Warum sterben wir? Wie Sie mit Kindern über den Tod sprechen

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Sprechen Sie offen und ehrlich mit Ihrem Kind über den Tod

Sprechen Sie offen und ehrlich mit Ihrem Kind über den Tod

Jedes Kind wird früher oder später auf die ein oder andere Weise mit dem Tod konfrontiert. Vielleicht ist der Großvater eines Klassenkameraden gestorben oder das geliebte Haustier lebt nicht mehr. Meist stellen die Kleinen dann die Frage „Warum sterben wir?“ Wie Sie mit Ihrem Kind über den Tod sprechen sollten, erfahren Sie hier.

Thema behutsam nahebringen

Kinder tun sich schwer damit, die Endgültigkeit zu begreifen, die mit dem Tod verbunden ist, deshalb ist es wichtig, Ihnen das Thema ganz behutsam nahezubringen. Natürlich lässt sich das Thema leichter angehen, wenn das Kind nur indirekt mit dem Thema Tod konfrontiert wurde. Ist ein lieber Mensch aus dem direkten Umfeld verstorben, fällt der Umgang mit dem Thema allen Beteiligten ungleich schwerer.

» Tipp 1: Nicht ausweichen

Wenn Ihr Kind das Bedürfnis hat, mit Ihnen über das Thema Tod sprechen zu wollen, sollten Sie sich Zeit dafür nehmen. Weichen Sie dem Thema nicht aus, auf Hoffnung Ihr Kind könnte vergessen, was es von Ihnen wissen wollte. Kinder sollten stets mit einbezogen werden.

» Tipp 2: Das Leben als Kreislauf darstellen

Machen Sie Ihrem Kind das Leben als ständigen Kreislauf von Werden und Vergehen bewusst. Sie können zum Beispiel das Beispiel der Pflanzenwelt bemühen. Eine Pflanze sprießt aus dem Boden, wächst und gedeiht, doch nach einer Weile verblüht sie und stirbt – doch aus ihren Samen entstehen neue Pflanzen. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es auch bei uns Menschen ganz ähnlich ist. Wir werden als Babys geboren, werden erwachsen und irgendwann altern wir langsam und sterben. Dass wir eines Tages gehen müssen, ist ganz natürlich und in der Zwischenzeit haben wir Zeit, viele schöne Dinge zu erleben.

» Tipp 3: Seien Sie ehrlich

Bemühen Sie sich um kindgerechte Erklärungen, aber seien Sie ehrlich, wenn Ihr Kind konkrete Fragen hat. Möchte es zum Beispiel wissen, warum manche Menschen jung sterben, gehen Sie darauf ein. Sie können erklären, dass nicht alle Menschen an Altersschwäche sterben, sondern dass es auch schlimme Krankheiten gibt oder Unfälle, die ein Leben beenden können. Gehen Sie dabei ganz behutsam vor und achten Sie auf die Reaktionen Ihres Kindes. Wie sehr Sie ins Detail gehen, hängt auch stark vom Alter Ihres Kindes und natürlich von seinem Wissensdurst ab.

» Tipp 4: Was passiert, wenn wir sterben?

Diese Frage zu beantworten, ist ausgesprochen schwer, denn schließlich weiß niemand von uns, was genau passiert. Lebt unsere Seele weiter oder ist alles aus? Viele Eltern erzählen Ihren Kindern, dass wir nach dem Tod in den Himmel kommen, auch wenn sie selbst nicht religiös sind, da der Gedanke einfach sehr tröstlich ist. Ob Sie für Ihr Kind eine ähnliche Variante wählen, zum Beispiel, dass die geliebten Menschen als Schutzengel über uns wachen, bleibt Ihnen überlassen. Wenn Ihnen dabei nicht wohl ist, gibt es dazu aber auch eine andere Alternative. Sagen Sie Ihrem Sprössling, dass wir verstorbene Menschen in unseren Herzen bei uns tragen und sie in gewisser Weise lebendig erhalten, indem wir an sie zurückdenken und sie nicht vergessen. Sie könnten aber auch Ihr Kind fragen, was es denn denkt, was mit dem Verstorbenen passiert. Bevor Kinder diese Frage stellen, haben Sie sich meist schon einige Gedanken gemacht. So können lange Gespräche mit vielen Phantasien entstehen.

» Tipp 5: Mit einem konkreten Trauerfall umgehen

Schwierig wird es, wenn dem Kind nicht nur die abstrakte Vorstellung des Todes nahegebracht werden muss, sondern es auch noch mit dem konkreten Verlust eines lieben Menschen zurechtzukommen hat. Nicht nur der Verlust an sich ist schwierig für das Kind, sondern auch das ganze Drumherum, die Trauer in der Familie, die Hilflosigkeit und häufig auch die Sprachlosigkeit, die damit nicht selten einhergehen. Schließen Sie Ihr Kind nicht aus, um es zu schonen. Lassen Sie Emotionen zu, aber suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Kind. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es okay ist, zu weinen und traurig zu sein, dass es aber ebenso in Ordnung ist, zwischendurch wieder zu lachen, weil man sich an etwas Schönes erinnert hat. Aktive Trauerarbeit hilft sowohl Ihrem Kind als auch Ihnen.

Foto1: © Gina Sanders - Fotolia.com

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