Rohstoffe als Geldanlage – das sollten Sie beachten

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Holz wurde erst spät als Anlageobjekt erkannt

Holz wurde erst spät als Anlageobjekt erkannt

Das Wasser kommt aus der Leitung und der Kaffee steht im Supermarkt im Regal. Wenn die Wasserwerke die Preise erhöhen, ärgern sich die Einwohner, wenn der Kaffee günstiger wird, freut das die Verbraucher. Kaffee und Wasser haben neben der Tatsache, dass die meisten Menschen sie täglich konsumieren, noch eine Gemeinsamkeit: Es sind Rohstoffe. Rohstoffe werden nicht nur seit vielen Jahren an Rohstoffbörsen gehandelt, sie sind inzwischen auch begehrte Anlageobjekte für Investmentfonds geworden. Was Sie bei Rohstoffen als Geldanlage beachten müssen, lesen Sie hier.

Rohstoffe sind Themenfonds

» Rohstofffonds gehören zu der Gruppe der Themenfonds. Rohstoffe sind aber nicht gleich Rohstoffe. Auf der einen Seite stehen Getreide, Holz und Wasser, auf der anderen Seite die sogenannten Minen-Rohstoffe. Dabei handelt es sich in erster Linie um Gold, Silber und Kupfer. Klassische Rohstoffe wie Öl, Gas, Gold, Getreide waren von Anfang an Bestandteile von Rohstofffonds, Holz und Wasser wurden erst später als Anlageobjekte erkannt.

» Die Rohstoffmärkte haben mit dem Aufstieg Chinas zur Wirtschaftsmacht einen ungeheuren Aufschwung erlebt. Längst ist die chinesische Binnenproduktion bei Soja und Getreide nicht mehr ausreichend, um den eigenen Bedarf zu decken. Gleiches gilt für Rohstoffe, die der Weiterverarbeitung dienen. China hat den Ruf inne, den Weltmarkt, auch bei Holz, leer zu kaufen.

» Der stetige Anstieg der Rohstoffpreise, die ungeheure Nachfrage aus China, sind eigentlich Indizien, die für eine Anlage in Rohstofffonds sprechen.

Chancen und Risiken bei Rohstoffen

» Investiert wird von den Fondsgesellschaften allerdings nicht in die Rohstoffe direkt, sondern beispielsweise bei Wasser, in Unternehmen, die sich mit Wasseraufbereitung und Trinkwassergewinnung beschäftigen. Diese Assetklasse bietet aber nicht nur Chancen, sondern auch Risiken.

» Im Jahr 2008 stand der Ölpreis bei 150 US-Dollar pro Barrell. Mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers flüchteten die Anleger von einem Moment auf den anderen in sichere Anlagen und zogen die Gelder aus dem Rohstoffsektor ab. Der Preis für das Barrel Rohöl fiel auf 35 US-Dollar. Die Kursveränderungen bei Minen-Rohstoffen sind manchmal fast irrational, da spontane zweistellige Kurseinbrüche mit anschließendem überdurchschnittlichen Wachstum einhergehen.

»Rohstoffmärkte sind volatil. Die ungebremste Nachfrage kann früher oder später zu einer Überhitzung des jeweiligen Marktsegmentes führen. Das bedeutet nicht, dass kein Bedarf mehr bestehen wird, lediglich externe Faktoren führen dazu, dass Anleger und Investoren nicht mehr bereit sein werden, jeden Preis zu bezahlen. Das Ende des Hypes um Internetaktien im Jahr 2000 bedeutete auch nicht das Ende des Internets. Die meisten Unternehmen existieren immer noch, es gab lediglich eine massive Kurskorrektur.

»Ein plötzlicher Rückgang der Nachfrage der Schwellenländern nach Rohstoffen würde auch zu einem vorübergehenden Zusammenbruch der Märkte führen. Wenn Sie sich für ein Investment in Rohstoffe interessieren, ist das als Depotbeimischung durchaus eine wertvolle Entscheidung.

Rohstoffe als Geldanlage – das sollten Sie beachten

  • Investieren Sie nicht in einen Rohstoff, beispielsweise nur in einen Goldfonds.
  • Wasserfonds haben in den letzten Jahren nur eine überschaubare Rendite gebracht. Auf Grund des Trinkwasserbedarfs als einem Grundbedürfniss der Menschen auf diesem Planeten werden sie aber immer Gewinne erwirtschaften. Der Unterschied zu Öl ist, dass Wasser kein Spekulationsobjekt ist.
  • Wählen Sie entweder mehrere Fonds mit Gewichtung in den einzelnen Marktsegmenten aus Holz, Getreide, Gas, Öl und Minen-Rohstoffe oder wählen Sie einen Fonds, der das gesamte Spektrum abdeckt.
  • Das Investment in Rohstoff-Zertifikate ist nicht empfehlenswert. Die Lehmann-Pleite hat gezeigt, dass auch ein ehrwürdiges Bankhaus nicht vor einem Konkurs sicher ist. Bei einer Insolvenz des Emittenten ist das eingesetzte Kapital im Zweifelsfall völlig verloren, während der Rohstoff selbst eine positive Entwicklung genommen hat. Bei einem Fonds ist das nicht möglich, da die Anlegergelder Sondervermögen sind, die nichts mit dem Kapital der Fondsgesellschaft zu tun haben.
Foto1: © Michael Neuhauß - Fotolia.com

Ein Kommentar

  1. Anton Mank Oktober 20, 2013 at 09:39 - Reply

    Noch nie war es so einfach und sinnvoll in Rohstoffe zu investieren. Dank ausgeklügelten Finanzprodukten (Zertifikate …) kann man in Güter investieren, wo solch ein Investment vor 20 oder 30 Jahren noch unmöglich ist. Beschränkt man die Sichtweise der Rohstoffe auf die physischen Anlagen – so wird man auf die Edelmetalle (Gold, Silber oder Platin) setzen. Es ist immer noch unverständlich warum Edelmetalle zu den alternativen Geldanlagen zählen. Grundsätzlich stellen diese eigentlich die herkömmlichste, ursprüngliche und am längsten anzutreffende Geldanlage in der Geschichte dar. Papierwährungen ohne Deckelung (z.B. Goldstandard) sind ökonomisch anhand des Zinseffektes einfach zum Scheitern verurteilt – bei einer sinnvollen Geldpolitik kann so etwas sehr sehr lange hinausgezögert werden. Doch meist bedarf es lediglich eines natürlichen Wirtschaftsabschwunges, sodass die sinnvolle Geldpolitik aufgegeben wird. Edelmetalle hingegen haben immer ihren inneren Wert. Die Höhe des Wertes ist hierbei von den Erwartungen der Menschen abhängig. Je nach Wirtschaftslage (Inflation, Deflation, Unsicherheit) passt sich dieser Preis an. Edelmetalle werden in Zukunft immer bedeutender werden. Jeder sollte zumindest einen Teil seines Vermögens in Edelmetallen anlegen. Ob man dies als Krisenschutz oder lediglich zur Risikodiversifizierung macht ist jedem selbst überlassen.

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