brunnen, ein kleiner Teich oder Skulpturen sehr gut.

Pflege des Kiesgartens

Ein Kiesgarten ist sehr pflegeleicht, denn die Pflanzen sind robust und können auch Trockenphasen gut überstehen. Allerdings sollten Sie im ersten Jahr nach der Neuanlage mehr wässern, damit die Pflanzen sich gut verwurzeln können. (Linktipp: Pflanzen richtig wässern – Diese Tipps sparen Zeit und Geld)

Normalerweise taucht kaum Unkraut auf, weil Sie ja zwei Vliese aufgelegt haben. Sollte sich dennoch das eine oder andere Unkraut zeigen, so lässt es sich sehr leicht herausziehen, da es im Kies kaum Halt findet.

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