Mobbing bei Kindern – 10 Tipps wie Sie Ihrem Kind helfen

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Mobbing bei Kindern ist heutzutage in aller Munde. Und das beginnt häufig schon im Kindergarten. Für Familien mit betroffenen Kindern hier 10 Tipps, die Hilfe versprechen.

Mobbing bei Kindern


Besonders über Mobbing am Arbeitsplatz und seine psychischen und physischen Folgen wird viel gesprochen. Doch auch unter Kindern ist Mobbing leider ein weit verbreitetes Phänomen, das manchmal schon im Kindergarten seinen Anfang nimmt. Es kommt zu wiederholten Hänseleien und die Kinder werden immer wieder über einen längeren Zeitraum geärgert.

Oftmals kommt es dabei nicht nur zu verbalen und psychologischen Attacken, sondern auch zu körperlichen Angriffen unterschiedlicher Art, wodurch Angst vor immer neuen Übergriffen entsteht.

Kinder schweigen oftmals darüber

Leider wird Mobbing oft erst zu spät entdeckt, weil sich die betroffenen Kinder schämen und außerdem nicht als Petzen dastehen wollen, auch aus Angst, die Situation zu verschlimmern. Manche Kinder werden sogar bedroht oder haben ein so geringes Selbstwertgefühl, dass sie die Attacke als gerechte Strafe empfinden.

Selbst wenn Mobbing erkannt wird, ist guter Rat teuer. Wie geht man mit der Situation um und wie räumt man die Schwierigkeiten aus dem Weg? Die folgenden Tipps sollen Ihnen bei der Konfliktlösung helfen.

Mobbing bei Kindern – 10 Tipps wie Sie Ihrem Kind helfen

Tipp 1: Mobbingsymptome erkennen

Es gibt unterschiedliche Anzeichen, die für ein Mobbingproblem sprechen können. Vielleicht kommt es zu einer Veränderung der Persönlichkeit Ihres Kindes, vielleicht leidet es unter Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen (Linktipp: Kind schläft nicht) oder Essproblemen, weint viel oder womöglich kommt es zu einem plötzlichen Leistungsabfall in der Schule.

Viele Kinder leiden unter Bauchschmerzen

Viele Kinder leiden unter Bauchschmerzen

Wachsamkeit ist auch geboten, wenn sich Ihr Kind von Freunden und vielleicht auch von der Familie zurückzieht, nicht mehr gern zur Schule geht und unter Umständen jüngeren Geschwistern gegenüber plötzlich aggressiv reagiert. Körperliche Anzeichen kann es ebenfalls geben. Zerrissene Kleidung, mysteriöse Verletzungen oder häufige Bauchschmerzen können durchaus auf ein Mobbingproblem hindeuten.

Tipp 2: Gespräch mit dem Kind

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind gemobbt wird, sollten Sie unbedingt das Gespräch mit Ihrem Kind suchen. Vielleicht wird es zunächst die Situation leugnen und die Problematik herunterspielen, weil es sich schämt oder Angst hat. Diese Gefühle sollten Sie akzeptieren und Ihr Kind nicht unter Druck setzen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass Sie es ernst nehmen und voll und ganz hinter ihm stehen. Betonen Sie ihm gegenüber auch, dass es immer mit Ihnen reden kann und Sie dann eine gemeinsame Lösung finden.

Tipp 3: Was ist genau passiert?

Wenn sich Ihr Kind Ihnen anvertraut z.B. in einer Familienkonferenz, sollten Sie versuchen, möglichst viele Informationen über die Geschehnisse zu erhalten. Wo kommt es zum Mobbing? Wer ist beteiligt? Wann haben die Schikanen angefangen und wie kam es überhaupt dazu? Helfen Sie Ihrem Kind dabei, seine Gefühle und Gedanken zu reflektieren und auch über sein eigenes Verhalten nachzudenken. Das alles ist wichtig für die Findung einer praktikablen Lösung.

Was ist genau passiert?

Was ist genau passiert?

Tipp 4: Nicht über den Kopf des Kindes hinweg entscheiden

Sie sollten auf keinen Fall die Wünsche Ihres Kindes außer Acht lassen und gegen seinen Willen bestimmte Maßnahmen treffen. Diskutieren Sie die Optionen in Ruhe mit Ihrem Kind. Überlegen Sie, was Ihr Kind selbst tun kann und ob ein Eingreifen Ihrerseits notwendig ist.

Tipp 5: Kein Gespräch mit den Eltern des Mobbing-Täters

Wenn Sie die Entscheidung treffen, dass Ihrerseits Handlungsbedarf besteht, sollten Sie mit Bedacht vorgehen. Keinesfalls sollten Sie sich den Täter oder die Täterin selbst vorknöpfen oder direkt mit seinen oder ihren Eltern sprechen, denn dies könnte in noch mehr Schikanen für das Mobbing-Opfer resultieren. Zudem hat Mobbing-Verhalten nicht selten seine Wurzel im familiären Umfeld, so dass ein Gespräch mit den Eltern oft fruchtlos ist.

Täter oder Täterin niemals selbst vorknöpfen

Täter oder Täterin niemals selbst vorknöpfen

Tipp 6: Lehrer um Hilfe bitten

Sollten die Wurzeln des Mobbing in der Schule liegen, dann sollten Sie den Klassenlehrer oder den Lieblingslehrer Ihres Kindes ins Vertrauen ziehen. Womöglich ist ihm selbst schon etwas aufgefallen, vielleicht tappt er aber auch noch völlig im Dunkeln, was die Situation angeht.

Ideal wäre ein Gespräch unter vier Augen zwischen Lehrer und Mobbing-Täter. Dieses Gespräch sollte frei von Emotionen und rational geführt werden. Auch der Täter sollte die Gelegenheit bekommen, sich zur Situation zu äußern, über sein Verhalten nachzudenken und selbst Vorschläge zu machen, wie man die gegenwärtige Situation verbessern kann.

Tipp 7: Selbstvertrauen stärken

Es ist für Mobbing-Opfer extrem wichtig, dass sie ihr Selbstvertrauen wiedergewinnen. Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, nicht allein zu sein und machen Sie ihm bewusst, dass es niemand verdient hat, gemobbt zu werden. Machen Sie ihm klar, dass die Mobber oft eigene Probleme haben, mit denen sie nicht zurechtkommen oder es schlichtweg nicht besser wissen.

Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes

Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes

Seien Sie auch bereit, über eigene Verhaltensmuster nachzudenken. Haben Sie Ihr Kind in der Vergangenheit vielleicht sehr verwöhnt oder selbstsicheres und starkes Auftreten zu wenig gefördert? Überlegen Sie auf jeden Fall, was Sie in Zukunft in dieser Hinsicht tun können, um Ihrem Kind zu helfen.

Tipp 8: Soziale Bindungen stärken

Wenn ein Kind über starke soziale Bindungen verfügt, treffen es Mobbing-Attacken weniger hart als wenn es völlig allein und ohne Freunde dasteht. Schon ein guter Freund oder eine gute Freundin kann einen riesigen Unterschied ausmachen. Unterstützen Sie freundschaftliche Beziehungen zwischen Ihrem Sprössling und anderen Kindern.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, ob es nicht einem Verein beitreten möchte, so zum Beispiel einem Chor oder einem Sportverein. Findet das Mobbing in der Schule statt, tut es Ihrem Kind gut, außerhalb der Schule Bestätigung zu finden bis das Problem gelöst ist. Das ist auch eine besonders gute Idee für schüchterne Kinder.

Tipp 9: Angriffen begegnen

Ihr Kind kann selbst aktiv werden, um seine Situation zu verbessern. Beleidigungen und Hänseleien kann ihr Kind einerseits ignorieren oder andererseits mit ablenkenden Bemerkungen wie Wie du meinst oder Wäre möglich kommentieren, wodurch dem Täter idealerweise der Wind aus den Segeln genommen wird.

Ihr Kind sollte Beleidigungen einfach ignorieren

Ihr Kind sollte Beleidigungen einfach ignorieren

Auch das selbstbewusste Einnehmen eines deutlichen Standpunktes kann helfen. Wenn Ihr Kind den Täter mit einem klaren und deutlichen Hör sofort damit auf! in die Schranken weist und dann geht, hat Ihr Kind zumindest für den Moment einen wichtigen Teilsieg errungen.

Tipp 10: Hilfe annehmen

Es ist nicht schlimm, Hilfe zu suchen und anzunehmen – das sollten Sie Ihrem Kind sehr deutlich machen. Es gibt Situationen, die man einfach nicht allein bewältigen kann. Anstatt also zum Beispiel bei körperlichen Attacken zurückzuschlagen, sollte es nicht zögern, einen Lehrer oder einen älteren Schüler um Hilfe zu bitten. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich hierbei nicht um Petzen handelt, sondern um sein gutes Recht.

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