Arbeitgeberdarlehen abschließen

Arbeitgeberdarlehen – So verhilft der Chef zum Eigenheim

Wie sich ein Arbeitnehmerdarlehen auf die Zinsen auswirkt und warum der Chef Ihnen bei der Baufinanzierung helfen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Arbeitgeberdarlehen abschließen
© fizkes – stock.adobe.com

Wunsch Eigenheim

Wenn Sie den historisch niedrigen Baufinanzierungszins, als Einladung betrachten, ebenfalls eine Immobilie zu erwerben, ist das eine naheliegende Überlegung. Für viele wird der Traum vom eigenen Zuhause immer realistischer. Baugeld war nie so günstig wie heute. Der Zinssatz richtet sich jedoch nicht nur nach dem Markt, sondern innerhalb der Margen auch nach dem Eigenkapitalanteil der Bauherren oder Käufer.

Finanzierungsmöglichkeiten

Auch wenn Banken heute Darlehen bis zu 100 Prozent des Beleihungswertes vergeben, ist ein Eigenkapitalanteil in der Finanzierung immer wünschenswert. Während bei einem Hausbau die Eigenleistung, die sogenannte Muskelhypothek, als Eigenkapital gewichtet wird, entfällt diese Option bei dem Erwerb einer Bestandsimmobilie. Aber auch hier gibt es eine Lösung.

Der Arbeitgeber als Geldquelle

Beachtet werdern sollte: Das Arbeitgeberdarlehen ist keine Verpflichtung des Chefs, sondern wird genutzt, um qualifizierte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und eine Motivationssteigerung zu erzielen.

  • Seitens der Kreditinstitute werden Arbeitgeberdarlehen in voller Höhe dem Eigenkapital zugerechnet und senken damit die Fremdfinanzierungsquote.
  • Mitarbeiterdarlehen sind zinsgünstiger als Bankkredite und orientieren sich in der Regel am Zinsniveau von Pfandbriefen.
  • Die Auszahlung erfolgt einmalig und muss entsprechend eines geschlossenen Kreditvertrages innerhalb einer bestimmten Frist zurückgezahlt werden.
  • Für Arbeitgeberdarlehen gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. Das bedeutet, dass Sie auch im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung Anspruch auf diesen Kredit der Firma erhielten.
  • Steuerlich sind gegenüber einem Bankdarlehen jedoch einige Punkte zu beachten. Der Darlehensvertrag muss genauso formuliert sein wie ein Kreditvertrag mit einer Bank. Andernfalls handelt es sich steuerrechtlich um zusätzlichen, steuerpflichtigen Arbeitslohn. Wird das Darlehen zinsfrei oder zu einem Zinssatz, der deutlich unter dem Marktniveau liegt, vergeben, führt dies zu einem steuerpflichtigen geldwerten Vorteil.
  • Der geldwerte Vorteil entfällt jedoch, wenn der Zinsvorteil gegenüber einem vergleichbaren Bankdarlehen weniger als 44 Euro monatlich ausmacht.

Fazit

Lässt man die Steuerkomponente einmal außer Acht, ist ein Arbeitgeberdarlehen eine ideale Ergänzung des Eigenkapitals, um den Zinssatz für die eigenen vier Wände noch niedriger zu gestalten.

Uwe Rabolt

Jahrgang 1959, Bankkaufmann, Versicherungsfachman (BWV).
Amerikanistik- und Linguistikstudium (M.A.), Frankfurt am Main.
Von Januar 1985 bis Dezember 2010 im on- und offline-Vertrieb im Sektor Finanzdienstleistungen tätig.