Zahnzusatzversicherungen – Mit 5 Tipps den richtigen Tarif finden

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So finden Sie die richtige Zahnzusatzversicherung!

So finden Sie die richtige Zahnzusatzversicherung!

In keinem anderen Bereich unseres Gesundheitssystems spüren wir die Einsparmaßnahmen der Ersatzkassen so sehr, wie beim Zahnarzt. Für viele Bürger ist im wahrsten Sinne des Wortes die Schmerzgrenze erreicht. Besonders drastisch sind die Einschnitte bei Zahnersatz geworden.

Festbetrag für medizinisch notwendige Leistungen

Unabhängig von den tatsächlichen Kosten kennt die gesetzliche Krankenversicherung nur noch die „Festbetragserstattung“. Das bedeutet, dass abhängig von dem medizinischen Befund, nicht vom notwendigen materiellen Aufwand, eine Leistung erstattet wird. Dieser Festbetrag orientiert sich auch nicht an der medizinisch besten, sondern nur noch an der medizinisch notwendigen Leistung. Dem steht die Erkenntnis gegenüber, dass Probleme mit den Zähnen häufig Ursachen für andere Beschwerden sein können. Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen haben zum Beispiel häufig ihre Ursache im Zahnbereich. Für den Ersatz eines fehlenden Backenzahns, der, wäre er noch vorhanden, nicht sichtbar ist, wird beispielsweise gar keine Leistung mehr erbracht.

Nach wie vor umstritten sind Zahnfüllungen aus Amalgam – wer darauf verzichtet, und eine Goldfüllung wünscht, überschreitet rasch die 1.000 Euro Marke – für nur einen Zahn! Mit zunehmendem Alter werden Sanierungsmaßnahmen im Gebiss zusehends notwendiger. Um diese aber nachhaltig und gut durchführen lassen zu können, fehlt vielen Menschen schlicht das Geld.

Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung

Die Lösung, die sich anbietet, ist der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung. Das Angebot am Markt ist reichhaltig, und immer mehr Ersatzkassen bieten in Kooperation mit privaten Anbietern diese Zusatztarife an. Wie finden Sie als Laie den richtigen Tarif, auf was müssen Sie achten, und warum sollte der Preis ein nachrangiges Entscheidungskriterium sein?

5 Tipps, damit Sie den passenden Tarif für ihre Zahnzusatzversicherung finden

Tipp 1 – Immer das Kleingedruckte lesen

Die Interpretation des Begriffes Zahnersatz variiert von Gesellschaft zu Gesellschaft. Über den reinen Zahnersatz hinaus können auch Inlays, Onlays und größere Brücken Bestandteil des Versicherungsschutzes sein. Bereits bei Brücken unterscheiden sich die Anbieter. Bei einem Anbieter für Zahnzusatzversicherungen beginnt eine Brücke bei drei Zähnen, und ist damit nicht mehr als Leistung versichert, andere Gesellschaften ersetzen auch Brücken, oder definieren eine Brücke ab vier zu ersetzenden Zähnen. Das Kleingedruckte ist entscheidend.

Tipp 2 – Kieferorthopädische Maßnahmen ja oder nein?

Kieferorthopädische Maßnahmen sind bei Erwachsenen seltener notwendig. Wenn Sie Kinder haben, die möglicherweise eine Spange benötigen, berücksichtigen Sie dieses Kriterium bei der Auswahl ihrer Zahnzusatzversicherung.

Tipp 3 – Auf unbegrenzte Leistungszahlung achten

Die meisten Anbieter von Zahnzusatzversicherungen arbeiten mit Leistungsstaffeln. So werden im ersten Versicherungsjahr beispielsweise 800 Euro ersetzt, im zweiten Jahr 1.200 Euro und so fort. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Eine Gesellschaft, die nach fünf Jahren nur 3.000 Euro pro Jahr ersetzt, ist unattraktiver, als ein Unternehmen, welches nach vier Jahren unbegrenzt leistet. Natürlich wirken sich solche Faktoren auf die Prämie aus, aber schnell haben sich im Leistungsfall zehn Euro mehr im Monat, auch bei einer Vorlaufzeit von fünf Jahren, amortisiert.

Tipp 4 – Höchstbetrag der Zahnzusatzversicherung beachten

Wie bemisst sich die Leistung der Zahnzusatzversicherung? Es gibt Gesellschaften, die ab einem bestimmten Jahr 100 Prozent leisten, maximal aber nur bis zu einem Höchstbetrag. Andere Gesellschaften haben keinen Höchstbetrag, sondern leisten 100 Prozent entsprechend des Tarifes. Auch der Passus „soviel Prozent vom verbleibenden Rechnungsbetrag nach Vorleistung der Ersatzkasse“  hat natürlich eine ganz andere Auswirkung auf die Erstattung als der Passus „soviel Prozent des Rechnungsbetrages, maximal 100 Prozent bis zur Vorleistung durch die Ersatzkasse“ – im ersten Fall verbleibt Ihnen auf jeden Fall ein Eigenanteil, im zweiten Fall kann es sein, dass Sie ohne eigene Kosten die Zahnarztpraxis verlassen. Das ist allerdings tarifabhängig und setzt eine 100%ige-Absicherung voraus.

Tipp 5 – Im Zweifelsfall Versicherungsmakler kontaktieren

Auf Grund der Vielzahl an Tarifen auf dem Markt ist ein Tarifvergleich eigentlich ein Muss, um den für Sie idealen Tarif zu finden. Auf den einschlägigen Plattformen  im Internet finden Sie viele, aber wahrscheinlich nicht alle Tarife, da viele Gesellschaften bei mehreren Varianten nur den preisgünstigsten Tarif hinterlegen.
Sollten Sie nach Vergleichen immer noch unsicher sein, kann Ihnen ein Versicherungs-Makler eine Übersicht über alle am Markt vorhandenen Zahnzusatzversicherungen geben. Achten Sie aber darauf, dass es wirklich ein Makler und kein Versicherungs-Mehrfachagent ist. Denn Makler müssen per Gesetz die beste Lösung für den Kunden anbieten.

Extra-Tipp: 2010 hat Stiftung Warentest in seiner Sparte Finanztest ganze 110 Tarife für Zahnzusatzversicherungen geprüft. Am besten wurde dabei die ERGO Direkt bewertet.

Foto1: © Sandra Thiele - Fotolia.com

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