Haare färben mit Henna – Anleitung und Tipps zum Selberfärben

Haarefärben strapaziert das Haar, macht es spröde und glanzlos. Nicht aber, wenn Sie Ihre Haare mit Henna färben. Das pflegt sie sogar. Hier eine Anleitung dazu.

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Henna zaubert tolle Farben ins Haar. © fpic/ stock.adobe.com

Kennen Sie das: Sie möchten sich einfach nur schnell eine Haarfarbe kaufen und schwups! ist eine halbe Stunde rum. Warum? Weil die Auswahl an Colorationen heutzutage so dermaßen groß ist, das sich fast keine Frau auf Anhieb entscheiden kann. Und selbst, wenn der Grundton schon fest steht, dann stehen immer noch die unterschiedlichsten Nuancen zur Auswahl. Nehmen wir zum Beispiel mal den Grundton Braun. Da gibt es Mahagonibraun, Dunkelbraun, Hellbraun, Schwarzbraun, Rotbraun, Violettbraun, Naturbraun und noch viele, viele mehr.

Doch eines haben alle diese Colorationen gemeinsam: Sie enthalten Chemie. Über die Kopfhaut können diese chemischen Stoffe in den Körper eindringen und bei manch einem sogar auch eine Allergie auslösen. Mit der Zeit greifen diese Colorationen natürlich auch die Struktur der Haare an, sodass sie glanzlos und spröde aussehen. Haarbruch kann gerade bei langen Haaren die Folge sein. Zum Schluss hilft dann häufig nur das radikale Abschneiden der Haare, wenn sie durch das ständige Färben zu stark geschädigt sind.

Das passiert Ihnen allerdings nicht, wenn Sie Ihre Haare mit Henna färben. Das ist viel schonender für Ihre Haare und pflegt sie sogar. Aber was ist Henna überhaupt? Das und wie Sie sich mit Henna Ihre Haare selber färben können, möchte ich Ihnen nachfolgend nun einmal etwas genauer erklären.

Was genau ist Henna?

Henna ist ein Strauch, der im Orient wächst und dessen Blätter zu Pulver verarbeitet werden. Dieses Pulver wird dann zusammen mit Wasser zu einer Paste gemischt. Im Orient dient diese Henna-Paste in erster Linie nicht zum Färben der Haare, sondern zum traditionellen Bemalen von Füßen und Händen. In Persien, Indien und vielen arabischen Ländern werden verschiedene Körperteile zu bestimmten Anlässen wir zum Beispiel zu einer Geburt oder einer Hochzeit mit traditionellen Mustern verziert. Diese Tattoos dienen jedoch nicht nur als Schmuck, sondern sollen auch vor Bösem beschützen und Glück bringen.

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Henna wurde ursprünglich zur Körperbemalung verwendet. © ninelutsk/ stock.adobe.com

Was ist so anders an dem Färben mit Henna?

Beim Färben mit Henna dringen die Pigmente nicht tief ins Haar ein, wie bei chemischen Colorationen, sondern legen sich nur darum. Normale Colorationen enthalten Stoffe, welche die Schuppenschicht aufrauen, sodass die Farbe hinein gelangen kann. Und genau dieser Prozess ist für unsere Haare eine wahre Strapaze.

Viele moderne Pflegeprodukte enthalten zudem auch Silikone, die mit der Zeit eine Schicht um jedes Haar bilden. Und genau diese hindert das Henna daran, Farbe an die Haare abzugeben. Wenn Sie also ein Färben mit Henna anstreben, sollten Sie bereits einige Monate vorher auf solche Produkte zur Haarpflege verzichten.

Tipp: Oft heißt es, dass man mit Henna graue Haare nicht komplett abdecken kann. Wenn Sie Ihre Haare allerdings zuerst mit reinem Henna färben und dann erst mit der gewünschten Nuance, dann können Sie auch bei ergrauten Haaren gute Ergebnisse erzielen. Durch das Färben mit dem reinen Henna haben die Farbpigmente anschließend ausreichend Halt.

Welche Nuancen kann man mit Henna färben?

In erster Linie denkt man bei Henna natürlich an leuchtend rote Haare. Das ursprüngliche Henna eignet sich auch tatsächlich nur zum Färben von roten Haaren. Es gibt jedoch Produkte, denen andere Pflanzenstoffe zugefügt wurden, sodass Sie auch Brauntöne, Blondtöne und sogar ein tiefes Schwarz erreichen können. Wie das Endergebnis später ausfällt, darüber entscheidet natürlich auch ganz maßgeblich Ihre eigene Haarfarbe.

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Anleitung zum Färben der Haare mit Henna

» Schritt 1 – Farbe anrühren

Viele Frauen machen bereits beim Anrühren der Farbe einen schwerwiegenden Fehler. Reines Henna müssen Sie immer mit kochendem Wasser zu einer Paste mischen, dann etwas ziehen lassen, damit die Farbeffekt später stärker ausfallen.

Enthält das Produkt jedoch Indigo, das zum Schwarzfärben wichtig ist, würde heißes Wasser alles ruinieren. Hier müssen Sie unbedingt kaltes Wasser zum Anrühren verwenden, sonst kann das Produkt später nicht effektiv genug Farbe an Ihre Haare abgeben.

Tipp: Es ist gar nicht so einfach, die Paste gleichmäßig auf den Haaren zu verteilen. Meistens ist es eine riesige Sauerei. Das liegt an der Konsistenz, denn die Paste kann schnell bröckeln. Das können Sie jedoch verhindern, indem Sie etwas Geliermittel (zum Beispiel Xanthan) über das Produkt streuen. So wird die Konsistenz etwas fester und nichts tropft oder bröckelt.

» Schritt 2 – Haare waschen

Bevor Sie die Paste auftragen, sollten Sie Ihre Haare mit einem silikonfreien Shampoo waschen und anschließend mit einem Handtuch leicht abtupfen.

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Hennapulver muss mit Wasser angerührt werden. © akvals/ stock.adobe.de

» Schritt 3 – Fetthaltige Creme auf die Haut auftragen

Da Henna die Haut stark verfärben kann und es sich später nur schwer entfernen lässt, sollten Sie auf Ihre Ohren und auf Ihre Stirn eine fetthaltige Creme auftragen. Sollte bei der Anwendung dennoch etwas auf die Haut gelangen, am besten gleich mit etwas Öl entfernen.

» Schritt 4 – Henna auftragen

Zum Auftragen stellen Sie sich am besten in die Dusche oder Badewanne, falls doch etwas daneben gehen sollte. Zudem sollten Sie auch alte Kleidung und Einmalhandschuhe tragen.

Wenn Sie die Paste Strähne für Strähne aufgetragen haben, dann wickeln Sie sich anschließend am besten zuerst eine Folie und dann ein warmes Handtuch um den Kopf. Durch die Wärme kann die Farbe intensiver einwirken. Anschließend ist dann viel Geduld gefragt, denn die Einwirkzeit beträgt minimal zwei Stunden, manchmal sogar vier bis sechs Stunden. Sie sollten sich also nicht mehr viel vornehmen.

Tipp: Sollten Ihre Haare sehr strapaziert sein, sollten Sie die Farbe maximal zwei Stunden auf den Haaren lassen, denn durch die poröse Struktur wirkt das Henna viel intensiver und schneller.

» Schritt 5 – Henna wieder auswaschen

Nach Ablauf der Einwirkzeit sollten Sie Ihre Haare zunächst mit warmem Wasser ausspülen. Dann folgt eine Wäsche mit einer Spülung, die keine Silikone enthält. Shampoo sollten in den ersten 24 Stunden nicht zum Einsatz kommen. Um noch mehr Glanz in die Haare zu zaubern können Sie Ihre Haare zum Schluss noch mit Essigwasser spülen.

Videoanleitung zum Färben der Haare mit Henna:

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