Hochbeet anlegen – Schritt für Schritt Anleitung

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Wer gehandicapt ist oder mit dem Rücken zu kämpfen hat und dennoch gerne im Garten arbeitet, der sollte sich ein Hochbeet anlegen. Wie man das macht, erfahren Sie hier.

Hochbeet anlegen


Bei der Gartengestaltung sollten Sie viel Wert darauf legen, dass Ihr Garten besonders pflegeleicht und gut zu bearbeiten ist. Und das gilt nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für die ganze Gartengestaltung.

In der Regel muss man sich nämlich im Garten viel bücken, was vielen Hobbygärtnern sehr zu schaffen macht. Eine gute Alternative zur herkömmlichen Gartengestaltung könnte deshalb das Anlegen von Hochbeeten sein. Ein Hochbeet ist nicht ebenerdig, sondern höher angelegt, und man sieht sie häufig in Gärten, die besonders naturnah gestaltet sind.

Vorteile eines Hochbeetes

Vorteil Nr. 1:

Das erhöhte Beet ist nicht nur aus gesundheitlichen Gründen vorteilhaft, gerade gehandicapten und von Rückenleiden geplagten Gärtnern kommt es sehr entgegen.

Vorteil Nr. 2:

Im Hochbeet gibt es durch die höhere Lage auch etwas höhere Temperaturen. Diese liegen bei der Verrottung etwa 5 bis 8 Grad über der Temperatur am Boden. Das Gemüse kann deshalb schneller reifen, so dass die Ernte durchschnittlich vier Wochen früher eingefahren werden kann.

Vorteil Nr. 3:

Beim Aufbau eines Hochbeetes können Sie wunderbar verrottbares Gartenmaterial verwenden. Wenn der Boden in Ihrem Garten arm an Nährstoffen und nicht tiefgründig ist, so können Sie ihn durch ein Hochbeet wesentlich besser nutzen.

Planung eines Hochbeetes

Standort/Form:

Am besten platzieren Sie ein Hochbeet in Richtung Nord-Süd, denn so können Sie das Sonnenlicht optimal ausnutzen.

Was die Form angeht, so wird ein Hochbeet in der Regel rechteckig angelegt. Hierbei gibt es aber natürlich keine Norm. Sie können also Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und das Hochbeet so anlegen, wie Sie es möchten.

Materialauswahl:

Um ein Hochbeet zu bauen, müssen Sie vorher jedoch erst einmal festlegen, welche Materialien Sie verwenden möchten. Es bieten sich besonders naturbelassenes und druckimprägniertes Holz, Blech, Kunststoff, Betonplatten und Steine an. Steine sind dabei besonders vorteilhaft, denn sie sind nicht nur witterungsbeständig, sondern sie bieten auch eine gute Isolation. Wenn Sie das Hochbeet mit Stein oder Beton einfassen, dann haben Sie zudem viele Jahre Freude daran.

Holz verwittert natürlich im Laufe der Zeit, so dass Sie damit rechnen müssen, dass Sie es nach ein paar Jahren ersetzen müssen. Wenn Sie dennoch auf Holz setzen möchten, dann ist vor allem Lärchenholz sehr empfehlenswert, denn es ist recht widerstandsfähig. Auch wenn Sie es nicht imprägnieren, hält es bis zu 15 Jahre. Andere Holzsorten sollten Sie unbedingt imprägnieren, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Hochbeet anlegen – Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1:

Zuerst einmal müssen Sie den Bereich abstecken, den Sie für das Hochbeet vorgesehen haben. Die Breite sollte etwa 130 Zentimeter betragen.

Stecken Sie den Bereich für das Hochbeet ab

Stecken Sie den Bereich für das Hochbeet ab

Schritt 2:

Danach müssen Sie diese Fläche etwa 30 Zentimeter tief ausheben.

Wichtig: Wenn Sie das Beet zu breit machen, dann fällt das Gärtnern von allen Seiten doch etwas schwer. Sie sollten dann lieber mehrere Beete dieser Art anlegen, wenn Sie mehr Fläche in dieser Form gestalten möchten.

Heben Sie die Fläche etwa 30 Zentimeter tief aus

Heben Sie die Fläche etwa 30 Zentimeter tief aus

Schritt 3:

Den Boden des Hochbeetes sollten Sie anschließend am besten mit einem Drahtgitter auslegen, denn das schützt vor den möglichen Angriffen von Maulwürfen und Wühlmäusen. Damit der Rahmen nicht in Kontakt mit der verrottenden Füllung kommt, sollten Sie die Innenwände obendrein auch noch mit Teichfolie auskleiden. Gerade bei einer Verkleidung aus Stein oder Holz ist dies enorm wichtig.

Legen Sie den Boden des Hochbeetes mit Drahtgitter aus

Legen Sie den Boden des Hochbeetes mit Drahtgitter aus

Schritt 4:

Nun geht es an das Befüllen des Hochbeetes. Hierbei gibt es so etwas wie ein Schichtprinzip, an das Sie sich halten sollten. Wichtig: Die endgültige Höhe des Hochbeetes entscheidet darüber, wie hoch die einzelnen Schichten werden. Normalerweise hat eine Schicht eine Höhe von durchschnittlich 30 Zentimeter.

Ein Hochbeet besteht aus mehreren Schichten

Ein Hochbeet besteht aus mehreren Schichten

» Erste Schicht:

Die erste Schicht des Hochbeetes besteht immer aus grobem Strauchschnitt und Baumschnitt. Das sorgt für eine optimale Durchlüftung. Das oben aufliegende Material könnte nun jedoch durch diese Schicht durchsickern, deshalb müssen Sie die erste Schicht mit umgedrehten Grassoden (ausgestochene Grasnarben) abdecken.

» Zweite Schicht:

Die zweite Schicht im Hochbeet besteht aus Grünabfällen, Laub, zerkleinerten Resten von Stauden und gehäckseltem Strauchschnitt.

» Dritte Schicht:

Anschließend können Sie noch mehrere Schichten aus einer Mischung aus Blumenerde, Kompost und Gartenerde aufbringen.

» Vierte Schicht:

Als letztes fehlen nun natürlich noch die Pflanzen. Für ein Hochbeet bietet sich vor allem eine Mischkultur an. Die einzelnen Pflanzen können sich gut ergänzen und Schädlinge können so effektiv abgehalten werden. Wenn Sie zwischen Gemüse auch Kräutersorten pflanzen, dann werden nicht nur Schädlinge abgehalten, sondern der Geschmack des Gemüses kann sich auch verbessern.

Während der ersten zwei Jahre nach dem Anlegen des Hochbeetes ist der Nährstoffgehalt am höchsten. Aus diesem Grund sollten Sie in den ersten beiden Jahren vor allem Starkzehrer anbauen. Dazu gehören zum Beispiel Lauch, Zucchini, Tomaten, Sellerie, Gurken (Linktipp: Gurken anbauen – So wird’s gemacht) und Kohl. Im dritten Jahr können Sie dann auch Schwachzehrer wie Spinat oder Salat im Hochbeet anbauen. Sie können aber auch einen Kräutergarten anlegen.

Das Hochbeet richtig pflegen

» Hochbeet auffüllen/neu befüllen:

Die Reste der Pflanzen verrotten im Laufe der Jahre. Die Folge: das Erdreich sackt ab. Wenn Sie das Hochbeet frisch bepflanzen möchten, dann müssen Sie eventuell also erst etwas Kompost einarbeiten.

Und nach spätestens sechs Jahren müssen Sie dann alles komplett neu befüllen, denn dann sind nicht mehr ausreichend Nährstoffe im Hochbeet. Die Erde des Hochbeetes können Sie dann allerdings noch an anderer Stelle im Garten, zum Beispiel in Gemüsebeeten oder Blumenbeeten, verwenden.

» Hochbeet bewässern:

Gerade im Sommer müssen Sie Ihr Hochbeet gut und vor allem regelmäßig wässern. Das Hochbeet ist ja sehr locker aufgebaut, deshalb trocknet das Erdreich auch schneller aus. Eine regelmäßige und ausreichende Bewässerung ist deshalb unabdingbar.

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