Wenn Kinder trödeln – 6 Tipps die helfen

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Wenn Kinder sich bei allem extrem viel Zeit nehmen, dann kann das auch schon mal recht nervig sein. Hier deshalb 6 Tipps, wie Sie Trödeln bei Kindern vermeiden können.

Trödeln kann bei Kindern mehrere Ursachen haben

Trödeln kann bei Kindern mehrere Ursachen haben

Die meisten Eltern kennen das Problem: Die Zeit drängt, aber der Nachwuchs trödelt. Der Junior lässt sich alle Zeit der Welt, ignoriert jede Ermahnung, und tut stattdessen in aller Ruhe das, worauf er oder sie gerade Lust hat. In bestimmten Situationen kann dies eine wahre Zerreißprobe für die Nerven der geplagten Eltern sein. Doch wie kann man Trödelstress vermeiden? Die folgenden Tipps zeigen, wie es geht!

Tipp 1: Warum trödelt der Sprössling?

Zunächst einmal gilt es nachzuforschen, wieso sich Ihr Kind immer so viel Zeit lässt und ob es dies überhaupt bewusst und absichtlich tut. Manche Kinder sind einfach sehr verträumt und so in ihr Spiel versunken, dass es ihnen besonders leicht fällt, ihre Umgebung – inklusive drängelnder Eltern – auszublenden. Besonders bei kleinen Kindern ist dies oft der Fall.

Tatsache ist jedoch, dass viele Kinder die Trödelei auch als Strategie nutzen. Beobachten Sie, wann Ihr Kind besonders viel Zeit schindet. Möchte es unangenehmen oder langweiligen Aktivitäten entgehen (hier mehr über Aufschieberitis bei Kindern)? Benötigt es vielleicht mehr Zeit und Aufmerksamkeit und trödelt es deshalb?

Denn meisten Kindern geht es im Grunde einfach darum, ständig im Mittelpunkt zu stehen und so den Willen durchzusetzen. In diesem Fall hilft nur Konsequenz. Wenn Ihr Kind nicht hören kann und beim Anziehen trödelt, dann ist halt keine Zeit mehr für ein Eis auf dem Nachhauseweg. Und wenn es das Zubettgehen hinauszögert, dann muss vielleicht auch mal die Gutenachtgeschichte ausfallen.

Tipp 2: Ruhig bleiben

So schwierig es auch ist: Bleiben Sie selbst ganz ruhig, auch wenn Sie in Eile sind. Ihre Anspannung überträgt sich auf Ihr Kind und setzt es womöglich unter Druck. Dieser kann dazu führen, dass Ihr Sprössling vor lauter Stress noch langsamer wird. Gleiches gilt für ewige Ermahnungen. Auch sie können Ihr Kind unter Druck setzen und dadurch eher schaden als nutzen. Trotzige Kinder nehmen das Gedrängel der Eltern zudem gern zum Anlass, um die Trödelei noch ein wenig zu verstärken, einfach, um sie zu provozieren und Widerstand zu leisten.

Ist Ihr Kind zum Beispiel alt genug, um sich selbst anzuziehen, ermahnen Sie es nicht ständig zur Eile. Am besten machen Sie sich selbst fertig, gehen Ihrem gewohnten Ablauf nach und kündigen anschließend an, vor der Tür auf Ihren Sprössling zu warten. Schimpfen Sie aber nicht!

Ihr Kind ist ins Spiel vertieft und hat keine Lust zum Mittagessen oder Abendessen zu kommen? Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie schon allein mit dem Essen anfangen und tun Sie es auch. Allein am Esstisch zu sitzen macht wenig Spaß – das wird auch Ihr Kind einsehen.

Tipp 3: Schritt für Schritt!

Manche Kinder sind mit Anweisungen à la: Jetzt mach dich doch endlich fertig! einfach überfordert und trödeln deshalb schon beim ersten Schritt herum. Es kann deshalb schon helfen, wenn Sie Ihrem Nachwuchs die einzelnen Schritte aufzählen, die es tun muss. Die kleineren Teilschritte lassen sich leicht bewältigen und geben Ihrem Kind schnell das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Beispiel:

Soll das Haus verlassen werden, muss Ihr Kind erst seine Spielsachen wegräumen und anschließend Schuhe und Jacke anziehen. Wenn es Schlafenszeit ist, wird erst der Schlafanzug angezogen, die getragene Kleidung zur Seite gelegt und anschließend das Badezimmer zum Zähneputzen aufgesucht.

Tipp 4: Kleine Rituale

Feste Rituale zu bestimmten Tageszeiten können dabei helfen, die Trödelzeit zu verringern. Wenn jeder ganz genau weiß, was als nächstes passieren soll, laufen viele Dinge im Alltag viel reibungsloser ab. Bei einem unstrukturierten Morgen oder Abend finden kleine Trödelmeister immer Tätigkeiten, die sie endlos hinauszögern können. Läuft jedoch alles nach einem bestimmten Schema ab, fällt auch Ihnen die Zeitplanung leichter.

Tipp 5: Bummelzeit einplanen

Wenn Sie wissen, dass Ihr Kind zum Trödeln neigt, planen Sie am besten ordentlich Trödelzeit mit ein. Wenn Sie zeitlich zu knapp kalkulieren und tagtäglich zu spät und noch dazu gestresst das Haus verlassen, ist schließlich niemandem geholfen.

15 oder 20 Minuten mehr Zeit in der Hinterhand helfen Ihnen sicherlich dabei, die Nerven zu behalten, selbst wenn Junior sich mal wieder so gar nicht beeilen möchte.

Tipp 6: Spiel und Spaß gegen Trödeln

Kinder bummeln besonders viel und gern, wenn sie von einer Tätigkeit gelangweilt sind. Zähneputzen gehört zum Beispiel nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Kinder und das Gleiche gilt für das Aufräumen des Kinderzimmers oder das Anziehen am Morgen. Hier helfen kleine Spiele und Späße. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Zahnputzlied oder einer kleinen Geschichte rund ums Zähneschrubben?

Das morgendliche Anziehen oder lästige Aufräumtätigkeiten lassen sich auch sehr leicht mit einem Wettstreit verbinden. Kinder mögen es nämlich überhaupt nicht zu verlieren und deshalb strengen sie sich bei einem Wettstreit besonders an. Und wenn einmal alles reibungslos verläuft, wirkt ein großes Lob wahre Wunder!

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