Kind erziehen mit der 1-2-3-Methode – So klappt’s!

Keine Kommentare »

Sicherlich haben Sie zu Ihrem Kind auch schon einmal gesagt: Ich zähle jetzt bis drei! Lesen Sie hier, wie Sie diese 1-2-3-Methode richtig anwenden und so Ihr Kind erziehen.

Ich zähle jetzt bis drei...


Die Erziehung eines Kindes kann manchmal in ganz schön harte Arbeit ausarbeiten. Bei aller Liebe ist man als Elternteil in manchen Situationen schon einmal mit seinem Latein und mitunter auch mit seinen Nerven am Ende. Endlose Streitereien mit Geschwistern, Nörgeleien, Schmollen, heftige Wutausbrüche oder aber das typische Mein-Kind-kann-nicht-hören… damit müssen Eltern umzugehen wissen.

Gerne wird in solchen Situationen der Versuch unternommen, die 1-2-3-Methode anzuwenden. Ich zähle jetzt bis drei und dann hörst du auf! – das ist ein Satz, der in vielen Haushalten ertönt – mit mehr oder weniger Erfolg. Tatsächlich handelt es sich bei der 1-2-3-Methode um ein ausgesprochen effektives Erziehungsmittel, vorausgesetzt, sie wird richtig eingesetzt. Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie es geht!

Kind erziehen mit der 1-2-3-Methode – So klappt’s!

Tipp 1: Starten oder Stoppen?

In der Kindererziehung unterscheidet man zwischen Start-Verhalten und Stopp-Verhalten. Am wirkungsvollsten ist die 1-2-3-Methode in Situationen, in denen von Ihrem Nachwuchs ein Stopp-Verhalten gefragt ist, das heißt, wenn es umgehend mit einer bestimmten negativen Handlung aufhören soll. Dabei kann es sich um Prügeleien mit dem Geschwisterkind handeln, um Herumbrüllen oder unerwünschtes Toben im Haus.

Sie können die 1-2-3-Methode auch dann anwenden, wenn Sie wollen, dass Ihr Kind eine bestimmte Tätigkeit aufnimmt, zum Beispiel Hausaufgaben machen, das Zimmer aufräumen etc., aber dies erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl.

Hier ist ein Stopp-Verhalten gefragt

Hier ist ein Stopp-Verhalten gefragt

Tipp 2: Richtlinien

Damit die 1-2-3-Methode überhaupt wirken kann, muss Ihr Kind zunächst im richtigen Alter sein. Zwar kann die Methode schon bei sehr kleinen Kindern angewendet werden, allerdings müssen die Kleinen schon einen Sinn für Zahlen haben und den Zusammenhang zwischen Anzählen und Konsequenz begreifen können. Außerdem müssen Sie Ihrem Kind deutlich mitteilen, was passieren wird: Sie zählen bis drei und bis dahin hat Ihr Sprössling Zeit, mit seinem unerwünschten Verhalten aufzuhören. Tut er dies nicht, drohen Konsequenzen.

Gehen Sie sicher, dass Ihr Kind diese Richtlinien verstanden hat und auch weiß, dass diese nicht verhandelbar sind, denn nur so können Sie Konflikte lösen.

Tipp 3: Keine Diskussionen

Wenn Sie die 1-2-3-Methode richtig anwenden wollen, ist es ganz wichtig, dass Sie ruhig und bestimmt auftreten. Regen Sie sich nicht auf und erheben Sie nicht mehr Ihre Stimme als unbedingt nötig. Auch wenn Ihr Kind sich lautstark beschwert – sobald Sie die Konsequenz einmal angekündigt haben, lassen Sie sich am besten auf keinerlei Diskussion mehr ein. Endlose Streitereien und Diskussionen strapazieren nicht nur Ihr Nervenkostüm, sondern auch das Ihres Kindes.

Regen Sie sich nicht auf

Regen Sie sich nicht auf

Tipp 4: Die Konsequenz

Nutzt Ihr Kind nicht die Gelegenheit, sein Verhalten einzustellen, bevor Sie bis 3 gezählt haben, muss dies Konsequenzen haben, sonst werden Sie als Erziehungsperson unglaubwürdig. Idealerweise sollte die Bestrafung etwas mit dem Fehlverhalten zu tun haben. Hier ein paar Beispiele:

» Beispiel 1:

Stört und schmiert Ihr Kind beim Essen trotz Ermahnung herum, muss es zum Beispiel den Esstisch ohne Nachtisch verlassen.

» Beispiel 2:

Zerstört es Gegenstände, kann das Wegnehmen eines geeigneten Spielzeugs für kurze Zeit eine geeignete Sanktion sein. 

» Beispiel 3:

Als Folge eines heftigen Geschwisterstreits können Sie die Kinder für eine Weile auf ihre jeweiligen Zimmer bzw. in getrennte Räume schicken, damit sie sich beruhigen.

Tipp 5: Konsequent bleiben

Die 1-2-3-Methode steht und fällt mit Ihrer Fähigkeit, konsequent zu bleiben. Wenn Sie immer nur Sanktionen androhen, diese aber nie in die Tat umsetzen, wird Ihr Kind Sie kaum ernst nehmen. Wenn Sie sinnvolle Konsequenzen für die jeweiligen störenden Verhaltensweisen Ihres Kindes wählen, wird Ihr Nachwuchs den Zusammenhang zwischen Fehlverhalten und Strafe sehr wohl verstehen, auch wenn er im ersten Moment schmollen mag. Konsequenz darf in diesem Fall nicht mit Strenge verwechselt werden.

Sicherlich wird Ihr Kind im ersten Moment schmollen

Sicherlich wird Ihr Kind im ersten Moment schmollen

Durch Ihren ruhigen Tonfall und Ihr sicheres Auftreten verhindern Sie, dass die Situation eskaliert. Außerdem bestrafen Sie Ihr Kind nicht einfach ohne Sinn und Verstand. Ganz im Gegenteil: Durch das Anzählen geben Sie Ihrem Kind die Chance, sein Fehlverhalten einzustellen, bevor es überhaupt zu negativen Auswirkungen kommt. Ignoriert es allerdings diese Warnungen, muss es lernen, mit den von Ihnen auferlegten Sanktionen zu leben.

Foto1: © Ansichtssache - Fotolia.com, Foto2: © Helix2012 - Fotolia.com, Foto3: © Ramona Heim - Fotolia.com, Foto4: © Uwe Annas - Fotolia.com

Kommentiere diese Tipps