Eigene Weinverkostung organisieren – so wirds gemacht

Weinverkostungen bei Weinhändlern hat der ein oder andere vielleicht schon einmal mitgemacht. Wie wäre es, eine eigene Weinverkostung zu organisieren? Was es dafür braucht und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Eine eigene Weinverkostung ist etwas Besonderes. © Robert Kneschke / stock.adobe.com

Sie suchen für Ihre Treffen mit Freunden Ideen und Inspirationen, um mal etwas Schwung und Abwechslung hineinzubringen? Dann veranstalten Sie doch mal eine Weinverkostung in den eigenen vier Wänden. Das ist nicht schwer und verspricht einen geselligen Abend.

Vorüberlegungen

Wenn Sie hin und wieder ein Glas Wein in geselliger Runde genießen, dann laden Sie doch Ihre Freunde zu sich ein und veranstalten eine private Weinverkostung.

Anzahl der Gäste

Sie müssen sich im Vorfeld überlegen, in welchem Rahmen Sie die Weinverkostung gestalten möchten. Eine kleine Gruppe von vier bis fünf Gästen ist überschaubar und verlangt deutlich weniger Aufwand als eine größere Gruppe. Die Gäste kommen untereinander mit allen ins Gespräch, wohingegen eine größere Gruppe schneller zur Grüppchenbildung neigt.

Ausklang

Möchten Sie nur zu einer Weinverkostung laden oder den Abend mit einem Essen ausklingen lassen? Dann bieten sich Menüs an, die sich mit wenig Aufwand zubereiten lassen.

Thema des Abends

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Welchen Wein möchten Sie verkosten? © Visions-AD / stock.adobe.com

Worauf möchten Sie an diesem Abend den Schwerpunkt legen?

  • » Möchten Sie die Weine miteinander vergleichen können? Dann sollten Sie die Weine nach ähnlichen Kriterien wie Rebsorten, Anbauregion oder Jahrgang aussuchen.
  • » Vielleicht möchten Sie aber auch die Vielfalt verschiedener Weine kennenlernen? Dann können Sie die Weine für die Verkostung sehr abwechslungsreich aussuchen.
  • » Zudem können Sie einen Themenabend gestalten, indem Sie die Lieblingsweine Ihrer Gäste verkosten oder sich nur auf prämierte Weine konzentrieren. Wenn Sie sich beispielsweise für das Sortiment eines Winzers interessieren und dieses verkosten möchten, schauen Sie doch mal beim Weinversand Vinehouse vorbei. Dort finden Sie zu jedem Winzer mehrere Weinsorten. Zudem können Sie gezielt nach Anbauregionen in aller Welt suchen und erfahren jede Menge interessante Fakten zu den unterschiedlichen Ländern und deren jeweiligen Weinregionen.

Vorbereitung

Nachdem Sie sich für ein Thema entschieden haben, geht es an die Vorbereitungen. Folgendes werden Sie für die Weinverkostung benötigen:

  • verschiedene Weine (Korkenzieher nicht vergessen)
  • stilles Wasser
  • ausreichend Gläser
  • Spuckbecher
  • Servietten
  • Weißbrot, Ciabatta, o. ä.
  • Stift & Zettel
  • weiße Tischdecke

Wasser & Wein

Es liegt in Ihrem Ermessen, wie viele Weine Sie besorgen möchten. Für eine erste Weinverkostung sind oft fünf bis sechs verschiedene Weine ausreichend. Haben Sie Gefallen daran gefunden, können Sie beim nächsten Mal gerne eine größere Auswahl von Weinen probieren.

Wenn Sie sich im Vorfeld eines Weinkaufs über die verschiedenen Klassifizierungen und Qualitätsstandards bei Weinen informieren möchten, finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Weininstituts jede Menge Hintergrundwissen.

Zum Neutralisieren des Geschmackssinns zwischen den einzelnen Weinen sollten Sie am besten stilles Wasser bereitstellen. Leichte Weißbrotsorten bieten sich auch an, um die Geschmacksknospen zu neutralisieren und auf den nächsten Wein vorzubereiten.

Gläser

Gläser sollten für jeden Gast und für jeden Wein zur Verfügung stehen. Bei fünf Gästen und fünf verschiedenen Weinsorten benötigen Sie also mindestens 30 Weingläser, wenn Sie selber aktiv an der Verkostung teilnehmen möchten.

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Gute Weingläser für das volle Aroma. © anaumenko / stock.adoeb.com

Denken Sie auch an ausreichend Spuckbecher. Hierfür können Sie einfache Pappbecher nehmen oder auf wiederverwendbare bunte Kunststoffbecher setzen. Bunt deshalb, weil die ausgespuckten Weinreste nicht immer ansehnlich sind.

Übrigens: Wussten Sie, dass die Form der Weingläser Einfluss auf das Aroma eines Weins hat? Die bauchige Form sorgt dafür, dass genügend Sauerstoff im Glas ist. Durch Schwenken kann gezielt noch mal Sauerstoff zugeführt werden. Die nach oben hin schlanke Form verhindert, dass das Aroma zu schnell entweicht. Wenn Sie das Glas dann noch am Stiel fassen, verhindern Sie ein übermäßiges Aufwärmen des Weins durch Ihre Hände. 

Für die Notizen

Sei es, dass sich Ihre Gäste Notizen zu den einzelnen Weinsorten machen möchten oder einen besonders leckeren Wein gefunden haben und den Namen merken möchten – legen Sie Stifte und Zettel bereit, auf denen Notizen gemacht werden können.

Tischdecke

Um farbliche Nuancen wahrzunehmen, braucht es einen hellen Untergrund. Mit einer weißen Tischdecke sind Sie da auf der sicheren Seite.

Legen Sie farblich passende Servietten bereit, um nach dem Ausspucken den Mund abtupfen zu können. Gerne können Sie den Tisch mit etwas Weinlaub dekorieren, das rundet das Ambiente ab.

Idealerweise starten Sie die Weinverkostung so zeitig, dass Sie auf jeden Fall Tageslicht nutzen können, um die Farbspiele der verschiedenen Weinsorten zu genießen.

Tipp: Um die Weinaromen wahrnehmen zu können, sollten Sie auf Duftkerzen oder stark duftende Blumensträuße als Tischdeko verzichten.

Die ideale Temperatur

Am Tag der Weinverkostung sollten Sie unbedingt daran denken, die Weine je nach vorheriger Lagerung auf die richtige Temperatur zu bringen.

Diese beträgt bei:

  • Rotwein 15 – 18 °C
  • Weißwein 10 – 12 °C
  • Eiswein 8 °C

Haben Sie sich im Anschluss für ein gemeinsames Abendessen mit Ihren Freunden entschieden, sollten Sie das Essen so vorbereiten, dass es nach der Weinverkostung schnell gereicht werden kann. Kalte Platten oder ein kleines Buffet sind ideal, diese können nämlich mit wenig Aufwand auf einem separaten Tisch angerichtet werden. Ideen finden Sie in unserem Artikel: „Günstiges Brunch-Buffet selber machen – 4 Tipps„.

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Jeder Wein braucht seine Temperatur. © volff / stock.adobe.com

Ran an den Wein

Für die eigentliche Verkostung gibt es nicht viel, dass beachtet werden muss. Ob Sie den Abend eher förmlich oder locker gestalten, bleibt Ihnen überlassen.

Folgende Tipps haben sich als hilfreich erwiesen:

  • Planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit ein, sowohl für den ganzen Abend wie auch den einzelnen Weinen, die Sie verkosten möchten.
  • Ermöglichen Sie Austausch nach jedem Wein, sodass Ihre Gäste ihre Eindrücke und Empfindungen in der Runde teilen können.
  • Schenken Sie pro Weinsorte höchstens 2 cm ins Glas ein.
  • Kleine Schlucke nehmen, dabei den Wein gut im Mund verteilen.
  • Je nach Vorliebe kann der Schluck hinterher ausgespuckt oder heruntergeschluckt werden (üblicherweise wird der Wein jedoch ausgespuckt).
Eine allgemeine Regel zur Weinverkostung besagt:

  • Leicht vor Schwer
  • Trocken vor Lieblich
  • Jung vor Alt
  • Weiß vor Rot

Ansonsten können Sie sich ganz Ihren Sinnen hingeben.

  • Augen – Welche Farben nehmen Sie wahr? Farbnuancen, Schattierungen und Schlierenbildung am Glasrand verraten schon eine Menge, bevor Sie überhaupt gekostet haben.
  • Nase – Welche Aromen nehmen Sie wahr? Duftet der Wein lieblich, blumig oder herb säuerlich? Verändert sich der Duft des Weines, nachdem Sie das Glas geschwenkt haben?
  • Mund – Was nimmt Ihre Zunge wahr? Wie fühlt sich der Wein an? Leicht und spritzig oder eher rau? Schmeckt der Wein eher süß und lieblich oder herb? Hätten Sie diesen Geschmack anhand des Aromas erwartet oder weichen Geruch und Geschmack stark voneinander ab?

Sie sehen, eine Weinverkostung kann eine sehr spannende Sache sein und ist für einen Abend in netter Runde überaus geeignet.