Mit der Familienkonferenz Konflikte lösen – 5 Tipps

Streit ist immer für die ganze Familie eine belastende Angelegenheit. Wir stellen Ihnen hier die Konfliktlösungsmethode der Familienkonferenz vor.

Familienkonferenz Probleme Familie Streit
© Syda Productions – stock.adobe.com

Strategien der Konfliktlösung

Antiquierte Methoden

Konflikte und Probleme gibt es überall dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Wünschen und Ansichten aufeinandertreffen. Familien sind davon nicht ausgenommen. Im Gegenteil scheinen sich die Konflikte unter den Familienmitgliedern eher mehr zuzuspitzen, als dies bei Freunden oder Bekannten der Fall wäre. Daher belasten Streitigkeiten alle Familienmitglieder.

Viele Eltern wissen oft nicht, wie sie mit den Streitereien umgehen sollen. Mit der Faust auf den Tisch hauen und über den Willen der Kinder hinweg Ansagen ohne Wenn und Aber machen, scheint vielen überaltert und das zu Recht. Gibt es doch inzwischen viel elegantere Methoden, um Konflikte zu lösen und Kontroversen beizulegen.

Neuere Methoden

Eine hervorragende Alternative ist die Familienkonferenz, die schon bei sehr kleinen Kindern ab drei Jahren zum Einsatz kommen kann. Natürlich muss diese Konferenz nach klaren Regeln ablaufen und dem Alter der Kinder angepasst sein. Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie sich die Familienkonferenz am besten zur Konfliktlösung  einsetzen lässt und was Sie dabei beachten müssen. Wenn Sie sich tiefergehend für das Thema familiäre Konfliktlösung interessieren und auch mal gern anspruchsvollere Texte lesen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen.

Konflikte lösen mit der Familienkonferenz – 5 Tipps

Der Grundgedanke der Familienkonferenz ist, gemeinsam und solidarisch mit allen Familienmitgliedern Lösungen zu finden und in den gemeinsamen Austausch zu gehen. So werden die Bedürfnisse und Meinungen aller gehört und auf Augenhöhe miteinander kommuniziert. Damit ist eine gute Basis gegeben, dass sich jeder als vollwertiges Mitglied innerhalb des Familienverbandes fühlt. Nicht wenige Eltern sind hinterher überrascht, wie begeistert selbst die Jüngsten mitmachen und wie positiv sich das Familienleben daraus entwickelt hat.

Tipp 1: Feste Abläufe

Die Familienkonferenz sollte einen festen Paltz im Alltag bekommen. Am besten legen Sie eine bestimmte Zeit für die Familienkonferenz fest. Sie findet jede Woche am selben Tag zur selben Uhrzeit statt und ist für alle Familienmitglieder verpflichtend. Kann der Termin nicht eingehalten werden, bedarf es eines besonderen Grundes – und das gilt nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Dieser nur im Notfall verschiebbare Termin schafft Regelmäßigkeit und verleiht der Konferenz zudem am Gewicht.

Termin Wochentag Uhrzeit Familienkonferenz
© womue – stock.adobe.com

Wie lange kann eine Familienkonferenz dauern?
Wie lange die Konferenz dauern darf, richtet sich nach dem Alter Ihrer Kinder. Sechsjährige können schon eine halbe bis dreiviertel Stunde konzentriert an einer Sitzung teilnehmen, während Dreijährige nicht länger als zwanzig Minuten in Anspruch genommen werden sollten.

Tipp 2: Die Familie als Einheit

Damit die Familienkonferenz funktioniert und von allen Beteiligten ernst genommen wird, sollten sich alle Familienmitglieder klarmachen, dass sich Konflikte zwischen einzelnen Parteien immer auf die gesamte Familie als Einheit auswirken. Alle leben zusammen in einem Haushalt. Wenn also Vater und Sohn Streit miteinander haben und Spannungen zwischen ihnen herrschen, wirkt sich dies auf die Beziehungen und Abläufe innerhalb der restlichen Familie aus. Die Familienkonferenz hilft dabei, gemeinsam die bestehenden Schwierigkeiten anzugehen.

Tipp 3: So viel Mitsprache wie möglich

In der Eltern-Kind-Dynamik ist eine hundertprozentige Demokratie natürlich nicht realistisch. Am Ende sind es schließlich immer die Eltern, die Entscheidungen treffen müssen. Dennoch sollten Sie Ihren Kinder so viel Mitspracherecht und Entscheidungsgewalt geben wie möglich. Auf diese Weise lernt Ihr Nachwuchs schnell und effektiv, wie man mit Mitmenschen fair verhandelt, andere Standpunkte nachvollzieht und seine eigene Meinung vernünftig vertritt.

Werden Kompromisse gemeinsam ausgehandelt, dann hat Ihr Kind auch nicht das Gefühl, ihm sei eine sinnlose Regel von oben aufgezwungen worden. Dementsprechend fällt die Einhaltung der Absprache im Alltag bedeutend leichter.


Ähnliche Themen:
» Harmonie in der Beziehung: So sieht der Schlüssel zum Glück aus
» Zuschüsse für Familien – Das können Sie alles beantragen
» Sport treiben mit der Familie – So gelingt’s!


Tipp 4: Demokratische Entscheidungen

In der Familienkonferenz haben alle Stimmen das gleiche Gewicht. Die Veranstaltung würde schließlich wenig Sinn machen, wenn etwa die Stimmen der Eltern doppelt zählen würden. Jeder einzelne darf Probleme vorbringen, die diskutiert werden müssen. Das kann wirklich alles sein, was das Familienleben betrifft.

Familienkonferenz Kinder Demokratie Entscheidungen
© siro46 – stock.adobe.com

Facettenreiche Themen

Streitigkeiten, Taschengeldforderungen, Mithilfe im Haushalt, Klagen über den Speiseplan oder weil das Kind nicht hört, Urlaubsideen – alles ist möglich. Das Problem sollte dabei immer gemeinsam und im Sinne aller Beteiligten gelöst werden und im Zweifelsfall entscheidet die Mehrheit über den Streitfall. Zeigen Sie auf diese Weise Offenheit für die Ansichten Ihrer Kinder.

Übrigens: In einer Familienkonferenz müssen nicht nur Probleme, die es innerhalb der Familie gibt, besprochen werden. Auch Probleme der Kinder, wie zum Beispiel Mobbing in der Schule oder Besprechungen über eine größere Anschaffung können thematisiert werden.

Wechselnder Vorsitz

Für Ordnung während der Konferenz sorgt der Vorsitzende der Familienkonferenz. Er erteilt den Parteien das Wort, ordnet die Redebeiträge, zählt bei Abstimmungen die Stimmen und verhindert das Ausbrechen von Chaos. Zwar sollten Sie als Elternteil bei den ersten Versuchen noch den Vorsitz übernehmen, aber Sie werden erstaunt sein, wie ernst Kinder diese Aufgabe nehmen und wie gut sie die Rolle des Vorsitzenden meistern!

Tipp 5: Bindung an Entscheidungen

Über eine einmal getroffene Entscheidung wird im Regelfall bis zur nächsten Konferenz nicht mehr gestritten oder diskutiert. Wenn nötig, kann das Problem aber bei der nächsten Familienkonferenz neu besprochen oder verhandelt werden.

Fazit

Sollte es überhaupt nicht anders gehen, kann im Notfall auch eine außerplanmäßige Konferenz einberufen werden. Dies sollte allerdings die Ausnahme bleiben, sonst häufen sich schon bald die Konferenzen und jede nur im Ansatz für das eine oder andere Familienmitglied unbequeme Entscheidung wird ständig neu verhandelt.

Über Steffi 186 Artikel
Steffi gehört zum Team von Tipps.net. Als berufstätige Mutter ist sie vor allem Expertin für Kindererziehung und Familienmanagement. Aber auch aus Ihrem Garten bringt sie viele gute Tipps mit.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.