Fliesen verlegen – Schritt für Schritt Anleitung

Fliesen verlegen lassen, kann ganz schön ins Geld gehen. Deshalb sollten Sie es einfach mal selber probieren. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit nichts schiefgeht.

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Fliesen kann man auch selber verlegen. © andrey gonchar/ stock.adobe.com

Fliesen verlegen für Laien

Fliesen verlegen gehört zu einer ziemlich zeitaufwendigen Arbeit. Meist ist es so, dass die Arbeitsleistung für einen Fachmann weitaus teurer ist, als die Fliesen an sich. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick und der richtigen Anleitung schaffen Sie es aber auch, die Fliesen alleine zu verlegen. Bevor Sie aber mit der Arbeit beginnen können, müssen Sie einige Sachen bedenken bzw. vorbereiten.

Schrecken Sie nun nicht zurück, denn das hört sich alles viel schwerer an, als es letztendlich ist. Halten Sie sich einfach an unsere Tipps und Anleitungen, dann kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen.

Menge der Fliesen berechnen

Bevor Sie in den Baumarkt oder Fachhandel losziehen, sollten Sie natürlich wissen, wie viele Fliesen Sie überhaupt benötigen. Hier sollten Sie lieber großzügig kalkulieren. Bei der Berechnung der Menge sollten Sie auch immer welche als Reserve einplanen. Im Laufe der Zeit kann die ein oder andere Fliese zu Bruch gehen und diese sollten Sie dann auch austauschen. Und so berechnen Sie, wie viele Fliesen Sie benötigen:

➡️ Anzahl der Quadratmeter + 10 Prozent
= 5 Prozent Verschnitt + 5 Prozent Reserve einrechnen
✔ In Räumen mit Schrägen, Nischen, Säulen werden 15–20 % empfohlen

💡Achtung: Gerade bei Aktionsware sollten Sie immer vorsichtig sein und genau nachrechnen. Aktionsware wird meist nur in begrenzter Menge angeboten. Wenn Sie hier zu wenig kaufen, kann es passieren, dass Sie fehlende Fliesen nicht nachkaufen können.





Fliesen kaufen

Im Baumarkt oder Fachhandel bekommen Sie eine riesige Auswahl an Fliesen in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen. Hier kann jeder ganz nach seinem persönlichen Geschmack entscheiden. Wenn Sie die Fliesen selbst verlegen möchten, ist es zu empfehlen, quadratische zu nehmen. Andere Formate sind gerade für Anfänger wesentlich schwerer. Bei größeren Fliesen benötigen Sie auch weniger Zeit als für kleine.

Entscheiden Sie bei der Auswahl der Fliesen aber nicht nur nach der Optik, sondern auch nach dem Raum, in welchem die Fliesen später liegen sollen. Fliesen werden nämlich noch in verschiedene Abriebsklassen unterteilt. Heute gilt die DIN EN 154 bzw. die PEI-Abriebsklasse 1–5. Diese geben an, wie robust und strapazierfähig diese sind. Entscheiden Sie also auch danach, wie stark die Fliesen beansprucht werden.

➡️ PEI 1: nur Wand

➡️ PEI 2: Böden mit geringer Nutzung

➡️ PEI 3: Flure, Küchen

➡️ PEI 4: stark beanspruchte Wohnbereiche

➡️ PEI 5: öffentliche Bereiche

Dürfen Bodenfliesen an die Wand? – Ja.
Bodenfliesen sind härter gebrannt, stärker belastbar und abriebfest (PEI-Klasse 3–5).

Dürfen Wandfliesen auf den Boden? – Nein.
Wandfliesen sind deutlich dünner und nicht trittfest.

Benötigte Arbeitsmaterialien

Zum Fliesen verlegen benötigen Sie aber nicht nur Fliesen, sondern auch guten Kleber und Mörtel, damit die Fliesen auch gut auf dem Untergrund haften. Hier eine Übersicht der Materialien, die für das Verlegen der Fliesen benötigt werden.

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Gute Vorbereitung ist alles. © nosorogua/ stock.adobe.com

» Fliesenkleber

Im Baumarkt werden Sie feststellen, dass es viele verschiedene Sorten von Kleber gibt. Sie machen grundsätzlich nichts falsch, wenn Sie einen flexiblen Fliesenkleber nehmen. Auf der Packung sehen Sie dann ein Flex-Logo in Form einer Raute. Gerade auf Estrich verlegte Fliesen benötigen unbedingt einen flexiblen Fliesenkleber.

💡 Tipp: Für große Fliesen (ab 60 cm) braucht man mittel- oder hochflexiblen Kleber (C2 TE S1/S2 nach DIN EN 12004).

» Fugenmörtel

Auch beim Fugenmörtel ist es am einfachsten, wenn Sie sich für die flexible Variante entscheiden. Hier gibt es Fertigmischungen, die Sie mit Wasser anrühren müssen.

💡 Tipp: Auf den Verpackungen von Fliesenmörtel und Fliesenkleber ist jeweils angegeben, für welche Quadratmeterzahl eine Packung ausreicht. Somit können Sie den Bedarf leicht ermitteln.

» Grundierung / Abdichtanstrich

Wenn Sie die Fliesen auf Putz oder Gipsplatten aufbringen möchten, brauchen Sie noch eine Grundierung, damit die Fliesen auch optimal halten.

Möchten Sie hingegen Fliesen im Bad verlegen, dann benötigen Sie für die Bereiche um Badewanne und Dusche noch einen Abdichtanstrich, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

💡 Tipp: In Bädern heißen diese Produkte „Flüssigfolie / Abdichtsysteme gemäß DIN 18534“.

» Silikon

Um später einzelne Dehnungsfugen abdichten zu können, benötigen Sie noch etwas Silikon.

» Weiterhin benötigen Sie

  • Schneidmaschine
  • Spitzhammer
  • Schwammbrett
  • Zahnspachtel
  • Kunststoffeimer
  • Fliesenlochzange
  • Bohrmaschine
  • Rührquirl für die Bohrmaschine
  • Fliesenbrechzange
  • Gummischieber
  • Fliesenkreuze aus Kunststoff

Vorbereitungen treffen

Zuerst wird der Boden gründlich gereinigt: Lose Teile, Staub, alte Farbreste oder Kleber müssen komplett entfernt werden. Anschließend kommt eine passende Grundierung zum Einsatz. Sie verbessert die Haftung des Klebers und verhindert, dass der Untergrund dem Kleber zu schnell Wasser entzieht.

Je nach Material wählen Sie hier:

  • Saugende Untergründe (Estrich, Putz) → Tiefgrund
  • Nichtsaugende Untergründe (alte Fliesen, Beton) → Haftgrund
  • Feuchtigkeitsbereiche im Bad → Flüssigfolie/Abdichtung nach DIN 18534

Sobald die Grundierung getrocknet ist, wird die Fläche eingeteilt. Im Idealfall nutzen Sie dafür einen Kreuzlinienlaser oder zeichnen die Achsen mit einem langen Richtscheit an. So lässt sich der Verlauf der Fliesen exakt planen und Sie vermeiden schmale Randstücke, die optisch unruhig wirken.

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Fliesen verlegen – Schritt für Schritt Anleitung

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Unter Umstände müssen Fliesen geschnitten werden. © Kzenon/ stock.adobe.com

Schritt 1: Kleber anrühren

Der Fliesenkleber wird nach Herstellerangabe mit Wasser angerührt. Ein Rührquirl für die Bohrmaschine erleichtert diese Arbeit enorm und sorgt für eine gleichmäßige Konsistenz. Danach lassen Sie den Kleber kurz ruhen und rühren ihn einmal nach. So entsteht die optimale Bindung.

Mit einem Zahnspachtel wird der Kleber abschnittsweise aufgezogen. Die Zahnung richtet sich nach der Größe der Fliese:

  • bis 30 × 30 cm → 6–8 mm
  • ab 30 × 30 cm → 10 mm
  • ab 60 cm → 12–15 mm

Schritt 2: Fliesenkreuze

Damit die Fugen gleichmäßig bleiben, werden zwischen die Fliesen Kreuze oder Abstandskeile gesetzt. Bei großen modernen Fliesen lohnt sich ein Nivelliersystem, das Höhenunterschiede ausgleicht und das typische „Kippen“ der Kanten verhindert.

Achten Sie darauf, die Randbereiche als bewegliche Dehnfugen frei zu lassen. Diese werden später nicht verfugt, sondern mit Silikon gefüllt.

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  • WIEDERVERWENDBAR – Zughauben können mehrfach verwendet werden.
  • EINFACHE ANWENDUNG – Einfaches, präzises und schnelles Fliesenverlegen ohne zusätzlichem Werkzeug.

Schritt 3: Fliesen schneiden

Für Randbereiche werden Fliesen fast immer zugeschnitten. Je nach Material und Stärke eignen sich:

  • Fliesenschneider
  • elektrischer Nassschneider (ideal für hartes Feinsteinzeug)
  • Lochsägen für runde Ausschnitte
  • Fliesenbrechzange für kleine Aussparungen

💡 Tipp: Mit einem Nassschneider vermeiden Sie Staubentwicklung und erzielen saubere Schnittkanten. Rund um Heizungsrohre, Armaturen oder Ecken hilft das vorherige Anzeichnen mit Schablone, um Fehlmessungen zu vermeiden. Benutzen Sie am besten die Fliesenbrechzange.

Fliesen verfugen

Schritt 1: Fugenmörtel anrühren

Sobald der Kleber vollständig getrocknet ist (je nach Produkt ca. 12–24 Stunden), wird der Fugenmörtel angerührt. Auch hier gilt:Zuerstt Wasser, dann das Pulver einrühren.

Schritt 2: Mörtel auftragen

Jetzt wird der Fugenmörtel diagonal über die Fugen gezogen. Ein Gummischieber oder Schwammbrett eignet sich dafür hervorragend. Die Masse wird kräftig in die Fugen gedrückt. So entstehen keine Hohlräume.

💡 Tipp: Nach kurzer Wartezeit (wenn der Mörtel leicht matt anzieht) wird überschüssiges Material mit einem leicht feuchten Schwammbrett abgenommen. Nicht zu früh und nicht zu nass wischen, sonst spült man die Fugen wieder aus.

Schritt 3: Verfugen

Randfugen, Ecken und Anschlüsse zu Wanne, Dusche oder Türen werden am Ende mit Silikon versiegelt. Diese Fugen bleiben elastisch und fangen Bewegungen im Boden ab.

Mit einer Fugenabziehlippe oder einfach angefeuchtetem Finger entsteht eine glatte, gleichmäßige Oberfläche.

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Tipps von Ringo

Ringo ist der Betreiber von Tipps.net und versucht bereits seit 2001 das Internet mit Tipps und guten Ratgebern ein wenig hilfreicher zu machen. Seine Themen liegen bevorzugt in den Bereichen Finanzen, Auto und Heimwerken.

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