Zeit für einen Tapetenwechsel? Hier erfahren Sie, wie Sie moderne Vliestapete tapezieren – inklusive Materialliste und einfacher Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Inhaltsverzeichnis
Moderne Tapete für Wohnräume
Inzwischen gehen die Wohn- bzw. Wandgestaltungstrends ganz klar weg vom einfachen Raufaser-Weiß. Stattdessen bestimmen kräftige Farben und Muster die Raumgestaltung. Oft in auffälligen Formen. Dabei sind Retro-Muster im Stil der 1970er-Jahre wieder voll im Trend. Genauso wie einfarbige Wände, die dann mit Mustertapeten einen besonderen Akzent bekommen.
Passend dazu werden einfache Papiertapeten heute mehr und mehr von modernen Vliestapeten verdrängt. Denn ihre Oberfläche gibt einem Raum das gewisse Extra. Sie sorgt für eine behagliche Atmosphäre. Ob Streifen oder Blümchen, das Tapezieren einer Vliestapete ist nicht schwer, wenn man einige Dinge beachtet. Los gehts mit meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Vliestapete tapezieren: Vorbereitung
Ohne Material gehts natürlich nicht. Doch das Gute an Vliestapeten ist, dass man keine Kleistermaschine benötigt. Die Tapeten werden direkt an die eingestrichene Wand geklebt. Wie viele Rollen Sie brauchen, ermitteln Sie ganz leicht mit einem Tapetenrechner.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf der Tapete auf die gleiche Rollennummer! Tapeten aus unterschiedlichen Produktionsabläufen können Farbunterschiede aufweisen.
❱ Materialliste
Zum Kleistern wird spezieller Vlieskleber verwendet. Das Anrührverhältnis entnehmen Sie der Verpackung. Außerdem benötigen Sie noch Spachtel, eventuell Spachtelmasse (wie Rotband), um Unebenheiten auszugleichen, natürlich die Vliestapete selbst und:
- Leiter
- Quast / Malerbürste
- Perforierwalze
- Zollstock
- Bleistift
- Cuttermesser
- Nahtroller
- Senklot oder Kreuzlinienlaser
- Vlieskleister
- Tapetenabreißer
- Malerbürste
- Glättkelle
- Malerkrepp
- Effiziente Tapetenentfernung mit Stachelwalze teleskopierbar bis 54 cm; perforiert Tapeten für…
- Robuster Tapetenschaber mit 100 mm Breite aus hochwertigem Metall; widerstandsfähig und langlebig für…
- 5 Klingen aus gehärtetem Stahl im Lieferumfang enthalten; auswechselbar für lange Nutzungsdauer und…
⚠ Sicherheitshinweis: Vor Beginn der Tapezierarbeiten unbedingt den Strom abschalten!
❱ Alte Tapete entfernen
Befinden sich noch alte Tapeten an den Wänden, dann werden diese entfernt. Am besten geht das mit klarem Wasser, dem ein bisschen Spülmittel beigesetzt wird.
Schritt 1: Alte Tapete einweichen
Tapete mit einer Igelwalze perforieren. Dann Lösung mehrmals auf alte Tapete sprühen oder mit einem Quast (dicker, bürstenartiger Pinsel), den Sie in den Wassereimer tauchen, auftragen. Lange einweichen lassen.
Schritt 2: Alte Tapeten entfernen
Mit einem Spachtel wird anschließend Bahn für Bahn entfernt. Beginnen Sie immer von unten nach oben, so lassen sich große Tapetenstücke leichter mit der Hand abziehen.
Schritt 3: Wand fürs Tapezieren vorbereiten
Sind alle Tapetenreste entfernt und Löcher oder Risse sichtbar, müssen diese ausgeglichen werden. Dazu wird gespachtelt, was allerdings etwas handwerkliches Geschick erfordert. Wie es funktioniert, zeigt diese Videoanleitung:
Schritt 4: Wände schleifen
Nachdem die Spachtelmasse getrocknet ist, werden die entsprechenden Stellen geschliffen. Profis benutzen dazu eine sogenannte Giraffe. Es wäre aber unsinnig, sich für den Heimbedarf extra ein solches Gerät anzuschaffen.
Tipp: Vielleicht verleiht Ihr Baumarkt vor Ort eine? Wenn nicht, arbeiten Sie mit Sandpapier. Hierbei gilt: Je größer die Körnung, desto feiner ist das Papier. Also, je höher die Körnungszahl, desto feiner wird die Wand.
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Anleitung Vliestapete tapezieren
Schritt 1: Grundieren
Sind die Wände glatt wie ein Babypopo geht es mit dem Grundieren weiter. Dazu benötigen Sie Tapeziergrund aus dem Baumarkt (meistverwendet: Metylan). Die Grundierung nach Packungsvorschrift verwenden und gleichmäßig auf alle Wände streichen. Der Untergrund wird damit optimal für die Vliestapete vorbereitet, sprich gefestigt und die Saugfähigkeit reguliert.
Schritt 2: Vorbereiten der ersten Bahn
Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, geht es nun endlich ans Tapezieren der Vliestapete. Dass im Vorfeld Rahmen von Fenster und Türen abgeklebt und der Fußboden mit Malervlies oder Malerfolie geschützt werden muss, versteht sich von selbst!
- Damit später keine Kanten zu sehen sind, wird immer vom Licht weg tapeziert, sprich am Fenster beginnen.
- Die erste Bahn ermittelten Sie, indem Sie eine Rolle Vliestapete innen an die Fensterleibung halten, dann nach rechts an die gerade Wand „umklappen“ und am Ende der Rolle einen kleinen Strich mit dem Bleistift markieren.
- Weil die Tapete um die Leibung herum geklebt wird, muss dieses Stück jetzt wieder dazu gerechnet werden, in unserem Fall 3 cm. Diese 3 cm werden von der Markierung wieder abgezogen und schon haben Sie den Ansatz für Ihre erste Bahn. Ziehen Sie mit dem Senklot einen geraden Strich, oder nutzen einen Kreuzlinienlaser – fertig!
- Auswahl der Laserlinien auf Knopfdruck: Der Linienlaser bietet 1 horizontale 360°-Laserlinie und…
- Bedienerfreundlich: Der Ein/Aus-Schiebeschalter und das Tastenfeld mit zwei Tasten ermöglichen die…
- Genaue Ergebnisse: Der Bosch Kreuzlinienlaser liefert präzise Ergebnisse mit einer Genauigkeit von…

Schritt 3: Vliestapete kleben
Das Mischungsverhältnis des Vlieskleisters finden Sie auf der Verpackung. Wichtig ist: Zuerst Wasser in den Eimer, dann den Kleber hinzu, alles gut verrühren. Das Gute an Vliestapete ist, dass Sie direkt an die Wand geklebt werden kann. Vorheriges Einschmieren ist nicht notwendig.
- Der erste Wandabschnitt wird nun mit einer Malerrolle gleichmäßig eingekleistert, und zwar ein gutes Stück über die vorher erstellte Markierung hinaus.
- Die Tapetenrolle an der Decke anlegen, dabei etwas Überstand lassen und gleichmäßig nach unten weg glatt streichen. So lassen sich auch schiefe Altbauwände problemlos tapezieren.
- Der linke Überstand wird jetzt waagerecht so eingeschnitten, dass sich die Tapete um die Fensterleibung kleben lässt.
- Beim Kleben der weiteren Bahnen ist darauf zu achten, dass diese auf Stoß geklebt werden. Das bedeutet, Naht an Naht wird sorgfältig gelegt und dann angedrückt. Mithilfe eines Nahtrollers wird alles schön gleichmäßig. Malerbürsten erfüllen den gleichen Zweck, sind aber für Vliestapeten mit grober Struktur nicht ganz so gut geeignet, da Sie die Oberfläche „verletzten“ können.
- Tapetenüberstände werden mit dem Cuttermesser einfach abgeschnitten: Wenn Sie den Tapetenabreißer anlegen, bekommen Sie eine exakt gerade Kante.
So verfahren Sie nun Bahn für Bahn, bis das komplette Zimmer mit der Vliestapete tapeziert ist. Bei Mustertapeten müssen Sie auf den richtigen Ansatz achten – versetzt oder gerade. Wie geklebt werden soll, ist auf der Umverpackung der Tapete angegeben.
Fazit: Vliestapete tapezieren
Vliestapete tapezieren ist auch ohne Erfahrung gut machbar – wenn Vorbereitung, Materialien und Ausrichtung stimmen. Nehmen Sie sich Zeit für einen glatten Untergrund, arbeiten Sie Bahn für Bahn sauber und schneiden Sie die Kanten präzise. So sitzt die Tapete blasenfrei, die Nähte fallen kaum auf und das Ergebnis wird Sie am Ende überzeugen.


