Zertifikate – die 4 größten Risiken

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Die größten Risikien bei Zertifikaten

Die 4 größten Risiken bei Zertifikaten

Zertifikate sind seit einigen Jahren die Lieblingskinder der deutschen Banken und Sparkassen. Der Grund dafür ist, dass Zertifikate eine relativ kurze Laufzeit haben. Obwohl der Ausgabeaufschlag deutlich unter dem eines Aktienfonds liegt, ist der Ertrag höher. Ein Aktienfonds, einmal gekauft, liegt bei vielen Anlegern auf Jahre im Depot. Zertifikate werden, abhängig vom Typus, am Ende der überschaubaren Laufzeit wieder zu Kapital, das mit erneutem Ausgabeaufschlag wieder angelegt werden kann.

Zertifikate sind einerseits mit einem festen Zinssatz versehen, was sie auf den ersten Blick als eine recht sichere Geldanlage erscheinen lässt. Auf der anderen Seite ist die Schlusszahlung von der Wertentwicklung der unterlegten Basiswerte abhängig. Das kann eine einzelne Aktie sein, oder ein Aktienkorb. Ich will nicht auf jeden einzelnen Modus eingehen, in dem ein Zertifikat emittiert wird, sondern auf die Risiken, die allen Ausprägungen gemeinsam sind.

Seit dem Konkurs von Lehman Brothers ist das Emittenten-Risiko bei Zertifikaten in den Fokus gerückt. Der Emittent erhält die Gelder der Anleger und steht für die Zinszahlung und die Rückzahlung gerade. Geht der Emittent in den Konkurs, sind auch die Anlegergelder in Zertifikaten davon betroffen. Darum hier in einer kleinen Übersicht, die 4 größten Risiken bei Zertifikaten.

  • Die Rückzahlung und eventuell mit dem Zertifikat verbundene Boni (Bonus-Zertifikat) sind von der Entwicklung der Basiswerte abhängig. Bei einem Einzeltitel ist das Risiko bei der Kaufentscheidung noch übersichtlich. Entwickelt sich der Titel innerhalb der vorgegebenen Bandbreiten, das heißt, über- oder unterschreitet er nicht vorgegebene Kursgrenzen, wird das eingesetzte Kapital mit dem vereinbarten Bonus zurück gezahlt. Schwieriger gestaltet sich die Risikoeinschätzung bei einem Aktienkorb. Kaum ein Anleger kann das Risiko von 15 oder 20 Aktien einschätzen, schon gar nicht, wenn im Korb auch noch ein oder zwei unbekannte Titel enthalten sind.
  • Durchbricht der Basistitel die vorgegebenen Kursgrenzen, die Barrieren, verfällt der Anspruch auf den Bonus. Am Ende wird dem Anleger die Aktie des Basistitels in das Depot gebucht. Das ist besonders ärgerlich, wenn die Aktie eine untere Kursbarriere durchbrochen hat. Dann hilft nur noch das Warten darauf, dass sich der Kurs wieder erholt, und das Papier ohne Verlust verkauft werden kann. Das Durchbrechen der Kursgrenze kann zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Laufzeit geschehen. Anschließende Kurskorrekturen des Basistitels zurück innerhalb der Barrieren werden nicht mehr berücksichtigt.
  • Es gibt Zertifikate mit Kapitalschutz. Dieser Kapitalschutz muss sich aber nicht auf den 100%-Kapitaleinsatz erstrecken, sondern kann beispielsweise nur 90% betragen. Wer sein Geld sicher anlegen möchte, ist trotz der Kapitalerhalt-Garantie nicht gut beraten.
  • Gelder in Zertifikate sind gebunden. Wenn Sie während der Laufzeit Liquidität benötigen, ist das bei einem Zertifikat schwierig. Wenn das Ende der Laufzeit noch in der Ferne liegt und das Zertifikat keinen Zeitpunkt für einen zwischenzeitlichen Verkauf vorsieht, bleibt nur der Zweitmarkt. Gibt es dort keine Nachfrage, besteht keine Möglichkeit zum Verkauf.

Fazit
Das Investment in ein Zertifikat sollte trotz des großen Angebotes gründlich geprüft werden. Wenn Sie von der positiven Kursentwicklung einer Aktie überzeugt sind, kaufen Sie die Aktie direkt. Wenn Ihnen ein fester Zins wichtig ist, investieren Sie in festverzinsliche Wertpapiere oder gleich in Festgeld.

Foto1: © Markus Langer - Fotolia.com

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