Privatrezept – So funktioniert die Kostenerstattung für rezeptfreie Medikamente

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Verschreibt der Arzt rezeptfreie Medikamente, können Sie sich die Kosten dafür jetzt auch erstatten lassen. Wie die Kostenerstattung für ein Privatrezept funktioniert, erfahren Sie hier.

Privatrezept - So holen Sie sich die Kosten zurück!

Privatrezept – So holen Sie sich die Kosten zurück!

Ärzte tendieren immer mehr dazu, ihren Patienten nicht-verschreibungspflichtige Medikamente zu empfehlen. Der Nachteil für den Patienten war, dass er die Kosten bislang in voller Höhe selber tragen musste. Seit dem 1. Januar 2012 lässt der Gesetzgeber es zu, dass die Ersatzkassen sich an den Kosten dafür beteiligen. Was Sie tun müssen, erfahren Sie hier.

Privatrezept bei der Krankenkasse abrechnen

Der Schlüssel zur Kostenerstattung lautet Privatrezept. Sollte Ihnen Ihr Hausarzt beispielsweise Sinupret verschreiben, lassen Sie sich ein grünes oder ein Privatrezept dafür aushändigen. Zusammen mit der Rechnung der Apotheke reichen Sie dieses bei Ihrer Krankenkasse ein.

Diese Regelung bezieht sich allerdings nur auf Medikamente, nicht auf Lifestyle-Produkte. Darunter fallen beispielsweise Appetitzügler, Haarwuchsmittel und Beauty-Produkte. Laut dem Deutschen Apothekerverband gilt diese Regelung für die Medikamente, welche vom Gemeinsamen Bundesausschuss nicht von vornherein ausgeschlossen wurden. Besonders Patienten, welche homöopathische, anthroposophische oder phytotherapeutische Medizin bevorzugen, profitieren von dieser Regelung.

Krankenkasse muss nicht zahlen – Vorher informieren!

Diese Neuregelung stellt für die Krankenkassen jedoch nur eine Kann-Regelung dar. Sie müssen keine Erstattung für rezeptfreie Medikamente leisten. Es ist daher hilfreich, wenn Sie sich bei Ihrer Krankenkasse darüber informieren, für welche Medikamente und welche Medizin es eine Erstattung gibt und in welcher Höhe sich diese bewegt. Limitierungen sind nicht ungewöhnlich.

Wenn die Kasse nicht leistet zahlt das Finanzamt

Auch wenn die Ersatzkasse nicht an der Kostenerstattung für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente mitmacht, können Sie dennoch den Kostenanteil dafür senken. Lassen Sie sich auch künftig ein grünes oder Privatrezept ausstellen und sammeln Sie die Apothekenrechnungen. Im Rahmen der Steuererklärung können Sie diese Aufwendungen als „außergewöhnliche Belastung“ geltend machen und zumindest einen Teil der Ausgaben wieder erhalten.

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2 Kommentare

  1. Yasmin Vural Januar 9, 2013 at 23:45 - Reply

    Die Tipps sind sehr hilfreich aber was ist wenn man ein Rentner ist. Die machen ja keine Steuererklärung.
    Sollen die dann nur wegen dieser Sache eine Steuererklärung machen? Geht das überhaupt?

  2. Heidrun Schaller Januar 8, 2014 at 21:42 - Reply

    „Wenn die Kasse nicht leistet, zahlt das Finanzamt“ – das ist großer Quatsch. Tut mir Leid, dass ich das so unverblümt sagen muss, aber ich bin es Leid, dass dies immer wieder missverstanden wird. Erstens: das Finanzamt zahlt gar nichts, sondern man kann höchstens etwas vom *versteuerbaren Einkommen abziehen*, was im besten Fall bedeutet, dass man auf einen Teil der Ausgaben für selbst gezahlten Medikamente keine Einkommenssteuer bezahlt. Zweitens: es gibt eine relativ hohe „zumutbare Belastungsgrenze“, das heißt, alles, was darunter fällt, wird bei der Steuerermittlung gar nicht berücksichtigt. Das ist besonders für chronisch Kranke äußerst ungerecht, da diese die „zumutbare Belastungsgrenze“ in der Regel jedes Jahr überschreiten, aber bis zu dieser angeblich zumutbaren Belastung jedes Jahr auf die ohnehin hohen Krankheitsausgaben auch noch den vollen Einkommenssteuersatz zahlen, gerade so als wären es keine Medikamente, sondern ein neues Paar Schuhe oder eine Kreuzfahrt.

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