Arbeitslosenversicherung für Selbstständige – 7 Punkte, die Sie kennen sollten

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Existenzgründer können sich mit einer Arbeitslosenversicherung für Selbstständige finanzielle absichern. Welche Leistungen Ihnen wann zustehen, erfahren Sie hier.


Was sich auf den ersten Blick ein wenig merkwürdig liest, ist dennoch eine Möglichkeit der Risikoabsicherung für Selbstständige. Seit dem Jahr 2006 können sich auch Selbstständige gegen Arbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit absichern. Die Beitragszahlungsdauer ist zunächst für fünf Jahre festgeschrieben. Diese Absicherung ist gerade für Existenzgründer gedacht, die noch nicht wissen, wie sich ihre neue selbstständige Tätigkeit entwickeln wird. Aus diesem Grund sind auch einige Voraussetzungen zu erfüllen, um sich in der Arbeitslosenversicherung für Selbstständige versichern zu können.

Die Voraussetzungen

  • Vor Beginn der Selbstständigkeit muss für mindestens zwölf Monate eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, beispielsweise ein Angestelltenverhältnis bestanden haben. Dazu zählen auch versicherungspflichtiger Krankengeldbezug oder versicherungspflichtige Erziehungszeiten. Dabei müssen die Versicherungszeiten nicht am Stück bestanden haben, sondern können aus mehreren Blöcken bestanden haben, die zusammengezählt werden.
  • Wer die Arbeitslosenversicherung für Selbstständige beantragt, muss unmittelbar zuvor eine sogenannte Entgeltersatzleistung, sprich Arbeitslosengeld erhalten haben.
  • Besteht, aus welchen Gründen auch immer, eine Arbeitslosenversicherung in einem anderen Beschäftigungsverhältnis, ist eine Arbeitslosenversicherung für die Selbstständigkeit nicht möglich.
  • Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Selbstständigkeit gestellt werden. Dazu benötigen Sie entweder die Gewerbeanmeldung oder eine Bestätigung Ihres Steuerberaters, dass die Tätigkeit mindesten 15 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt.

Die Leistungen

  • Der Beitrag für das Jahr 2012 beträgt in den alten Bundesländern 78,75 Euro (Bezugsgröße monatliches Brutto-Einkommen 2.625 Euro) und 67,20 Euro in den neuen Bundesländern (Bezugsgröße 2.240 Euro monatliches Brutto-Einkommen).
  • War die Existenzgründung nicht erfolgreich, haben Sie Anspruch auf das Arbeitslosengeld. Da Sie damit dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen müssen, richtet sich die Höhe des Arbeitslosengeldes nach einem fiktiven Bruttoeinkommen, dass sich auch daran orientiert, in welche Richtung Sie die Arbeitsagentur weiter vermitteln möchte. Dabei wird nach vier Qualifikationsgruppen unterschieden. Der niedrigste Satz orientiert sich an der Qualifikation „ohne Ausbildungshintergrund“, der höchste Satz an einer akademischen Ausbildung.
  • Die Bezugsdauer richtet sich nach der Beitragszahlungsdauer der vergangenen 24 Monate vor Eintreten der Arbeitslosigkeit, dem Alter bei Zahlungsbeginn und beträgt zwischen sechs und 18 Monaten. Die Leistung kann allerdings nur einmal erfolgen, vor einer erneuten Arbeitslosigkeit müssen wiederum zwölf Monatsbeiträge entrichtet worden sein.
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