Wasserführende Kaminöfen: Vorteile und Nachteile dieser Öfen im Überblick

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Mit einem schönen Kaminfeuer Heizkosten sparen, das ist heute z.B. mit wasserführenden Kaminöfen möglich. Welche Vorteile und Nachteile diese mit sich bringen, lesen Sie hier.

Wasserführende Kaminöfen


Wasserführende Kaminöfen sind im Trend. Denn sie liefern durch eine großformatige Sichtscheibe nicht nur einen freien Blick auf das schöne Feuer, sie erzeugen ganz nebenbei auch noch gleichzeitig Warmwasser für Ihr Heizungssystem. Viele loben deshalb diese Technik und empfehlen sie gerne.

Bevor Sie sich allerdings für einen wasserführenden Ofen entscheiden, sollte Sie mehrere Gesichtspunkte betrachten. Denn natürlich haben solche wasserführende Kaminöfen auch ihre Vorteile und Nachteile.

Hier deshalb einige Pros und Kontras, die für Ihre Entscheidung hilfreich sein können.

Vorteile und Nachteile von wasserführenden Kaminöfen im Überblick

» Vorteile:

1.
Bei den wasserführenden Kaminöfen ist besonders hervorzuheben, dass Sie außer dem Aufstellraum des Ofens jeden Raum Ihres Hauses mit beheizen können. Der Kaminofen lässt sich sowohl an ein vorhandenes Zentralheizungssystem anschließen als auch mit einem separaten Pufferspeicher installieren. Da jedoch der Kostenfaktor eines gesonderten Anschlusses um ein vielfaches höher ist, wird derzeit der Anschluss an die Zentralheizung am häufigsten praktiziert.

2.
Des Weiteren spricht eine um circa ein Drittel geringere Strahlungswärme für wasserführende Kaminöfen. In vielen modernen, gut gedämmten Häusern wird es im Aufstellraum des Kaminofens sehr schnell zu warm. Hier wird ein Teil der entstehenden Wärme dann dem Wasser zugeführt. Somit lässt sich die Wärme aus dem eigentlichen Aufstellraum abführen und über die Zentralheizung auf die anderen Räume des Hauses verteilen.

3.
Ein weiteres Plus der wasserführenden Öfen ist, dass die Wärme nach einmaligem erhitzen des Pufferspeichers, zeitlich verteilt abgeben werden kann, selbst wenn das Feuer schon lange aus ist. Neben der Wärmeverteilung ist also auch die Wärmespeicherung möglich.

» Nachteile:

1.
Der wohl größte Nachteil eines wasserführenden Kaminofens ist jedoch der Kostenfaktor. Die Öfen sind in der Regel in der Anschaffung um circa 1000,- Euro teurer als ein entsprechend gleiches Modell ohne Wassertechnik.

Hinzu kommen obendrein auch noch Kosten für den Anschluss an die Zentralheizung und in einigen Fällen wird zusätzlich noch ein größerer Pufferspeicher benötigt.

2.
Ein weiterer sehr großer Kostenfaktor ist die Installation eines wasserführenden Ofens. Das Verlegen der Wasserrohre und das Montieren der Technik ist sehr anspruchsvoll und bei nachträglicher Aufrüstung sehr zeitintensiv.

Bei einem Neubau sollten Sie daher vorher ganz genau überlegen, ob Sie einen wasserführenden oder einen herkömmlichen Kaminofen einbauen möchten.

3.
Ein weiteres Problem der wasserführenden Kaminöfen ist die Glanzrußbildung, weshalb diese regelmäßig gereinigt werden müssen. Glanzruß bildet dort, wo die heißen Rauchgase des Feuers auf die relativ kalte Wassertasche treffen. Um diesen zu verringern, darf nicht zu kaltes Wasser zugeführt werden. Wasserführende Kaminöfen benötigen in der Regel eine Vorlauftemperatur von circa 65 Grad Celsius.

Zu kaltes Wasser wäre außerdem schlecht für die Verbrennung, denn der Feuerraum würde zu sehr abgekühlt. Daher wird bei der Installation eine Rücklaufanhebung eingebaut, die einen Teil des Rücklaufs des Ofens mit dem Vorlauf mischt, bis die nötige Vorlauftemperatur erreicht ist.

4.
Auch was den Schornsteinzug angeht, müssen Sie bei Kaminöfen mit Wassertechnik besonders Acht geben. Den besten Zug erreichen Sie bei ungefähr 300 Grad Celsius Abgastemperatur. Solch hohe Temperaturen können wasserführende Kaminöfen allerdings nicht erbringen, da die Rauchgase beim Passieren der Wassertasche stark abgekühlt werden. Somit ist ein solcher Ofen nicht für jede Schornsteinart passend.

Wichtig ist deshalb bei einem Neubau, dass Sie auch hier schon im Vorfeld den geeigneten Schornstein auswählen.

5.
Ein Betrieb eines solchen Ofens ohne Wasser ist nicht möglich. Sie können also nicht erst den Ofen installieren, nur als Raumheizer nutzen und nachträglich die Wassertechnik installieren.

Auch bei einem Stromausfall und entsprechendem Ausfall der Wasserpumpen im Haus kann nicht mehr geheizt werden.

Fazit:

Es gibt also einige Pluspunkte, die für den wasserführenden Kaminofen sprechen, aber auch einiges zu beachten. Ob sich die Investition in einen wasserführenden Kaminofen lohnt, hängt dabei hauptsächlich von der Gebäudesituation ab. Aber natürlich spielt auch Ihr persönliches Empfinden eine wesentliche Rolle. Es ist auf jeden Fall ratsam, dass Sie sich vor dem Einbau von einem Ofenexperten beraten lassen.

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