Hyperhidrose – Übermäßiges Schwitzen bekämpfen

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Schwitzige Hände, nasse Achseln und feuchte Füße – damit haben Hyperhidrosepatienten Tag für Tag zu kämpfen. Erfahren Sie hier, was Sie gegen die Symptome der Hyperhidrose unternehmen können.

Gehen Sie am besten zum Arzt

Gehen Sie am besten zum Arzt

Schwitzen ist eine lebenswichtige Funktion

Schwitzen ist eine ganz normale Funktion des Körpers, die uns davor schützen soll nicht zu überhitzen. Denn durch die Verdunstungskälte wird unsere Körpertemperatur gesenkt. Schwitzen ist also lebenswichtig. Über den ganzen Körper sind drei Millionen Schweißdrüsen verteilt. Besonders viele dieser Schweißdrüsen sitzen in den Achselhöhlen und an den Handflächen und Fußsohlen. Aber auch die Stirn besitzt sehr viele Schweißdrüsen. Jeder Mensch schwitzt, aber circa zweieinhalb Millionen Menschen hierzulande schwitzen viel mehr als andere Menschen. Bei diesen Menschen produziert der Körper unkontrollierbar viel Schweiß. Diese Menschen leiden unter der so genannten Hyperhidrose.

Ärzte unterscheiden zwei Arten der Hyperhidrose:

» Primäre Hyperhidrose – Bei dieser Form der Hyperhidrose ist die genaue Ursache leider nicht bekannt. Meist schwitzen die Betroffenen aber besonders in Situationen, in denen sie mit Angst, Schmerz oder Stress zu kämpfen haben.

» Sekundäre Hyperhidrose – Bei dieser Form sind eine Krankheit oder aber Medikamente die Auslöser für das übermäßige Schwitzen. Hormonstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, neurologische oder psychische Erkrankungen können Auslöser für eine sekundäre Hyperhidrose sein.

Symptome erkennen

Wer unter der Hyperhidrose leidet, bei dem haben die Symptome meist schon vor dem 25. Lebensjahr begonnen. Die Betroffenen schwitzen dabei meist über den ganzen Tag sehr stark und das unabhängig davon, ob es warm oder kalt ist. Große Schweißränder unter den Armen, nasse Füße und tropfnasse Hände machen den Betroffenen dabei am meisten zu schaffen. Die meisten Menschen fühlen sich aufgrund dessen so unwohl, dass sie, wenn möglich, jeden Kontakt mit anderen Menschen meiden, damit diese davon nichts mitbekommen. Wenn Sie auch unter diesen Symptomen leiden, dann sollten Sie sich nicht dafür schämen und sich nicht verstecken. Gehen Sie lieber zum Arzt und lassen Sie sich über mögliche Behandlungsmethoden informieren.

Schweregrad der Erkrankung herausfinden

Um herauszufinden, wie stark diese Krankheit bei Ihnen ausgeprägt ist, ordnen Ärzte die Symptome auf einer Skala ein, wodurch sie den Schweregrad der Erkrankung besser bestimmen können.

Grad I – leichte Form:

  • Hände, Füße und Achseln sind feucht
  • Schweißränder unter den Armen haben einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimeter

Grad II – mäßig starke Form:

  • auf der Haut bilden sich Schweißperlen
  • Schweißränder unter den Armen haben einen Durchmesser von 10  bis 20 Zentimeter

Grad III – starke Form:

  • Schweißränder unter den Armen haben einen Durchmesser von über 20 Zentimeter
  • Schweiß tropft von der Haut

Gehen Sie zum Arzt

Es ist wichtig, dass Sie zum Arzt gehen, wenn Sie übermäßig schwitzen. Ein Arzt kann Ihnen helfen die Beschwerden zu lindern. Ein weiterer Grund, warum Sie zum Arzt gehen sollten ist der, dass feuchte Haut zu bestimmten Krankheiten wie beispielsweise Warzen, Fußpilz oder aber schmerzhaften Hornhautaufweichungen neigt. Lassen Sie sich nicht behandeln, dann haben Sie neben dem übermäßigen Schwitzen auch noch mit solchen Krankheiten zu kämpfen. Weiterhin sollten Sie sich untersuchen lassen, weil auch eine ernste Erkrankung der Auslöser für die Hyperhidrose sein kann.

Therapien gegen die Hyperhidrose

» Antitranspirantien
Antitranspirantien werden ganz einfach auf die Haut aufgetragen. Sie sorgen dafür, dass die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verengt oder sogar verstopft werden.

» Leitungswasser-Iontophorese
Durch diese Art der Therapie kann das Problem mit dem übermäßige Schwitzen medikamentenfrei und ohne eine Operation innerhalb kurzer Zeit deutlich verbessert und manchmal sogar behoben werden. Bei der Leitungswasser-Iontophorese müssen Sie Ihre Hände bzw. Füße in zwei mit Wasser gefüllte Wannen halten, durch die ein schwacher Strom geleitet wird. Keine Angst, Sie nehmen dabei nur ein leichtes Kribbeln war. Anfangs muss das Ganze täglich durchgeführt werden. Nach Eintritt einer Besserung reichen zwei Behandlungen pro Woche aus.

» Botox
Um die vermehrte Schweißproduktion zu verhindern, können Sie sich auch Botulinumtoxin, kurz Botox, spritzen lassen. Dieses Nervengift verhindert, dass die Nervenenden den Botenstoff Acetylcholin weitergeben. Die Nervenleitungen werden somit blockiert und die Schweißbildung eingestellt. Damit der positive Effekt bestehen bleibt, muss die Therapie im Abstand von einigen Monaten wiederholt werden.

» Schweißdrüsenexzision
Hierbei handelt es sich um eine chirurgische Therapie, die in den Achselhöhlen angewendet werden kann. Dabei werden die Schweißdrüsen in den Achselhöhlen entfernt. Je nach Ausbreitung sind hier manchmal mehrere Schnitte nötig.

» Subkutane Schweißdrüsensaugkürettage
Bei diesem chirurgischen Eingriff saugt der Arzt zuerst einmal etwas Fettgewebe aus der Unterhaut ab. Anschließend durchtrennt er die Nerven, welche die Schweißdrüsen versorgen.

» Endoskopisch transthorakale Sympathektomie (ETS)
Hierbei werden Nerventeile blockiert, die das Schwitzen in den Achseln, an den Händen und am Kopf auslösen. Es werden bei diesem Eingriff Nervenganglien durchtrennt oder abgeklemmt, die parallel zur Wirbelsäule verlaufen. Nach dem Eingriff kann ein kompensatorisches Schwitzen auftreten, d.h. dass der Schweiß durch den Eingriff einfach nur umgeleitet wird. Die Betroffenen schwitzen dann meist zwar kaum noch unter den Armen, dafür aber am Bauch, Rücken und Beinen umso mehr.

» Endoskopisch lumbale Sympathektomie (ELS)
Nerventeile, die das Schwitzen an den Füßen auslösen, werden bei diesem Eingriff blockiert, d.h. dass Nervenganglien in der Lendenwirbelsäule abgeklemmt oder durchtrennt werden. Auch bei diesem Eingriff kann ein kompensatorisches Schwitzen auftreten.

Foto1: © cohelia - Fotolia.com

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