Zinsen, Bonus und Rendite bei Banksparplänen: Was kommt am Ende wirklich raus?

Zinsen, Bonus und Rendite bei Banksparplänen: Was kommt am Ende wirklich raus?

Auf den ersten Blick erscheinen manche Rendite-Angebote der Bank als wahrer Geldbringer. Schaut man aber hinter die Fassade, entpuppt sich dies oft als Nullnummer.

Zinsen, Bonus und Rendite bei Banksparplänen: Was kommt am Ende wirklich raus?
Zinsen, Bonus und Rendite beeinflussen das Ergebnis Ihres Banksparplans – © Pungu x / stock.adobe.com

Wenn es darum geht, für die Zukunft zu planen und die finanzielle Stabilität zu sichern, spielen Banken eine wichtige Rolle. Banksparpläne sind eine beliebte Wahl für Menschen, die ihr Erspartes im Laufe der Zeit vermehren möchten. Es ist jedoch wichtig, die verschiedenen Elemente wie Zinsen, Bonus und Rendite bei Banksparplänen zu verstehen, um sicherzustellen, dass Ihr Geld effektiv für Sie arbeitet. In diesem Artikel werde ich die wichtigen Faktoren untersuchen, die das Ergebnis Ihres Banksparplans beeinflussen, und aufzeigen, was Sie am Ende wirklich erwartet.

? Banken wollen verkaufen

Die Marketingabteilungen der Banken und Sparkassen lassen sich bei der Einwerbung neuer Kunden immer neue Köder einfallen. Neben den klassischen Zinsen werden Anleger mit Bonus- und Renditeberechnungen erschlagen, die sich auf den ersten Blick hervorragend lesen. Banken wollen verkaufen und leben unter anderem von den Gewinnen, in diesem Fall von der Marge zwischen den zu zahlenden Zinsen auf Spareinlagen und den Einnahmen aus den Zinsen für ausgeliehene Gelder, den Darlehen. Hart formuliert müssen aus Bankensicht die Zinsen für Spareinlagen und Banksparpläne so niedrig wie möglich, aber nach außen für den Anleger so rentierlich wie möglich gestaltet sein. Was sich hinter den Boni und Renditen tatsächlich verbirgt, erkläre ich nachfolgend etwas detaillierter.

? Die Bausteine von Banksparplänen

◾ Wenn der Bonus lockt:

Anleger, die gerade in Zeiten niedriger Renditen auf ihre Einlagen Alternativen suchen, werden bei dem Wort Bonus hellhörig. Am Ende der Vertragslaufzeit des Sparplans verspricht die Bank einen extrem hohen Bonus – Es bleibt aber die Frage, worauf? Auf das eingezahlte Kapital oder doch eher auf die Zinsen?

In der Regel sind die laufenden Zinszahlungen auf den Sparplan eher dürftig und legitimieren es eigentlich nicht, sich über mehrere Jahre festzulegen. Jedoch wird ja am Ende der Laufzeit ein überdurchschnittlicher Bonus versprochen. Dieser Bonus wird jedoch nur auf einen Bruchteil des Guthabens, die gezahlten Zinsen, ausgezahlt. Obgleich die Bonuszahlungen in der Spitze bis zu 90 Prozent betragen, verändern sie die gesamte Rendite der Anlage nur marginal – eben weil sie nur auf einen kleinen Teil des zum Schluss kumulierten Guthabens gezahlt werden.





Außerdem: Der Bonus wird in der Regel nur dann gewährt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie regelmäßige Einzahlungen oder eben das Beibehalten des Kontos über einen bestimmten Zeitraum.

◾ Rendite oder Wertzuwachs:

Eine andere plakative Werbeformel der Kreditinstitute bezieht sich auf den hohen Wertzuwachs einer Anlage. Ein Beispiel soll belegen, dass zwischen dem, was die Geldhäuser unter „hohem Wertzuwachs“ verstehen, und der tatsächlichen Rendite deutliche Unterschiede bestehen:

Als Bankkunde kaufen Sie einen Sparbrief mit dem Gegenwert von 1.000 Euro und einer Dauer von zwei Jahren. Zu Zeiten eines durchschnittlichen Kapitalmarktzinses würde dieser mit fünf Prozent verzinst. Nach dem ersten Jahr hätten Sie also ein Guthaben von 1.050 Euro, am Ende der Laufzeit ein Guthaben von 1.102,50 Euro, eine satte Wertsteigerung von 10,25 Prozent. Die Rendite liegt jedoch bei fünf Prozent, da sie jährlich gerechnet wird. Die durchschnittliche jährliche Wertsteigerung beträgt 5,125 Prozent (10,25 / 2) und rechnet sich durch den Zinseszinseffekt. Je länger die Laufzeit eines solchen Sparbriefes ist, um so größer wird die Differenz zwischen tatsächlicher Rendite und der abstrakten Wertsteigerung.

◾ Nicht erreichbare Zinsversprechen:

Gerade zu Zeiten niedriger Zinsen freuen sich Anleger über Zinsversprechen, die ihnen bei Tagesgeldern „bis zu vier Prozent pro Jahr“ Zinsen einbringen sollen. Dieser Aussage sollte jedoch der Blick in das Kleingedruckte folgen. Beliebt sind für solche Zinsen aus dem Land der Märchen Zinsstaffeln und Mindesteinlagen. Beispielsweise werden die Spitzenzinsen erst ab einer Einlagenhöhe, die 100.000 Euro übersteigt, gezahlt. Für die Beträge darunter gibt es Staffelzinsen.

Um ein willkürliches Beispiel zu wählen, bis 25.000 Euro zwei Prozent p. a., bis 50.000 Euro 2,5 Prozent p. a., bis 75.000 Euro 2,75 Prozent p. a. und bis 100.000 Euro 3,5 Prozent pro Jahr. Die beworbenen vier Prozent werden, wie erwähnt, erst für den Betrag gezahlt, der über 100.000 Euro hinaus geht. Da es sich unter dem Strich um eine Mischkalkulation handelt, können Sie als Anleger niemals mit einer Rendite in Höhe von vier Prozent rechnen.

↪ Fazit:

Verschiedene Banken können unterschiedliche Richtlinien und Angebote in Bezug auf ihre Banksparpläne haben. Es ist wichtig, die verschiedenen Optionen zu recherchieren und zu vergleichen, um die Institution zu finden, die wettbewerbsfähige Zinssätze, attraktive Bonusprogramme und günstige Bedingungen bietet. Berücksichtigen Sie aber auch Faktoren wie den Ruf der Bank, den Kundenservice und die allgemeine finanzielle Stabilität. Denn die Auswahl der richtigen Institution kann das Ergebnis Ihres Banksparplans erheblich beeinflussen.

? Häufig gestellte Fragen (FAQ)

In welchem typischen Bereich liegen die von Banksparplänen angebotenen Zinssätze?

Die Zinssätze von Banksparplänen können stark variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Bank, der Laufzeit des Plans und den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen. Im Allgemeinen können die Zinssätze zwischen 0,5% und 2,5% oder sogar höher liegen. Es ist wichtig, die Zinssätze verschiedener Banken zu vergleichen, um die günstigste Option für Ihre Ersparnisse zu finden.

Kann ich Geld vor dem Fälligkeitsdatum meines Banksparplans abheben?

Die meisten Banksparpläne beinhalten bestimmte Einschränkungen für vorzeitige Abhebungen, um langfristiges Sparen zu fördern. Während einige Pläne teilweise Abhebungen ermöglichen, gestatten andere möglicherweise nur vollständige Abhebungen am Ende der vereinbarten Laufzeit. Es ist wichtig, die Geschäftsbedingungen Ihres Banksparplans sorgfältig zu lesen, um die Ihnen zur Verfügung stehenden Abhebungsoptionen zu verstehen.

Wie kann ich den Bonus meines Banksparplans maximieren?

Um den Bonus Ihres Banksparplans zu maximieren, stellen Sie sicher, dass Sie alle Bedingungen erfüllen, die von der Bank festgelegt wurden. Dies kann regelmäßige Einzahlungen, das Beibehalten eines Mindestguthabens oder das Unterlassen vorzeitiger Abhebungen umfassen. Indem Sie diese Anforderungen erfüllen, können Sie das Beste aus der Bonusfunktion herausholen und Ihre Gesamtrendite verbessern.

Uwe Rabolt

Jahrgang 1959, Bankkaufmann, Versicherungsfachman (BWV).
Amerikanistik- und Linguistikstudium (M.A.), Frankfurt am Main.
Von Januar 1985 bis Dezember 2010 im on- und offline-Vertrieb im Sektor Finanzdienstleistungen tätig.