ETF statt Sparbuch & Tagesgeld: Geld anlegen trotz Niedrigzins!

Auch beim derzeitigen Niedrigzins macht es Sinn, Geld anzulegen. Selbst die kleinste Rendite ist besser als gar keine.

Geld anlegen trotz Niedrigzins
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Wir Deutschen sind Sparfüchse! Wer kann, legt Geld beiseite oder besser noch an, um daraus so gut es geht Gewinn zu machen. Vor einigen Jahren war Geldanlegen, zum Beispiel auf Festgeld- oder Tagesgeldkonten, auch noch eine lukrative Sache. Doch seit Niedrigzinsen den Markt beherrschen, sehen viele Anleger keinen Sinn mehr darin. Im schlimmsten Fall drohen sogar Negativzinsen!

Dunkelschwarz muss man die derzeitige Finanzlage aber trotzdem nicht sehen. Auch in Zeiten schlechter Sparpolitik ist es möglich, aus seinen Einlagen Rendite zu erwirtschaften. Ein Punkt ist dabei aber besonders wichtig:

Sparer sollten sich nicht nur auf ein Produkt fixieren, sondern ihr Geld streuen! Im Klartext heißt das, Ersparnisse in unterschiedliche Produkte, Branchen, Regionen und Laufzeiten anzulegen.

Auch vorschnelles Handeln ist kontraproduktiv. Überlegen Sie genau, was Sie mit Ihrer Geldanlage erreichen wollen und wägen Sie die Vorteile und Nachteile der einzelnen Produkte gut ab.

Mit Tagesgeld und Festgeld auf der sicheren Seite

Geld anlegen Tagesgeldkonto
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Sicherheit steht bei vielen Sparern an erster Stelle, denn wenn es schon wenig Rendite gibt, dann soll wenigstens die Einlage sicher bleiben.

Bewährte Anlageformen sind deshalb auch weiterhin Festgeld- und Tagesgeldkonten, bei denen Ihr Sparguthaben durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt ist. Um Rendite zu erwirtschaften ist Ihre Hausbank nicht immer die erste Adresse. Als Anleger sollten Sie sich die Mühe machen und die Zinskonditionen verschiedener Geldinstitute vergleichen. Schneidet Ihre Bank hierbei schlecht ab, lohnt sich ein Wechsel!

» Extratipp: Ein Wechsel ist immer anzuraten, wenn die Zinsen für die Spareinlage unter der Inflationsrate liegen.

ETFs – langfristige Geldanlage mit höherer Rendite

Sparbriefe, Tagesgeld- und Festgeldkonten werden überwiegend dazu genutzt, ein gewisses Finanzpolster aufzubauen, um kurzfristige Ausgaben realisieren zu können. Wer auf sein Erspartes einige Jahre verzichten kann, fährt gut damit, seinen Vermögensaufbau über ETF Sparpläne zu realisieren. Im Vergleich zu „herkömmlichen Aktien“ verursachen Exchange Traded Funds weniger Kosten, was sich positiv auf die Rendite des Anlegers auswirkt. Der sogenannte Ausgabeaufschlag entfällt bei ETFs und die Verwaltungskosten sind gering.

Grund für diese Kostenersparnis ist, dass es sich bei ETFs um passiv verwaltete Fonds handelt, die einen bestimmten Index (DAX, S&P 500, etc.) einfach 1:1 nachbilden. Ganz ohne (teuren) Fondsmanager oder ähnlichem.

Am sinnvollsten ist es bei der ETF Auswahl auf einen möglichst breit diversifizierten Index zu setzen. Also eher nicht den Deutschen DAX mit seinen nur 30 Werten, sondern eher den S&P 500 mit 500 Unternehmen oder auch den MSCI World mit über 1.000 Unternehmen. Grund: Falls einzelne Werte mal ausfallen, zum Beispiel durch Insolvenz, fällt das im Gesamtgefüge kaum auf.

Warum das Sparschwein gar kein Sparschwein ist

Geld unter der Matratze
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Niedrigzinsen bewegen viele Deutsche dazu, ihr Geld zu Hause zu horten. Das es für diese Methode allerdings keine Rendite gibt, versteht sich von selbst. Was aber viele nicht wissen und beachten – je länger das Geld unter der heimischen Matratze liegt, desto weniger ist es wert.

Verantwortlich für den Wertverlust der Ersparnisse ist die Inflation. Haben Sie beispielsweise ein Jahr lang 5000,- Euro unter dem Kopfkissen liegen, werden es auch nach 12 Monaten noch 5000,- Euro sein – allerdings ist die Kaufkraft während dieser Zeit gesunken. Was Sie Anfang des Jahres noch für diesen Betrag erwerben konnten, werden Sie nun deutlich teurer bezahlen.

Wenn diese Argumente Sie noch nicht überzeugt haben, dann stellen Sie sich vor, Ihr Haus oder Ihre Wohnung geht in Flammen auf, oder Langfinger verschaffen sich Zugang – in beiden Fällen ist das sonst gut behütete Sparschwein futsch.

2 Alternativen zu herkömmlichen Geldanlagen

Geld anlegen heißt nicht zwingend, sich mit Aktien und Fonds auseinanderzusetzen. Es gibt auch andere Wege und Mittel, sein Erspartes zu investieren und sinnvoll zu vermehren.

    1. Geld anlegen als Altersvorsorge
      Als erstes rate ich Ihnen zu prüfen, ob es bereits Versicherungen oder andere Verträge gibt, die zum Zwecke der Altersvorsorge abgeschlossen wurden. Oftmals sind diese Verträge nicht mehr auf dem neuesten Stand. Auch wenn es der Name vermuten lässt, so eignen sich Kapitallebensversicherungen nicht sonderlich gut, um für das Alter vorzusorgen. Lange Laufzeiten und jede Menge Verwaltungsgebühren stehen oft nicht in Relation mit den eingezahlten Beiträgen und der erwünschten Rendite. Die Riester-Rente hat sich in den vergangenen Jahren keinen guten Ruf gemacht. Doch wer nicht blindlings jedes Angebot annimmt und stattdessen Vertragsdetails und Konditionen genau prüft, kann aus der staatlichen Förderung auch seinen Nutzen ziehen.

» Tipp: Um die volle Riester-Förderung zu erhalten, müssen Sie jährlich mindestens 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlen.

  1. Eigene Immobilie als Kapitalanlage
    Der Niedrigzins kann auch positive Seiten haben, denn viele Immobilien und Kredite sind derzeit deutlich günstiger. Wer in jungen Jahren ein Haus kauft, lebt im Alter mietfrei. Doch damit nicht genug, schon beim Erwerb der Immobilie lässt sich Geld sparen. Wer zum Beispiel ein Haus energieeffizient saniert, den Sicherheitsstandard des Hauses erhöht oder sogar als kompaktes Smarthome ausstattet, kann mit staatlichen Zuschüssen rechnen.
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