Terrasse aus Holz selber bauen – Schritt für Schritt Anleitung

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Es ist schon lange Ihr Wunsch, eine Terrasse aus Holz selber zu bauen? Dann wagen Sie es doch einfach! Hier eine Anleitung, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Terrasse aus Holz selber bauen


Holz ist ein ganz besonderes Element im Garten, denn es wirkt sehr wohnlich und schafft eine warme Atmosphäre. Deshalb sind Terrassen aus Holz auch äußerst beliebt, denn sie wirken viel charmanter als eine Terrasse aus Stein. Wenn Sie handwerklich nicht unbegabt sind, können Sie sich auch eine Gartenterrasse selbst bauen.

Eines sollte aber klar sein: eine Terrasse kann man nicht mal eben zimmern, sondern das benötigt Zeit! Und diese Zeit sollten Sie sich schon für die Planung nehmen, denn das vermeidet Fehler und späteren Ärger. Am besten halten Sie sich einfach an unsere Schritt für Schritt Anleitung für den Aufbau einer Terrasse.

Terrasse aus Holz selber bauen – Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1:

Zuerst sollten Sie eine exakte Zeichnung anfertigen, nachdem Sie die vorgesehene Fläche ausgemessen haben. Die Zeichnung sollte einen geeigneten Maßstab haben und die Unterkonstruktion und alle Dielen umfassen, einschließlich des Abstandes zwischen den einzelnen Brettern. Anhand dieser Zeichnung können Sie dann genau ausrechnen, wie viele Trägerbalken, Dielen und Schrauben Sie später benötigen.

Es ist ratsam, dass Sie die Größe der Terrasse so planen, dass Sie Dielen nicht längs sägen müssen, damit es passt. Falls dies nicht zu umgehen ist, dann sollte Sie sich die Diele am besten direkt im Baumarkt zusägen lassen.

Schritt 2:

Wenn der Bauplan steht, dann geht es an die Auswahl des richtigen Holzes. Sehr gut geeignet für die Gartenterrasse ist das Tropenholz Bangkirai, denn dieses rotbraune Holz ist sehr robust und witterungsbeständig, so dass Sie lange Freude an der Holzterrasse haben werden. Natürlich gibt es noch jede Menge andere Holzarten, die für das Bauvorhaben in Frage kommen, so zum Beispiel Teak, Garapa oder Massaranduba. Leider geht mit dem Verkauf der Tropenhölzer auch der Raubbau in den Regenwäldern einher, deshalb sollte Sie auf jeden Fall Hölzer mit dem FSC-Siegel kaufen.

Eine Alternative zu diesen Holzarten ist Holz aus heimischen Wäldern. Hier bietet sich vor allem das Holz der Lärche oder der Douglasie an. Robinienholz ist noch strapazierfähiger, allerdings ist es wesentlich teurer und auch schwerer zu bekommen. Sie können auch speziell behandeltes Holz von Buche oder Kiefer für den Terrassenbau verwenden.

Schritt 3:

Jetzt geht es an die Auswahl der Breite und Stärke der einzelnen Dielen. Hier sind 2,5 Zentimeter Stärke und eine Breite von 14,5 Zentimeter ein gängiger Standard. Bei der Länge gibt es Unterschiede von Lieferant zu Lieferant. Meistens variiert diese zwischen 2,45 und 4 Metern.

Bei den Trägerbalken sollten Sie auf eine Mindeststärke von 4,5 x 9 Zentimeter achten. Als Abstand zwischen den einzelnen Balken sollten Sie höchstens 60 Zentimeter ansetzen. Für den Überstand vom Balken bis zur Kante der Terrasse sollten Sie zudem von maximal der 2,5-fachen Balkenstärke ausgehen. Bei den Dielen sollte der Überstand nicht mehr als 6 Zentimeter sein.

Schritt 4:

Nach der Planung und der Auswahl des Holzes geht es jetzt an die Beschaffung der benötigten Schrauben und Beschläge. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass Sie Metallteile aus Edelstahl kaufen, zumindest die sichtbaren Teile sollten aus diesem Material sein, denn ansonsten gibt es durch Korrosion hässliche Flecken auf dem Holz.

Grundsätzlich sollten Schrauben mit einer Größe von 4,5 x 50 Millimeter ausreichen. Bei längeren Schrauben müssen Sie viel mehr Kraft aufwenden und haben ansonsten keine wesentlichen Vorteile. In den Baumärkten können Sie sogar spezielle Schrauben für Holzterrassen kaufen, die so genannten Torx-Schrauben. Hier sollten Sie sich aber vom Fachpersonal beraten lassen. Am besten geeignet sind ansonsten Senkkopf-Schrauben aus Edelstahl, die über ein Teilgewinde verfügen.

Schritt 5:

Die nächste Überlegung beschäftigt sich mit der Höhe der Terrasse. Hier hängt es vor allem davon ab, ob sie direkt am Haus anschließen oder ob sie frei im Garten stehen soll. Falls der Anbau direkt ans Haus geplant ist, dann müssen Sie in der Regel die Schwelle der Terrassentür berücksichtigen. Entweder schließen Sie direkt damit ab, oder Sie bauen eine gut sichtbare Stufe ein.

Falls die Holzterrasse im Garten ebenerdig sein soll, müssen Sie den Untergrund entsprechend tief ausheben. Falls die Terrasse über den Boden hinausragen soll, müssen Sie hingegen nicht sehr tief ausheben.

Soll die Terrasse nicht überdacht sein, müssen Sie auch an ein leichtes Gefälle (hier reicht etwa ein Prozent) denken, das längs zu den Dielen verläuft, so dass Regenwasser abfließen kann. Das verhindert die Ausbildung von Algen und verlängert die Lebensdauer des Holzes.

Obwohl häufig empfohlen wird, den ersten Balken direkt am Haus zu platzieren, sollten Sie dies vermeiden, denn es entsteht eine große Spannung, welche zu Rissen führen kann. Deshalb sollten Sie einen Abstand von mindestens 5 Millimeter zur Hauswand einhalten.

Schritt 6:

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, nun geht es an die Arbeit. Und damit kommt gleich der schwierigste Part, nämlich der Bau der Unterkonstruktion. Am besten geht es, wenn Sie einen Unterbau aus Betonsteinen auf kleinen Fundamenten wählen. Das Holz kann gut arbeiten, weil der Unterbau nicht so starr ist, zudem ist es am preiswertesten.

» Und so bauen Sie die Unterkonstruktion:

1.
Zunächst müssen Sie nun die Ecken der Terrasse mit Metallstangen markieren und dann eine Schnur in der Höhe der Terrasse spannen, wenn Sie davon die Stärke der Dielen abgezogen haben. Die gesamte Fläche nun ausheben und dann mit etwa 15 Zentimeter Sand auffüllen.

2.
Jetzt müssen Sie Löcher für die Fundamente ausheben, und zwar 40 Zentimeter tief und mit einer Größe von 20 x 20 Zentimeter. Die Löcher müssen Sie nun entlang der oberen Abschlusskante graben, der Abstand sollte nicht mehr als 100 Zentimeter betragen.

3.
Nach dem Ausheben werden die Löcher der Reihe nach mit feuchtem Beton gefüllt. Sobald Sie diesen gründlich verdichtet haben, legen Sie nun ein Kunststoffvlies über die Fundamente, damit später kein Unkraut wuchert. Darauf setzen Sie anschließend Sockelsteine aus Beton, und zwar pro Fundament einen. Als Sockelsteine eignen sich vor allem quadratische Rinnensteine, die auch als Basamentsteine bezeichnet werden.

4.
Nun müssen Sie um die Fläche herum eine zweite Schnur spannen, und zwar dort, wo sich die Unterkante des Tragebalkens befinden soll. Anschließend die Sockelsteine auf dieser Höhe ausrichten. Die Höhe müssen Sie ausgleichen, entweder mit einem Gummihammer die Steine etwas tiefer in den Boden klopfen, oder sie mit Beton unterfüttern. Falls sie sich zu weit unten befinden, dann mit der Wasserwaage prüfen, ob alles eben ist.

5.
Mit 60 Zentimeter Abstand nun die weiteren Fundamentreihen anlegen, auf welche später die Tragebalken platziert werden.

6.
Sobald der Beton ordentlich ausgehärtet ist, sollten Sie eine 5 Zentimeter hohe Schicht Kies aufschütten.

7.
Dann die Tragebalken zusägen und auf die Fundamentreihen legen. Die Fläche zwischen dem Sockelstein und dem Tragebalken sollten Sie mit etwas Teichfolie auslegen, denn so kann in den Stein dann keine Feuchtigkeit gelangen, was die Haltbarkeit der Terrasse verbessert.

Schritt 7:

Nun geht es an das Verlegen der Dielen. Mit dem Verlegen der Dielen beginnt man grundsätzlich an einem Ende und richtet die erste Diele exakt rechtwinklig aus, bevor sie dann an jedem Balken mit einer Schraube befestigt wird, und zwar sowohl vorne als auch hinten.

Damit die Optik stimmt, sollten Sie beim Verschrauben darauf achten, dass die Schrauben alle in einer exakten Linie sind. Falls sie recht hartes Holz verwenden, sollten Sie die Löcher vorbohren, allerdings nicht in den Trägerbalken vorbohren, denn das könnte den Halt der Schrauben verschlechtern. Am leichtesten geht die Arbeit mit einem Akkuschrauber.

Sorgfalt ist auch beim Abstand von Diele zu Diele geboten. Hierfür sollten Sie am besten Abstandshalter verwenden, denn so gelingt ein genauer Abstand von 5 Millimeter. Nach Beendigung der Arbeit können Sie diese anschließend wieder mit einer Zange herausziehen.

Damit die Terrasse später ordentlich aussieht, müssen Sie zum Schluss noch für eine gerade Abschlusskante sorgen. Am besten funktioniert das, wenn Sie die Dielenenden erst überstehen lassen und sie abschließend dann mit einer Kreissäge auf eine Länge bringen. Dazu müssen Sie eine Führungsschiene anbringen und diese mit Schraubzwingen befestigen, so wird die Abschlusskante ganz exakt.

Schritt 8:

Im Grunde ist Ihre Terrasse nun fast fertig, allerdings sollten Sie noch eine Sockelblende anbringen, damit die Unterkonstruktion nicht zu sehen ist.

Für die Blende verwendet man grundsätzlich die gleichen Dielen wie für die Terrasse, allerdings muss sich die Blende unter den Dielen befinden, sonst kann das Wasser nicht gut ablaufen. Die zugesägten Dielen sollten Sie mit den gleichen Edelstahlschrauben an den Balken des Unterbaus befestigen.

Schritt 9:

Zum Schluss sollten Sie dann noch einmal alle Schrauben kontrollieren und eventuell nachziehen. Es darf nämlich kein Schraubenkopf mehr überstehen. Ansonsten kann es schnell mal passieren, dass Sie sich daran verletzen oder hängen bleiben.

Und auch sehr wichtig: schleifen Sie jetzt noch abschließend alle Kanten ab. Denn sicherlich werden Sie ja auch mal barfuß auf der Terrasse laufen.

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Ein Kommentar

  1. Florian Feilmeier April 4, 2014 at 17:19 - Reply

    Ich finde den Artikel sehr interressant, da auch ich mich schon länger mit dem Bauen von Holzterrassen intensiv beschäftige.

    Speziell für die Planung einer Holzterrasse würde ich Ihnen gerne die Software „COVERmat“ vorstellen:
    http://www.ffe-tech.com/covermat

    Hiermit kann das Verlegen der Holzdielen grafisch geplant werden. Als Ergebnis dieser Planung erhält man den Materialbedarf und einen Zuschnittplan. Das Programm ist sehr einfach in der Bedienung und erfordert keinerlei Spezialkenntnisse.

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