Weinverkostungen bei Weinhändlern hat der ein oder andere vielleicht schon einmal mitgemacht. Wie wäre es, eine eigene Weinverkostung zu organisieren? Was es dafür braucht und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sie suchen für Ihre Treffen mit Freunden Ideen und Inspirationen, um mal etwas Schwung und Abwechslung hineinzubringen? Dann veranstalten Sie doch eine eigene Weinverkostung in den eigenen vier Wänden. Das ist nicht schwer und verspricht einen geselligen Abend.
Eigene Weinverkostung: Das Wichtigste auf einen Blick
Inhaltsverzeichnis
Vorüberlegungen zur Weinverkostung
Wenn Sie hin und wieder ein Glas Wein in geselliger Runde genießen, dann laden Sie doch Ihre Freunde zu sich ein und veranstalten eine private Weinverkostung.
Anzahl der Gäste
Sie müssen sich im Vorfeld überlegen, in welchem Rahmen Sie die Weinverkostung gestalten möchten. Eine kleine Gruppe von vier bis fünf Gästen ist überschaubar und verlangt deutlich weniger Aufwand als eine größere Gruppe. Die Gäste kommen untereinander mit allen ins Gespräch, wohingegen eine größere Gruppe schneller zur Grüppchenbildung neigt.
Ausklang
Möchten Sie nur zu einer Weinverkostung laden oder den Abend mit einem Essen ausklingen lassen? Dann bieten sich Menüs an, die sich mit wenig Aufwand zubereiten lassen.
Thema des Abends
Worauf möchten Sie an diesem Abend den Schwerpunkt legen?

» Weinsorten miteinander vergleichen
Möchten Sie die Weine miteinander vergleichen können? Dann sollten Sie die Weine nach ähnlichen Kriterien wie Rebsorten, Anbauregion oder Jahrgang aussuchen.
» Weinvielfalt probieren
Vielleicht möchten Sie aber auch die Vielfalt verschiedener Weine kennenlernen? Dann können Sie die Weine für die Verkostung sehr abwechslungsreich aussuchen.
» Lieblingsweine oder prämierte Weine
Zudem können Sie einen Themenabend gestalten, indem Sie die Lieblingsweine Ihrer Gäste verkosten oder sich nur auf prämierte Weine konzentrieren.
Wenn Sie sich beispielsweise für das Sortiment eines Winzers interessieren und dieses verkosten möchten, schauen Sie doch mal beim Weinversand Vinehouse vorbei. Dort finden Sie zu jedem Winzer mehrere Weinsorten. Zudem können Sie gezielt nach Anbauregionen in aller Welt suchen und erfahren jede Menge interessante Fakten zu den unterschiedlichen Ländern und deren jeweiligen Weinregionen.
Weinverkostung organisieren: Vorbereitung
Nachdem Sie sich für ein Thema entschieden haben, geht es an die Vorbereitungen. Folgendes werden Sie für die Weinverkostung benötigen:
- Verschiedene Weine (Korkenzieher nicht vergessen)
- Stilles Wasser, Weißbrot, Ciabatta, o. ä.
- Weingläser, Wassergläser, Spuckbecher
- Stift & Zettel
- Weiße Tischdecke und Servietten
Weinanzahl und Geschmack neutralisieren
Es liegt in Ihrem Ermessen, wie viele Weine Sie besorgen möchten. Für eine erste Weinverkostung sind oft fünf bis sechs verschiedene Weine ausreichend. Haben Sie Gefallen daran gefunden, können Sie beim nächsten Mal gerne eine größere Auswahl von Weinen probieren.
Zum Neutralisieren des Geschmackssinns zwischen den einzelnen Weinen sollten Sie am besten Wassergläser und stilles Wasser bereitstellen. Leichte Weißbrotsorten bieten sich auch an, um die Geschmacksknospen zu neutralisieren und auf den nächsten Wein vorzubereiten.
Tipp: Wenn Sie sich im Vorfeld eines Weinkaufs über die verschiedenen Klassifizierungen und Qualitätsstandards bei Weinen informieren möchten, finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Weininstituts jede Menge Hintergrundwissen.
Die richtige Weintemperatur

Am Tag der Weinverkostung sollten Sie unbedingt daran denken, die Weine auf angenehme Temperatur zu bringen. Die richtige Temperatur für Rotwein ist eher warm, während man Weißweine kühler trinkt. Dies hängt jedoch auch von der Wein-Sorte ab und steht in der Regel auf dem Etikette.
Diese beträgt bei:
- Rotwein 15 – 18 °C
- Weißwein 10 – 12 °C
- Roséwein 8°C und 14°C
- Eiswein 8 °C
Weingläser: Anzahl und Form
Gläser sollten für jeden Gast und für jeden Wein zur Verfügung stehen. Bei fünf Gästen und fünf verschiedenen Weinsorten benötigen Sie also mindestens 30 Weingläser – wenn Sie selber aktiv an der Verkostung teilnehmen möchten. Falls nicht genügend Gläser vorhanden sind, können Sie auch mit ein bis zwei Gläsern pro Person arbeiten und diese zwischendurch mit Wasser gut ausspülen.

Neben der Anzahl spielt die Form der Weingläser eine wichtige Rolle. Sie kann den Geschmack deutlich beeinflussen. Ein großes, voluminöses Glas lässt kräftige Rotweine atmen, während kleinere, sich verjüngende Gläser für leichtere Weißweine die filigranen Noten besser einfangen.
Und wenn Sie das Glas dann noch am Stiel fassen, verhindern Sie ein übermäßiges Aufwärmen des Weins durch Ihre Hände.
Übrigens: Denken Sie auch an ausreichend Spuckbecher. Hierfür können Sie einfache Pappbecher nehmen oder auf wiederverwendbare farbige Kunststoffbecher setzen. Nicht durchsichtig deshalb, weil die ausgespuckten Weinreste unansehnlich sind.
Stifte und Zettel für Notizen
Sei es, dass sich Ihre Gäste Notizen zu den einzelnen Weinsorten machen möchten oder einen besonders leckeren Wein gefunden haben und den Namen merken möchten – legen Sie Stifte und Zettel bereit, auf denen Notizen gemacht werden können.
Tisch eindecken
Um farbliche Nuancen wahrzunehmen, braucht es einen hellen Untergrund. Mit einer weißen Tischdecke sind Sie da auf der sicheren Seite.
Legen Sie farblich passende Servietten bereit, um nach dem Ausspucken den Mund abtupfen zu können. Gerne können Sie den Tisch mit etwas Weinlaub dekorieren, das rundet das Ambiente ab.
Idealerweise starten Sie die Weinverkostung so zeitig, dass Sie auf jeden Fall Tageslicht nutzen können, um die Farbspiele der verschiedenen Weinsorten zu genießen.
Tipp: Um die Weinaromen wahrnehmen zu können, sollten Sie auf Duftkerzen oder stark duftende Blumensträuße als Tischdeko verzichten.
Ablauf der Weinprobe
Für Ihre eigene Weinverkostung gibt es ein klein wenig zu beachten. Angefangen mit der Reihenfolge der Weine.
Reihenfolge der Weine
1️⃣ Weiß vor Rot
2️⃣ trocken vor süß
3️⃣ leicht vor schwer
Mit der Reihenfolge „öffnen“ Sie langsam den Gaumen. Und die Unterschiede der Weine lassen sich gut erschmecken, ohne dass ein Wein dem anderen die Aromen nimmt. Orientieren können Sie sich zum Beispiel an dieser Reihenfolge:
- Leichter, trockener Weißwein
z. B. Riesling trocken, Silvaner, Pinot Grigio oder Grauburgunder - Aromatischer Weißwein
z. B. Sauvignon Blanc, Chardonnay ohne Holz - Kräftiger Weißwein / Weißwein mit Holz
z. B. Chardonnay aus dem Barrique - Roséwein
am besten ein trockener bis halbtrockener Rosé
z. B. Rosé aus Spätburgunder oder Grenache - Leichter Rotwein
z. B. Spätburgunder, Gamay - Kräftiger Rotwein
z. B. Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon oder Primitivo - Süßer oder Dessertwein (optional)
z. B. Auslese, Beerenauslese, Portwein
Welche Weine Sie für ihre eigene Weinverkostung auswählen und welche Weine Sie streichen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.
- SPÄTBURGUNDER & SPÄTBURGUNDER ROSÉ: Der Spätburgunder Kabinett vom Feuerberg zeigt rubinrote Tiefe…
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- 100 JAHRE BURKHEIMER WINZER: Seit 100 Jahren bewahren rund sechzig Winzerfamilien der Burkheimer Winzer…
Eigene Weinverkostung: Typische Fehler vermeiden
Folgende Tipps haben sich als hilfreich erwiesen:
- Zeitfaktor
Planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit ein, sowohl für den ganzen Abend wie auch den einzelnen Weinen, die Sie verkosten möchten. - Austausch fehlt
Ermöglichen Sie Austausch nach jedem Wein, sodass Ihre Gäste ihre Eindrücke und Empfindungen in der Runde teilen können. Unten gibt es ein paar Tipps dazu. - Leicht beschwipst
Schenken Sie pro Weinsorte höchstens 2 cm ins Glas ein und stellen Sie ausreichend Wasser zur Verfügung. - Wein hat kein Aroma
Für mehr Geschmack hilft es, kleine Schlucke zu nehmen, den Wein kurz im Mund zu behalten, gut zu verteilen und dabei etwas Luft einzuatmen.
Den Austausch bei der Weinprobe anregen
Beim gemütlichen Essen ist das Gespräch meist schnell in Gang. Bei einer Weinprobe dagegen sind viele erst einmal unsicher: Was soll ich sagen – außer „schmeckt„ oder „schmeckt nicht„?
Genau hier können Sie als Gastgeber:in gut durch den Abend führen, indem Sie den Wein über Augen, Nase und Mund erleben und mit einfachen Fragen zum Austausch anregen.
Augen: Der erste Eindruck im Glas
Bevor probiert wird, lohnt sich ein Blick ins Glas. Welche Farbe hat der Wein? Eher hell oder dunkel, kräftig oder zart? Wirkt er klar oder leicht trüb, bilden sich beim Schwenken Schlieren am Glasrand? Sind Schwebstoffe zu sehen?
Daraus lassen sich ganz einfache Fragen ableiten:
- „Wie wirkt die Farbe vom Wein? Eher leicht und frisch oder eher kräftig?“
- „Sieht der Wein eher nach Sommerwein oder Kaminabend aus?“
So kommen alle ins Gespräch, ohne Fachbegriffe kennen zu müssen.
Nase: Aromen entdecken
Im nächsten Schritt kommt die Nase ins Spiel. Der Wein wird kurz geschwenkt, dann wird nur gerochen. Riecht er fruchtig, blumig, würzig oder eher herb? Erinnern die Aromen eher an Zitrus, Beeren, Blumen, Kräuter oder vielleicht Holz?
Mögliche Fragen könnten sein:
- „Woran erinnert der Duft? Vielleicht an Zitrus, Beeren, Blumen oder Kräuter?“
- „Ist der Geruch eher frisch und leicht oder warm und würzig?“
Wenn jemand zum Beispiel eine holzige Note bemerkt, lässt sich nachfragen:
- „Eher Vanille, Toast oder etwas Rauchiges?“
So wird aus einem vagen Eindruck („irgendwie holzig“) ein wiedererkennbares Aroma.
Mund: Wie fühlt sich der Wein an und wie schmeckt er
Erst dann wird gekostet. Jetzt geht es darum, wie der Wein im Mund wirkt: eher leicht und spritzig oder dichter und kräftiger? Trocken, halbtrocken oder süß? Bleibt er lange am Gaumen oder ist er schnell wieder weg?
Auch hier helfen Fragen umd den Austausch anzuregen:
- „Schmeckt der Wein eher leicht oder kräftig?“
- „Wozu könnte der Wein passen – Fleisch, Käse oder Fisch?“
Wenn jemand eine spritzige Note erwähnt, kann weiter gefragt werden:
- „Fühlt sich der Wein angenehm an?“
- „Macht diese Note den Wein spannender oder wäre dir etwas mit weniger Säure lieber?“
Sie sehen, eine Weinverkostung kann eine sehr spannende Sache sein und ist für einen Abend in netter Runde überaus empfehlenswert. Denn den Genuss mit Freunden zu teilen, kann doch nur zu den schönsten Momenten gehören.
Tipp: Haben Sie sich im Anschluss für ein gemeinsames Abendessen mit Ihren Freunden entschieden, sollten Sie das Essen so vorbereiten, dass es nach der Weinverkostung schnell gereicht werden kann. Kalte Platten oder ein kleines Buffet sind ideal, diese können nämlich mit wenig Aufwand auf einem separaten Tisch angerichtet werden. Und den Lieblingswein hat sich bestimmt schon jeder selbst ausgesucht.
Fazit: Eigene Weinverkostung
Mit ein wenig Planung wird die eigene Weinverkostung zu Hause zu einem Abend voller Genuss, Geselligkeit und neuer Entdeckungen. Wenn Gläser, Reihenfolge der Weine und kleine Snacks stimmig vorbereitet sind, können Sie sich ganz auf das gemeinsame Probieren und den Austausch konzentrieren. Und der Wunsch nach einer Wiederholung stellt sich meist von ganz allein ein.
Haben Sie selbst schon eine Weinprobe zu Hause organisiert? Teilen Sie gern Ihre Erfahrungen und Tipps mit uns.


