Gefahren im Internet: Diesen Schutz bietet eine Privathaftpflichtversicherung

Gefahren im Internet: Diesen Schutz bietet eine Privathaftpflichtversicherung

Beim Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung vergessen viele auch Schäden zu versichern, die über das Internet bzw. den PC passieren können.

Gefahren im Internet: Diesen Schutz bietet eine Privathaftpflichtversicherung
Das Internet birgt Gefahren – &copy patcharin / stock.adobe.com

Studien zufolge nutzen 75 Prozent aller Deutschen über 14 Jahre das Internet, aber nur 65 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über eine private Haftpflichtversicherung. Wo hier der Zusammenhang besteht? Auch durch das Internet können Dritte geschädigt werden!

Das Internet ist zweifellos eine Quelle endloser Möglichkeiten und Informationen. Doch neben all den positiven Aspekten birgt es auch Gefahren. In einer Zeit, in der wir mehr Zeit online verbringen als je zuvor, ist es wichtig, sich über die potenziellen Risiken bewusst zu sein. Von Cyberkriminalität über Online-Betrug bis hin zu Rufschädigung – es gibt zahlreiche Bedrohungen, die uns im virtuellen Raum erwarten. Glücklicherweise kann eine Privathaftpflichtversicherung in solchen Situationen eine wichtige Rolle spielen und finanziellen Schutz bieten.

In diesem Artikel werden wir uns genauer mit den Gefahren im Internet befassen und wie eine Privathaftpflichtversicherung Sie davor schützen kann.

Auch unbewusster Schaden kann teuer werden

Immer mehr Menschen sind heutzutage Opfer von Cyberkriminalität geworden. Hacker, Viren und Malware können Ihr Leben in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen – von gestohlenen persönlichen Informationen bis hin zu finanziellen Verlusten. Doch was ist, wenn Sie selbst unabsichtlich zum Täter werden? Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Virus auf Ihrem Computer, der sich unbemerkt in die Systeme anderer Menschen einschleicht und deren Daten beschädigt. Eine Privathaftpflichtversicherung kann Ihnen in einem solchen Fall helfen, indem sie die finanziellen Schäden, die durch Ihre unbewussten Handlungen verursacht wurden, abdeckt.





Wichtig:

Damit die Privathaftpflichtversicherung einspringt, müssen Sie Vorkehrungen treffen, um Ihre Daten und die Hardware zu schützen. Dazu zählen die Nutzung einer Virensoftware, das Erstellen von sicheren Passwörtern und das Einschalten der Firewall. Surfen Sie ungeschützt im Internet, handeln Sie nämlich fahrlässig. Ihre Versicherung könnte daraufhin ihre Leistungen verweigern.

Den privaten Vertrag auf den neuesten Stand bringen

Das Problem: Gerade ältere Privathaftpflichtversicherungen kennen den Deckungseinschluss des Internet-Risikos nicht. Als Versicherungsnehmer sind Sie deshalb gut beraten, wenn Sie Ihre Privathaftpflichtversicherung einmal genau überprüfen und auch in Bezug auf andere Punkte auf den neuesten Stand bringen. Oder sogar die Versicherungsgesellschaft wechseln. Denn eine gute Privathaftpflichtversicherung berücksichtigt die folgenden Punkte:

  • Die Deckungssumme beträgt mindestens 15 Millionen Euro. Es gibt aber auch Anbieter mit einem Deckungsvolumen von 50 Millionen Euro. Bedenken Sie, Sie haften im Schadensfall in unbegrenzter Höhe.
  • Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern, etwa Krankenkassen, sind abgesichert.
  • Der Versicherer sollte alle, vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) in den Musterbedingungen hinterlegte Leistungen (GdV-Leistungsgarantie), garantieren.
  • Deckungseinschlüsse anderer Unternehmen sollten ebenfalls eingebunden sein (Deckungsgarantie).
  • Mögliche hinzukommende Risiken, unter anderem die Haftungsrisiken aus der Internetnutzung, sollten bereits im Vorfeld im Rahmen der Innovationsgarantie zum Zeitpunkt des Aufkommens ohne weitere Absprache automatisch eingeschlossen sein.
  • Gefälligkeitsschäden sind idealerweise mit mindestens 30.000 Euro, am besten mit 100.000 Euro abgesichert. Unter Gefälligkeitsschäden fallen unter anderem Schäden, welche bei der Mithilfe beim Umzug entstehen. Viele Versicherungsgesellschaften bieten dafür immer noch keinen Versicherungsschutz.
  • Eine weltweite Geltung des Vertrages sollte selbstverständlich sein, innerhalb Europas ohne zeitliche Beschränkung.
  • Die Ausfalldeckung – der Schadensersatz für Sie, wenn der Schädiger selbst keine Haftpflichtversicherung besitzt und auch kein verfügbares Kapital – wird sinnvollerweise mit der eigenen Deckungssumme festgeschrieben.
  • Schlüsselverlust sollte nicht nur beruflich, sondern auch privat genutzte Schlüssel einbeziehen. Die Versicherungssumme für dieses Risiko sollte mindestens 30.000 Euro, besser jedoch 100.000 Euro betragen.

Ist Ihr Vertrag schon älter, werden Sie feststellen, dass es starke Abweichungen zu diesen Punkten gibt. Gerade, wenn es um das Thema Internetnutzung geht. Lassen Sie sich jedoch nicht aus Angst vor zu hohen Prämien von einer Neuordnung abhalten. Sie werden im Rahmen eines Versicherungsvergleiches feststellen, dass es zahlreiche Gesellschaften gibt, welche gegenüber den etablierten Versicherern wesentlich bessere Leistungen zu einem Bruchteil der Beiträge anbieten.

Fazit:

Das Internet bietet uns unzählige Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren. Eine Privathaftpflichtversicherung ist ein wichtiger Schutzschild im digitalen Dschungel. Sie deckt nicht nur physische Schäden ab, sondern auch die finanziellen Folgen von Online-Bedrohungen wie Phishing, Cybermobbing und Datenverlust. Es ist jedoch wichtig, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen und Versicherungslücken zu kennen. Die Zukunft der Privathaftpflichtversicherung verspricht weiteren Schutz vor den sich stetig verändernden Gefahren des Internets. Also, sei clever und sorge für deinen digitalen Schutz!

Uwe Rabolt

Jahrgang 1959, Bankkaufmann, Versicherungsfachman (BWV).
Amerikanistik- und Linguistikstudium (M.A.), Frankfurt am Main.
Von Januar 1985 bis Dezember 2010 im on- und offline-Vertrieb im Sektor Finanzdienstleistungen tätig.