Spinnmilben sind klein, rot und können erheblichen Schaden anrichten. Woran Sie die Schädlinge erkennen und wie Sie Spinnmilben bekämpfen, erkläre ich Ihnen hier.

Inhaltsverzeichnis
Spinnmilben im Haus und Garten
Spinnweben an Zimmerpflanzen oder im Garten sind eine unangenehme Angelegenheit, und meistens steckt dahinter keine harmlose Spinne, sondern Spinnmilben (Tetranychidae). Die winzigen Schädlinge sind so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.
Allerdings werden sie schnell zum echten Problem. Sie stechen die Blätter an und saugen Pflanzensaft aus. Dieses Phänomen tritt besonders häufig im Herbst oder Winter auf, wenn die Heizungen eingeschaltet sind. Dann herrschen perfekte Bedingungen, in denen sich die Spinnmilbe wohlfühlt. Das gilt auch für Pflanzen in Gewächshäusern und im Garten.
Spinnmilbenbefall erkennen
Spinnmilben gehören zu den Milben und bilden eine große Familie mit rund 1200 bekannten Arten. Meist nisten sie genau dort, wo man nicht sofort hinschaut: auf der Blattunterseite. Vor allem die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) ist bekannt für ihre deutlich sichtbaren Netze.
Viele andere Spinnmilbenarten bilden ebenfalls Gespinste, diese sind jedoch sehr fein und kaum sichtbar. Dazu gehören Arten wie Kakteen-Spinnmilbe, Gewächshaus-Spinnmilbe oder Orchideen-Spinnmilbe. Ein Befall macht sich hier vor allem durch helle, feine Sprenkel auf den Blattoberflächen bemerkbar (gelblich oder bräunliche Stiche). Diese entstehen, weil die winzigen Schädlinge das Blattgewebe mit ihrem stechend-saugenden Mundwerkzeug verletzen.
Schon gewusst? Wenn Zimmerpflanzen sehr stark von Spinnmilben befallen sind, trocknen die Blätter oft vollständig aus und fallen schließlich ab.
Diese Pflanzen sind besonders anfällig für Spinnmilben
Anfällige Pflanzen
Spinnmilben können grundsätzlich jede Zimmerpflanze befallen. Besonders anfällig sind jedoch Pflanzen mit weichen, dünnen Blättern. Sie reagieren empfindlicher auf trockene Luft und geraten schneller unter Trockenstress.
- Azaleen
- Gummibaum
- Fuchsien
- Efeu
- Schönmalven
- Palmen
- Primeln
- Gardenien
- Hibiskus
- Alpenrosen
- Rosen
- Rhododendren
- Glockenblumen
- Zyperngras
Resistentere Pflanzen
Es gibt auch Pflanzen, die weniger anfällig für Spinnmilben sind. Dazu zählen vor allem Pflanzen mit dicken, festen oder ledrigen Blättern. Allerdings können selbst robuste Arten bei dauerhaft trockener Luft befallen werden.
- Bogenhanf
- Glücksfeder
- Geldbaum
- Yucca-Palme
- Drachenbaum
- Kakteen
- Sukkulenten
Spinnmilbenbefall vorbeugen
Um Spinnmilben an Pflanzen vorzubeugen, helfen ein paar effektive Tipps. Diese möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.
Tipp 1: Luftfeuchtigkeit erhöhen
Spinnmilben mögen warme Temperaturen und trockene Luft. Deshalb hilft es als Erstes, die Zimmerpflanzen regelmäßig mit etwas Wasser zu besprühen. Dafür eignet sich ein Pflanzensprüher hervorragend.
Tipp 2: Pflanzen umtopfen
In der Praxis hat sich gezeigt, dass viele Pflanzen durch zu viel Dünger anfälliger für Spinnmilben werden. Das liegt daran, dass vor allem stickstoffbetonter Dünger die Pflanzen anregt, frisches Gewebe zu bilden. Und genau dieses nährstoffreiche Pflanzengewebe ist für Spinnmilben attraktiv. Bei Überdüngung ist es daher oft besser, die Pflanze umzutopfen.
Lesetipp: Pflanzen düngen – So machen Sie es richtig
Ähnliche Themen:
» Schnecken bekämpfen – 10 Tipps
» Blattläuse auf Rosen – Vorbeugen und Bekämpfen
» Schnecken im Aquarium bekämpfen – 5 Tipps die helfen
Spinnmilben bekämpfen
Haben Sie einen Spinnmilbenbefall an Ihren Pflanzen erkannt, dann bloß keine Panik. Mit den folgenden Tipps bekämpfen Sie Spinnmilben effektiv.

Tipp 3: Pflanze abduschen
Wie wir wissen, mögen es Spinnmilben trocken. Daher hilft es, Ihre befallenen Pflanzen abzuduschen. Das klappt ganz einfach in der Badewanne. Mit einem etwas härteren Duschstrahl sind die meisten Spinnmilben im Nu abgebraust. Eine Plastiktüte um den Blumentopf herum, schützt davor, dass die Erde vollkommen durchnässt.
Schon gewusst? Den Effekt können Sie noch intensivieren. Dafür umhüllen Sie die „Krone“ ihrer frisch abgeduschten Pflanze mit einer durchsichtigen Tüte. Diese wird dann etwa nach einer Woche entfernt.
Tipp 4: Spinnmilben mit Hausmitteln bekämpfen
Hausmittel können bei leichtem Spinnmilbenbefall hilfreich sein, vor allem als eine der ersten Maßnahmen. Besonders Zwiebeln und Knoblauch enthalten Schwefelverbindungen, die auf Spinnmilben reizend wirken und sie abschrecken. Für den Sud werden Zwiebeln oder Knoblauch grob zerkleinert und mit heißem Wasser übergossen. Nach dem Abkühlen können die Blattunterseiten vorsichtig abgewischt oder besprüht werden.
Gut zu wissen: Der größte Effekt vieler Hausmittel entsteht durch das gründliche Abwischen der Blattunterseiten. Dabei werden Spinnmilben, Eier und Gespinste direkt entfernt.
Tipp 5: Neemöl gegen Spinnmilben
Neemöl wirkt gegen Spinnmilben, indem es ihren Hormonhaushalt und Stoffwechsel stört. Die Schädlinge nehmen den enthaltenen Wirkstoff Azadirachtin über die Blattoberfläche auf, stellen die Nahrungsaufnahme ein und vermehren sich folgend deutlich schlechter. Die Spinnmilben sterben zwar nicht sofort ab, der Befall geht aber nach und nach zurück.
Anwendung: Neemöl wird stark verdünnt angewendet. Dazu etwa 10 ml Neemöl pro 1 Liter Wasser mischen und gut schütteln. Die Zimmerpflanze anschließend gründlich einsprühen, vor allem die Blattunterseiten. Die Behandlung etwa alle 3 Tage wiederholen,
Tipp 6: Raubmilben gegen Spinnmilben
Raubmilben wie Amblyseius californicus fressen Spinnmilben sowie deren Eier und Larven. Genau deshalb eignen sie sich so gut zur natürlichen Bekämpfung. Wichtig ist vor allem, trockene Luft zu vermeiden, damit die Raubmilben optimale Bedingungen vorfinden. In der Regel zeigt sich nach zwei bis drei Wochen dann auch schon eine spürbare Verbesserung.
Schon gewusst? Raubmilben sind für Menschen und Haustiere unbedenklich. Sie lassen sich nicht nur bei Zimmerpflanzen und Zierpflanzen, sondern auch bei Nutzpflanzen wie Gurken und Tomaten einsetzen.
Tipp 7: Spinnmilben chemisch bekämpfen
Haben alle Tipps bisher nicht geholfen, dann bleibt nur noch der letzte Ausweg. Im Handel gibt es chemische Bekämpfungsmittel gegen Spinnmilben. Diese Wirkstoffe werden über die Wurzeln der Pflanze oder über die Blätter aufgenommen, wodurch Spinnmilben dann absterben.


