Sicherheit in Kletterhallen – Gute Betreiber erkennen

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Klettern in Kletterhallen macht großen Spaß, ist aber dennoch gefährlich, wenn es an Sicherheit mangelt. Wie Sie gute Betreiber von Kletterhallen erkennen, erfahren Sie hier.

Die Sicherheit in Kletterhallen sollte oberste Priorität haben

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Indoorklettern macht großen Spaß, birgt aber auch einige Risiken. Deswegen legen die Betreiber von Kletterhallen auch größten Wert auf Sicherheit und vor allem auf die Vermittlung von Sicherheitstechniken durch professionell geschulte Instruktoren. Dennoch kommt es immer noch zu Unfällen und Abstürzen, die hauptsächlich auf Fehler bei der Sicherung zurückzuführen sind. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Wahl einer Kletterhalle auf einige wichtige Kriterien achten.

Ausstattung

Materialfehler und mangelhafte Ausrüstung spielen bei Unfällen in Kletterhallen kaum noch eine Rolle, denn eine Kletterhalle muss vom TÜV abgenommen werden und der DIN EN 12572 für künstliche Kletteranlagen entsprechen. Dennoch kann es nicht schaden, vor dem Besuch einer Kletterhalle einmal nach Ausstattung und regelmäßigen Wartungen zu fragen, denn seriöse Betreiber lassen ihre Kletterhallen täglich auf Sicherheitslücken checken. Eine Kletterwand muss durch den Namen des Herstellers sowie durch die Höchstzahl der Kletterer gekennzeichnet sein. Renommierte Hersteller sind unter anderem Entre Prises oder OnTop Klettern. OnTop Klettern ist Mitglied des DIN-Normenausschusses und des europäischen Komitees für Normung.

» Tipp: Rufen Sie einfach in der Kletterhalle an oder informieren Sie sich auf der Webseite des Betreibers. Die meisten Kletterhallen in Deutschland finden Sie inklusive aller Kontaktdaten und Links unter: www.kletterhallen.net.

Nicht jeder darf klettern

» Befähigung vorweisen
Eine gute Kletterhalle erkennen Sie daran, dass man Sie erst gar nicht klettern lässt, wenn Sie zum ersten Mal vorbeischauen und keine Befähigung vorweisen können. Selbst wenn Sie glaubhaft versichern, dass Sie langjährige Klettererfahrung haben, müssen Sie dies vor Ort nachweisen können. Ansonsten schickt man Sie wieder nach Hause oder vereinbart mit Ihnen einen Termin für den Basic-Kurs.

» Vollendung 18.Lebensjahr
Weiterhin müssen Sie zum Klettern in der Halle das 18. Lebensjahr vollendet haben. Jugendliche von 14 bis 17 Jahren dürfen nur mit schriftlicher Erlaubnis der Eltern alleine oder mit Erwachsenen klettern, die Ihre Erfahrung nachweisen können. Kinder unter 14 Jahren dürfen nur in Begleitung ihrer Eltern oder im Rahmen eines Kursangebotes klettern.

» Tipp: Wenn Sie das erste Mal eine Kletterhalle besuchen und das Personal möchte zur Dokumentation Ihrer Kletterfähigkeiten lediglich eine Unterschrift von Ihnen, nehmen Sie lieber Abstand, denn wer so lässig mit der Sicherheit seiner Kunden umgeht, nimmt es in punkto Sicherheitstechniken vielleicht auch nicht so ernst.

Professionell geschulte Trainer

Wer über den Sportkletterverband  eine Ausbildung zum Instruktor für künstliche Kletteranlagen hinter sich gebracht hat, verfügt über die IKKA-Lizenz, die alle zwei Jahre verlängert werden muss. Die Lizenz befähigt den Trainer, Gruppen in den Klettersport einzuweisen und Kletterkenntnisse zu vermitteln, wobei der Schwerpunkt auf dem Thema Sicherheit liegt. Gerade Kletterhallen in Alpennähe oder in der sächsischen Schweiz werden von Sektionen des DAV – Deutscher Alpenverein – betrieben, der großen Wert auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards und auf die Fortbildung der Trainer legt.

» Tipp: Informieren Sie sich auf jeden Fall schon auf der Webseite, welche gesonderte Ausbildung die Trainer im Bereich Sportklettern oder auch alpines Klettern absolviert haben.

Kurse

» Anfängerkurse
Jede Kletterhalle bietet mindestens Anfängerkurse an, in denen:

  • das Anlegen des Klettergurtes
  • das Binden des Achterknotens (sichere Verbindung zwischen Kletterseil und Klettergurt) und
  • das korrekte Sichern im Top Rope

vermittelt werden. Absolventen der Kurse erhalten einen Schein und dürfen in der jeweiligen Halle ohne weitere Prüfung am Top Rope klettern.

» Kurs Vorstieg
Da der Vorstieg noch höhere Anforderungen an den Kletterer stellt, müssen erst entsprechende Kurse absolviert werden, bevor der Vorstieg in einer Halle durchgeführt werden darf. Besonderes Augenmerk gilt:

  • dem Sturztraining
  • dem Einhängen von Zwischensicherungen und
  • der Seilführung

Wenn Sie den Vorstieg bereits beherrschen, können Sie in vielen Kletterhallen auch eine kostenlose Vorstiegprüfung ablegen.

» Tipp: Engagierte Betreiber von Kletterhallen bieten darüber hinaus auch von ausgebildeten Physiotherapeuten durchgeführte Kurse im therapeutischen Klettern, Gesundheitskurse, Trainingskurse zum Muskelaufbau oder eine Kletter-Rückenschule an. Die Kosten vieler Kurse werden auch von den Krankenkassen übernommen.

Sicherungsgeräte

Wie schon erwähnt ereignen sich die meisten Unfälle aufgrund fehlerhafter Sicherung. Das liegt zu Teil daran, dass Anfänger nicht die erforderliche Routine mit den angebotenen Sicherungsgeräten haben. Insbesondere die so genannten Grigris sind für unerfahrene Kletterer gewöhnungsbedürftig, denn beim Sturz muss das Seil unbedingt losgelassen werden, damit ein Grigri blockiert und das Seil bremst. Dies widerspricht jedoch dem angeborenen Reflex, in der Schrecksekunde nachzugreifen und das Seil festzuhalten. Die Folge ist, dass das Seil ungebremst durchläuft und der Kletterer auf den Boden stürzen kann. Ein Grigri ist daher nur Kletterern mit langjähriger Erfahrung zu empfehlen.

» Tipp: Fragen Sie in der Kletterhalle nach, welche Sicherungsgeräte in den Kursen angewendet und generell akzeptiert werden. Die dynamische Sicherung mittels HMS (Halbmastwurf) oder dem in Hallen vielfach verwendeten ATC  erfordert zwar anfänglich etwas mehr Übung, erweist sich in der Sicherung aber als intuitiver in der Handhabung. Generell sollte bei der Sicherung am Top Rope der zu Sichernde nicht schwerer sein als der Sichernde.

Foto1: © Otmar Smit - Fotolia.com, Foto2: © Heinrich - Fotolia.com, Foto3: © Stephan Baur - Fotolia.com, Foto4: © Peter Galbraith - Fotolia.com

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