Hanggarten gestalten – Ideen und Tipps für Ihren Garten

Einen Hanggarten gestalten, hört sich recht einfach an. Doch hierbei gibt es einiges zu beachten. Was genau und wie die Gestaltung aussehen kann, lesen Sie hier.

Hanggarten gestalten - Ideen und Tipps für Ihren Garten
Ein Garten in typischer Hanglage. © Spiroview Inc./ stock.adobe.com

Hanggarten anlegen

Ein Haus, das sich auf einem Grundstück am Hang befindet, ist etwas besonders Reizvolles. Man kann normalerweise eine herrliche Aussicht genießen, die einem auch so leicht keiner verbauen kann. Allerdings müssen Sie bedenken, dass es mit Aufwand und hohen Kosten verbunden ist, einen Hanggarten anzulegen und zu gestalten.

Die Stärke des Gefälles entscheidet dabei natürlich maßgeblich darüber, wie viel Aufwand Sie für die Gestaltung betreiben müssen. Falls das Gefälle sehr stark ist, dann ist zum Ebnen unbedingt ein Bagger erforderlich. Dann kann eine Fachfirma mit den Arbeiten beauftragt werden. Bei einem kleinen Garten und leichtem Gefälle können Sie die Gestaltung aber auch mit etwas Anstrengung selber bewältigen.

➡️ Wichtig: Einen Hanggarten können Sie grundsätzlich nicht an einem einzigen Tag anlegen. Sie sollten deshalb ausreichend Zeit einplanen und vor allem die Gestaltung sorgfältig planen.

Mehrere Ebenen schaffen

Bei einem Hanggarten drohen immer Erdrutsche, deshalb steht die Sicherheit an erster Stelle. Eine geneigte Fläche können Sie kaum nutzen. Deshalb ist es einfacher, wenn Sie mehrere Ebenen schaffen. Den Garten also terrassieren. Diese können Sie dann auch unterschiedlich nutzen und in verschiedene Bereiche einteilen.

Verbunden sind die einzelnen Ebenen über Stufen oder Treppen. Nur so können Sie sicher gehen, dass Gartenmöbel nicht komplett schief und wackelig stehen. Ältere Menschen wären zudem keiner erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt.





Ebenen absichern

Wenn Sie die Hangterrasse gestalten, ist unbedingt an eine Absicherung der einzelnen Ebenen zu denken. Damit es später keinen Erdrutsch gibt. Das Abstützen geschieht mithilfe von Gabionen, Palisaden oder Mauern. Bei einer sehr starken Neigung müssen Sie zusätzlich noch an Betonfundamente für diese Stützelemente denken.

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Die einzelnen Ebenen sind über Treppen erreichbar. © ehrenberg-bilder/ stock.adobe.com

Falls es sich nur um ein leichtes Gefälle handelt, können Sie auch durch niedrig wachsende Pflanzen eine Hangsicherung erreichen. Bevor Sie die Bodendecker pflanzen, sollten Sie allerdings eine spezielle Mulchfolie auslegen. Die verhindert nicht nur das Wachstum von Unkraut, sondern schützt auch so lange vor einem Erdrutsch, bis der Hang zugewachsen ist.

Entwässerung und Drainage planen

Bei einem Hanggarten ist Wasser oft ein Problem. Regen versickert nicht einfach, sondern sammelt sich an Kanten, drückt gegen Stützelemente und spült lockeren Boden aus. Gerade hinter Mauern, Palisaden oder Gabionen sollte deshalb immer mitgedacht werden, wie Sickerwasser abfließen kann.

Häufig wird hinter der Stütze eine Dränschicht aus Kies oder Schotter (Drainage-Schicht) eingebaut. Je nach Aufbau kommt zusätzlich ein Drainagerohr mit leichtem Gefälle dazu, damit sich kein Wasserstau bildet. Wichtig ist auch, dass das Wasser anschließend kontrolliert abgeleitet wird oder versickert, zum Beispiel über eine Versickerungsfläche (Rigole) oder einen passenden Ablauf.

➡️ Tipp: Planen Sie Wege und Terrassen so, dass Oberflächenwasser nicht Richtung Haus läuft, sondern leicht seitlich oder nach vorn abfällt. Gerade bei Starkregen bleiben Stufen rutschärmer, und die Ebenen werden weniger ausgespült. Bei starkem Gefälle, schweren Mauern oder unsicherem Untergrund lohnt sich eine Fachberatung.

Gestaltung der einzelnen Ebenen

Je stärker das Gefälle Ihres Grundstückes ist, umso mehr Ebenen sollten Sie realisieren. Zum Verbinden der einzelnen Bereiche eignen sich einzelne Stufen, die Bestandteil eines verschlungenen Weges sind. Ein gerader Gartenweg wäre wesentlich steiler und fügt sich auch nicht so harmonisch in die Umgebung ein.

Die meisten Gartenbesitzer gestalten ihren Garten ja so, dass er vom Stil her und optisch zum Wohnhaus passt. Deshalb sollten Sie auch beim Anlegen des Hanggartens darauf achten, dass hier eine gewisse Harmonie entsteht. Je nach Stil müssen Sie dann also auch die passenden Materialien und Pflanzen auswählen. Hier einige Ideen:

Idee Nr. 1: Mediterran angehauchter Garten

Zu einem mediterran angehauchten Garten passen vor allem helle Kalksteine und Kieswege. Und auch auf ein Kräuterbeet sollten Sie nicht verzichten. Außerdem gehört unbedingt duftender Lavendel dazu.

Idee Nr. 2: Moderner Garten

Einen modernen Garten können Sie wunderschön mit Gabionen und Betonsteinen gestalten. Große Grünflächen sind ebenso wichtig wie eine schlichte Bepflanzung mit geraden Formen und Linien.

Idee Nr. 3: Naturgarten

Ein Naturgarten muss auch besonders naturbelassen wirken, das geht wunderbar mit Holzstufen und Natursteinen. Die Wege können Sie mit Rindenmulch bestreuen. Wenn Sie es ländlich mögen, dann sollten Sie auch auf viele bunte Blütenteppiche, mehrere gemütliche Sitzgelegenheiten aus Holz und Klinkersteine für Wege und Mauern setzen.

Einzelne Bereiche planen

Wenn Sie sich über die Gestaltung im Groben klar sind, dann geht es an die Planung der einzelnen Bereiche. Hier ein Beispiel, wie Sie Ihren Hanggarten aufbauen könnten.

Untere Ebene

Im unteren Bereich können Sie z. B. wunderbar einen Gartenteich anlegen, den Sie dann mit schönen Pflanzen einsäumen, dazu vielleicht eine kleine Sitzgelegenheit. Wenn Sie möchten, dann können Sie ja zusätzlich auch einen Bachlauf anlegen, der unten sein Ende in einem Teich findet.

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Hanggärten sind ideal für Bachläufe. © pvhcreativ/ stock.adobe.com

Spielebene

Haben Sie mehrere Ebenen zur Verfügung und leben Kinder im Haushalt, so sollten Sie eine Ebene zum Spielen reservieren. Diese können Sie zum Beispiel mit einer etwas höheren Hecke vom Rest abgrenzen, damit Ihre Kinder beim Ballspielen nicht immer so viel laufen müssen. Die mittleren Ebenen können Sie gut für das Anlegen eines Nutzgartens einplanen. Schön ist auch ein separates Kräuterbeet.

➡️ Lesetipp: Garten für Kinder – Kindgerecht gestalten

Obere Ebene

Falls Sie ganz oben am Haus keine Terrasse haben, dann sollten Sie die oberste Ebene am besten für einen gemütlichen Sitzplatz nutzen, eventuell auch mit einem kleinen Platz zum Grillen oder gar einem romantischen Pavillon.

➡️ Tipp: Stützmauern müssen nicht unbedingt hervorblitzen. Wenn Sie das nicht mögen, dann können Sie diese von Polsterstauden überwuchern lassen.

Hanggarten bepflanzen

Pflanzen für einen Hanggarten sollten Sie auch mit viel Bedacht auswählen und dabei die Bedürfnisse der einzelnen Sorten berücksichtigen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Pflanzen für einen Hanggarten gut geeignet sind, dann lassen Sie sich in einer Gärtnerei beraten.

Ansonsten hier ein paar Vorschläge, welche Pflanzen beispielsweise sehr gut in Ihren Hanggarten passen könnten:

Pflanzen für den Hanggarten

Bodendecker
» Immergrün
» Johanniskraut
» Steinien
» Dickmännchen
» Efeu
» Kleinstrauchrosen

Stauden
» Storchschnabel
» Elfenblume
» Frauenmantel
» Teppich-Spiere
» Kerzenspiere
» Herbst-Anemone

Sträucher
» Haselnuss
» Sommerflieder
» Liguster
» Holunder
» Ranunkelstrauch
» Ginster

➡️ Tipp: Bereiche, die etwas schwerer zugänglich sind, sollten Sie so gestalten, dass sie möglichst wenig Pflege benötigen. Dies erreichen Sie zum Beispiel, wenn Sie einen pflegeleichten Kiesgarten anlegen. Unter die Kiesschicht müssen Sie einfach ein spezielles Vlies legen, welches das Durchwachsen von Unkräutern verhindert.

Fazit: Hanggarten gestalten

Ein Hanggarten kann beeindruckend wirken, aber er verzeiht Planungslücken weniger als ein ebener Garten. Realistisch betrachtet entscheiden drei Dinge darüber, ob das Projekt später Freude macht: Standsicherheit, Wasserführung und Alltagstauglichkeit. Wer zuerst überlegt, wo Wasser bei Starkregen hinläuft, wie jede Ebene dauerhaft gehalten wird und wie man überall sicher hinkommt, spart sich spätere Baustellen und teure Nachbesserungen.

Kurz-Checkliste fürs gute Bauchgefühl vor dem Start:

  • Läuft Regenwasser kontrolliert ab (nicht gegen Mauern/Wege/Haus)?
  • Sind alle Ebenen so abgestützt, dass nichts nachrutschen kann?
  • Kommt man später überall sicher hin (Pflege, Ernte, Rückschnitt)?
  • Sind die Bereiche so geplant, dass Mähen und Alltag nicht nerven?
  • Sind Sicherheit und mögliche Vorgaben (Grenze/Bebauungsplan) bedacht?

Wenn diese Punkte passen, wird aus der Hanglage kein Problem.

Tipps von Kathrin

Kathrin ist freie Redakteurin und unterstützt unser Team schon seit vielen Jahren. Ihre Spezialgebiete liegen im Bereich Mode und Beauty, aber auch Haushalt und Garten. Und genau dort tobt sie sich auf Tipps.net auch so richtig aus.

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